Alle meine Taschengriffe: Zwei Modelle mit den afrikanischen Stoffen Waxprint und Shwe shwe

Kein diszipliniertes Schwarz oder Grau, nein, es lebe die Farbe! Türkis, Pink, Weiß, Smaragd, was für eine Farbenpracht. Grundsätzlich: Ich mag schwarz. Aber als ich diesen Sommer durch eine Gasse in unserem Dorf spazierte, trugen alle jungen und alten Frauen, die ich sah, schwarze Kleider, sogar die Kinder…Das hat mich sehr schockiert. Das erinnerte dermaßen an Fotos mit alten Frauen in Sizilien. So bildlich und klischeehaft die „italienische Witwe“oder um ganz aktuell zu sein die verhüllten Frauen der Taliban…Daraufhin beschloss ich, nichts Schwarzes mehr anzuziehen-zumindest nicht im Sommer, wo es so viele andere herrliche Farben gibt. Wenn man manchmal den Blick über einen Parkplatz oder Autoschlangen auf Straßen schweifen lässt, bietet sich übrigens ein ähnliches Bild: Schwarz, Grau, Silber. Die Vorliebe für diese Farbpalette in modernen Städten ist natürlich kein Zufall: Das sind Farben, die anonym sein lassen-die uns nicht fest legen, die vieles darstellen können, die zu Technik und Beton passen…

Als Statement und/oder Protest habe ich bei meinen ersten Taschen tief in den Farbentopf gegriffen. Was gibt es knalligeres als afrikanischen Shwe shwe Stoff. Die Farben sind dermaßen schrill, dass sie die Muster vor unseren Augen hüpfen lassen. Dieser Stoff ist nicht soo schlimm- ich habe noch wildere und doch- irgendwie kommt es dann letztlich auf die Kombination an… Sabine hat übrigens mit diesem Muster ein wunderbares Dirndl genäht. Andere, von uns genähte, Beispiele sind mein brauner Rucksack und Annas Costermonger.

Die zweite Tasche ist aus Waxprint gearbeitet. Eigentlich möchte ich noch eine Bluse oder ein legeres weißes Hemd gemixt mit Stoffstücken aus diesem Muster nähen, aber das steckt noch unfertig auf der Puppe…Beide Taschen haben ein genau passendes, poppig-buntes Futter.

Als Schnittvorlage diente mir ein selbstgezeichneter Schnitt, nach dem Buch Handtaschen von Yuka Kokshizen. Über dieses Buch habe ich ausführlich hier geschrieben. Meine Modelle sind: Form ohne Seitenteil „Gerundeter Boden“ und „Gerundeter Boden mit Abnähern“. Mich interessiert einfach, wie sich eine Form, optische Wirkung und Design in kleinen Nuancen verändern.


Fazit: Ich nehme mir ja ziemlich oft ziemlich viel vor, aber: juhu! Die ersten beiden Taschengriffe und Stoffe haben sich gefunden und sind wirklich schick geworden

Stoffe: Shwe Shwe und Waxprint gekauft bei Karlotta Pink

Schnitt: Handtaschen-Konstruieren Sie eigene Taschenschnittmuster von Yuka Koshizen, erschienen im Stiebner Verlag


8 Gedanken zu “Alle meine Taschengriffe: Zwei Modelle mit den afrikanischen Stoffen Waxprint und Shwe shwe

    1. Gerade bei dunkler Kleidung kommen Farben so richtig gut zur Geltung. Außerdem ist man tatsächlich sichtbarer- so wie du sagst- und starke Farben heben entschieden die Stimmung…Liebe Grüße, Silvia

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  1. Oja, sehr huebsche Dinger und Deine Taschenbuegel-Sammlung damit wirklich mit Sinnvollem etwas einreduziert.
    Ich habe die 2 Taschen ja schon bewundernd beaeugt auf Deinem Post bzgl. Deiner Blusen-Beschreibung und wartete jetzt wirklich noch auf DIEsen sep. Post bzgl. Beschreibung der Taschen; danke!

    Bzgl. der ‚Lieblingsfarbe Schwarz f. Klamotten‘, bin ich – mittlerweile und auf seeehr schmerzlichem Wege/Erfahrung auf folgende Erklaerung gekommen:
    Wenn man ‚gruen‘ leben will/muss und dies ohne Auto, dann MUSS man SCHWARZ tragen. Grund: die ‚Verwoehnt-/Anti-Benimm-Sitten‘ von ‚Fuesse mit Strassen-Schuhen auf Sitzbaenken auszuruhen‘ gar viiiieler Mitbenutzer oeffentlicher Verkehrsmittel, laesst einem KEINE andere Wahl, da man sonst am Ziel-Ort aussieht wie …. (=Worte selbst einsetzen, bitte/danke) wenn man hellere Kleidung traegt; und/oder zu einem eleganterem und/oder offiziellerem Outing muesste ^^!!!
    Wenn ich/wir nicht UNbedingt also zu ‚chicere Kleidung‘ beduerfenden Anlaessen vor allem in die lokale grosse Stadt muessen, dann fahren wir – zwangsweise! – mit dem Auto dort hin!
    Alternativ: freiwillig zu waehlende festive(re) Nur-Essens-Anlaesse werden dann ohnehin eher in NICHT-Oefi-Gegenden verlegt, so iiirgend moeglich. Taxikosten verdoppeln uebrigends ein ca. 300 $ Outing locker mit Hin-UND Rueckfahrt (= man ist dabei noch nicht nach Darwin gefahren ;-) !)
    … ausserdem mag mein Mann Taxis gleich NOCH weniger benutzen, da diese – oefter – NOCH dreckiger als die Oefis* sind (= Augenroll); zumindest EINdeutig die meisten Fenster! HIERauf schliesst man dann – leider (und oefter berechtigt) – auch auf den ‚Rest-Zustand‘ eines Taxis.

    Erschwerend: wenn man Jemanden freundlichst darauf hinweist, dass ‚Fuesse auf den Sitzbaenken strafbar ist‘, dann wird man als schlimmster Agressor nicht nur von den Hingewiesenen (= Taetern/’Verbrechern‘?) gehandelt bis angegriffen, sondern auch noch von vielen Mitreisenden. Befindet sich dienstl. Zug-Aufsichtspersonal in der Kabine und erklaert dasselbe, dann fuehrt dies NUR zu einem verbalen Verweis aber NICHT zu der Geldstrafe, welche eigentlich schriftlich (UND per Bildern, damit wirklich auch fuer u/angeblich ca. 43 % nicht LESE-Faehigen – egal welche Sprache ^^ – Mitmenschen) in der Kabine in Menschengroesse hierzu plakatiert ist.
    GsD ist nicht mehr seeehr viel ‚Spezielles‘ NUR in dieser Stadt zu machen/haben noetig, denn die Parkhausgebueren f. nur gelegentlich Stadt-Fahrer sind viiiiel weniger ‚manierlich‘ als der Umgang o.g. Zug-Aufsichtspersonals!

    Well, nachdem ich Schwarz ziemlich hassen gelernt habe**, gibt’s nur ‚Selbst-Alternativen‘ auf allen Ebenen f. mich = bedauerliches \../ /..\ !

    * DA war COVID ausnahmsweise einmal ein (Super!) Bonus: insgesamt nahm die Sauberkeit der Zuege dadurch wenigstens eeetwas zu!
    Ausnahme: die Sitzbaenke, fuer welche schliesslich ‚Camouflage-Material‘ im Einsatz ist. D.h.: was zwar sauber aussieht ist NICHT unbedingt auch sauber = s. meine obige Bemerkung von diesbzgl. eigenem Lern-Effekt „… auf seeeehr schmerzlichem Wege…“
    Am Besten wirklich: 1 Std. im – aufgrund mM dringender Netz-Renovierbeduerftigkeit – ruppigst schaukelndem Zug/sonst. Oefi stehend in die Stadt fahren. Aber aufpassen, denn ‚Essensmaterial im Zug verboten‘ ist hierzulande nicht zuzumuten und dann hat man schnell mal die Eis-Creme oder Fritten o.ae. im Genick! D.h.: waehle; wirklich sorgfaeltig!

    ** ich habe am eigenen Leibe lernen muessen, dass es als alternder und/oder schlechter sehender Mensch NICHT einfach ist, schwarze Kleidung wirklich ordentlich und ohne Mithilfe einer weiteren Person (= wirklich immer da?) anzuziehen! Je mehr Stoff-Fuelle auch noch darin involviert ist, um so komplizierter wird’s!
    DAmit wuerde sich allerdings (husthust) aber wohl gar manche mir als solches erscheinende – seeehr vereinfachende – ‚Einheits-Mode‘ erklaeren?!

    Uebrigends suche ich – noch immer – nach wirklich guten Gruenden FUER die Farbe Schwarz – ausser dass sie ’schmutz-neutraler ist ^^ :
    – im Sommer ist sie als (husthust) Hitze-Verstaerker nicht akzeptabel
    – im Winter nicht wegen ihrer Wirkung von verkehrstechnisch gefaehrlicher ‚Unsichtbar-Machung‘

    Ich komme deswegen eigentlich immer wieder nur auf die ‚altmodischen‘ Original-Anwendungen zurueck:
    1.) elegante (NUR) Abendmode? D.h.: zeitlich limitiert in ihrer Anwendung; ausser bei sog.“Besseren“ = welche damit frueher bewiesen, dass sie NICHT arbeiten MUSSTEN? Umkehrdenke: wuerde ich mich DAdurch heutzutage (!) begeistert, aehem, ‚verraten‘ ?
    2.) Trauer-Bekleidung ? (= zeitlich limitiert in ihrer Anwendung; ausser bei …. ^^)
    3.) Sonst. religioese Bekleidungs-Vorschrift mancher Laender***, welche auch in den sog. neuen – und weiss der Kuckuck warum dann als ‚besser‘ und SELBST-gewaehlten – Wahl-Heimaten weitergelebt wird (= kein weiterer Kommentar hierzu, da – bei jedoch hierzu wohl erlaubter Todesstrafe – ohnehin nicht erlaubt!)

    *** und in manchen dieser religioesen Laender duerfen die Maenner aber wohl stattdessen Weiss tragen; arbeiten diese nicht so viel wie die dortigen Frauen ;-) ?
    Dies hatte mir aber auch noch niemand aus den betroffenen Kulturen verstaendlich erklaeren koennen /..\

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    1. Also wenn es um „nichtschmutzende“ Farben geht: Alle Braun-, Grau-, Beigetöne, auch Blau und Grün ist gut, Schlammfarben oder Oliv zum Beispiel. Als Landmensch ist für mich reines Weiß purer Luxus, damit bleibe ich durchschnittlich eine halbe Stunde weiss-Katzen, Hund, Erde…Und was Schwarz betrifft, neige ich mittlerweile sehr dazu dir recht zu geben, die „altmodischen“ Originalanwendungen, so wie du sagst. Also ich fahre sehr viel mit Öffis und so dreckig sind die hier bei uns nicht-aber das Füsse raufstellen-Problem gibt es natürlich auch…Liebe Grüße, Silvia

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