Farbverlauf: Ein Tutorial zum Battlement Couching

Battlement Couching Tutorial sticken Blog Tipp

Battlement Couching. Der Name alleine ist schon toll und auch der Stickstich gibt optisch einiges her. Als ich ihn das erste Mal bei NeedlenThread gesehen habe, wusste ich, den muss ich auch mal machen. Farblich bin ich ziemlich bei meiner Inspiration geblieben, mir gefällt er einfach. Dieser Verlauf von Orange Gelb Grün ist perfekt für mich, was will ich mehr.

Also Garn hervorgeholt und studiert wie ich den perfekten Farbverlauf bekomme, ohne zu großen Abstufungen zwischen den Farben, aber auch keine zu nahe zusammenliegenden Farben. Und natürlich soll es keine farblichen Ausreißer geben, nicht dass das eine Grün plötzlich viel gelbstichiger und wärmer ist als die anderen Grüntöne.

 

Da mir die Technik extrem gefällt, habe ich meinen Prozess sehr genau dokumentiert. Einfach damit jeder, der sich inspiriert fühlt, diese leicht nacharbeiten kann. Als Untergrund kann ich nur einen leicht zählbaren Stoff empfehlen. Ich habe Aida verwendet, den hatte ich zur Hand.

Battlement Couching

Und so funktioniert Battlement Couching:

Sobald klar ist, wie viele Farben verwendet werden, geht es daran die Abstände auszuzählen und die Größe festzulegen. Ich habe acht Farben verwendet. Weniger oder mehr ist möglich, genauso wie einfarbig. Durch meine 8 Farben brauchte ich pro Spalte und Reihe 8 “Löcher“. So startet dann immer danach eine neue Farbabstufung.

Übrigens die erste Farbe sieht man später am wenigsten, also darüber nachdenken, wie der Verlauf aussehen soll.

 

Alles vorbereitet? Dann geht es mit der ersten Farbe los. Den Faden habe ich so lange abgeschnitten, dass ich nicht stückeln musste. Da muss man erst draufkommen, wie lange der perfekte Arbeitsfaden ist. Nur beim ersten Durchgang zuerst die oberste Waagrechte und rechts außen die Senkrechte sticken. Danach alle Senkrechten und dann alle Waagrechten. Den Faden immer schön spannen. Ab dem zweiten Durchgang immer zuerst die Senkrechten vor den Waagrechten! Mit der Zeit wird der Abstand der gespannten Fäden zum Stoff immer mehr, es entsteht eine dreidimensionale Wirkung. Bei der letzten Runde wird dann auch ersichtlich ob einem ein Zählfehler unterlaufen ist oder nicht. Übrigens die unterste Waagrechte und die Linie ganz links werden nicht mit dem ersten Faden gestickt.

 

Vor dem Fixieren – Nach dem Fixieren

Sind alle Fäden eingezogen, sieht man schon gut wie die finale Optik ist. Nun geht es darum die letzte Farbe an ihren Kreuzungspunkt jeweils mit einem Stich zu fixieren. Dadurch wird die komplette Stickerei fixiert und die Fäden können sich nur mehr sehr eingeschränkt bewegen.

 

Vor dem Fixieren – Nach dem Fixieren


Fazit: Ich finde den Stich einfach toll und bin schwer am Überlegen wo ich diesen denn noch Einsetzen könnte.

Mitnähaktion: Das große nahtlust Nadelbrief-Jahr 2019, Thema „Farbverlauf“ – unsere gesammelten Werke kannst Du unter dem Schlagwort „Nadelbrief“ finden. Und auch bei den Stoffspielereien, diesmal zu Gast bei Schnitt für Schnitt, geht es rund ums Thema Farbverlauf. Und verlinkt zur handgestickt Linkparty.


40 Gedanken zu “Farbverlauf: Ein Tutorial zum Battlement Couching

    1. Merci.
      Es ist ja auch fast wie weben, es werden aber die Fäden nur übereinander gelegt und am Ende fixiert. Es gibt aber auch ähnliche Sticktechniken bei denen auch gewebt wird.
      Lg Sabine

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  1. Und wieder eine unbekannte Technik ausgegraben! Wunderbar, wie gut die Dreidimensionalität herauskommt. Und der Farbverlauf ist herrlich fröhlich.
    Liebe Grüße
    Ines

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    1. Ja, der Name ist wirklich großartig und die Technik auch! Haptik und Optik sind toll. Ist den das Ergebnis zwangsläufig quadratisch oder könnte man damit auch eine Art Bordüre sticken? Ich bin gespannt, wo Du die Technik in Zukunft einsetzt. LG Manuela

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      1. Die Aussenform ist frei wählbar, es kann der Stich auch in einem Kreis, freien Form oder auch als Bordüre eingesetzt werden. Für meinen ersten Versuch, habe ich die einfachste Aussenkontur verwendet.
        Lg Sabine

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  2. Der Name ist ja lustig. Der Stich geht schnell und sieht als Flächenfüllung interessant aus. Man könnte damit Kissen besticken. Nicht die ganze Fläche, das wäre vielleicht zu wuchtig. Oder Streifen über eine Tischdecke oder Mitteldecke. Auf alle Fälle ein toller Stich.
    Liebe Grüße
    Annelies

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    1. Ohja der Name hat was, leider habe ich nicht feststellen wieso der Stich so heißt, das wäre echt spannend.
      Eine ganze Polsterfläche wäre glaube ich zuviel des guten, aber so einzelne Elemente einer Stickerei ist sicher hübsch.
      Lg Sabine

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  3. Wie spannend, davon habe ich noch nie gehört oder etwas gesehen! Das bietet wirklich viele Möglichkeiten. Ich bin ja fasziniert davon, dass es nach dem Fixieren so gut zusammenhält. Aber allzu beanspruchen sollte man das Nadelbriefchen nicht, oder? Danke für’s Zeigen und Mitmachen! LG Christiane

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  4. Tolle Technik!
    Der letzte Fixierungsfaden ist fast nicht zu sehen und man wundert sich ein wenig, wie das hält. Du hast den perfekten Einsatzzweck gefunden, die übersichtliche Größe der Nadelbriefe ist wie gemacht für diese Spanntechnik.

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  5. Tolle Technik, erinnert mich an die räumlichen Bilder von Vasarely. Schön, dass es gleich in einem so nützlichen Gegenstand intergriert ist. In dieser Größe würde ich es gern mal probieren und jetzt kenne ich ja auch den Namen.
    viele Grüße Karen

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  6. Cooooooollll! Sieht einfach nur mega aus und perfekt für die Nadelbriefgröße :-) Richtig gelungen! Hach… da bin ich schon sehr gespannt, was in zwei Wochen bei dem Thema an weiteren Nadelbriefen zusammenkommen wird. Bestimmt ähnlich vielfältig wie heute bei der Stoffspielerei! Gut vorgelegt hast du, Sabine! LG. susanne

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  7. Eine spannende Technik. Ich glaube meine Horlehrerin hat früher damit Kissenplatten mit Dickem Wollgarn dekoriert.
    Vielleicht eingnet sich die Technik kleinflächig mit feinerem Garn für visible Mending.
    LG Ute

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  8. Ach, ist das schön geworden (endlich komme ich wieder mal zum Nachlesen, hier!) und gleich drei Fliegen mit einer Klappe geschlagen: Stoffspielerei, Nadelbrief UND „handgestickt“! Die dreidimensionale Wirkung ist wirklich ganz großartig, das merk ich mir. Liebe Grüße, Gabi

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  9. Mein dritter Versuch, hier zu kommentieren (was ist bloß los?): Dein Nadelbrief hat mir auf den ersten Blick gefallen und ich kann mir gut vorstellen, dass ich das mit meinen pflanzengefärbten Garnen nachmachen werde. Von dieser Art des Couching hatte ich bisher noch nicht gehört, nur die Version, die Alabama Chanin anwendet kenne ich. Deshalb besonderen Dank für die Anleitung.
    LG
    Siebensachen

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    1. Das mit Kommentaren ist manchmal echt tückisch. Ich selber habe anderswo schon oft einen Kommentar ins Nichts versenkt.
      So mit Naturgefärbten Tönen stelle ich mir das extrem hübsch vor.
      Beim Couching gibt es extrem viele Varianten, diese eine derer die super simpel zu machen ist, aber extrem aufwendig aussehen.
      Lg Sabine

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  10. das sieht wirklich toll aus und reizt mich zum Nachmachen.
    Aber erstmal kommen andere Dinge dran. vielen Dank, dass Du alles so genau gezeigt hast!
    herzlich Margot

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