Miniaturen KW 12 Hände

Manchmal gibt es Themen, bei denen ich hängenbleibe z. B. Kinderspiel, bei mir als Tangram umgesetzt, war so eines und beim Thema Hände ist es ebenfalls so. Nun ja, vielleicht nicht so ganz. Es gibt einfach herrlich viel Tangram-Figuren und als Applikation kann man sie wunderbar umsetzen. Beim Thema Hände fallen einem erst einmal jede Menge sehr unterschiedliche Gesten und damit Bedeutungen ein. Hände sind nicht irgendwas, da ist nichts beliebig.Darüber musste ich erst einmal nachdenken. Welche Geste würde ich gerne darstellen oder besser: Welche würde ich gerne auf meiner geplanten Patchworkdecke zeigen?

Eine offene, abwehrend ausgestreckte Hand ist eine instinktive Abwehrgeste und ein starkes Symbol. Überhaupt sind die Fingerhaltung und Geste der Hand oder auch beider Hände sehr eindeutige Botschaften ohne Sprache. Wer kennt nicht die Faust mit dem Daumen nach oben oder mit dem Daumen nach unten. Im alten Rom war das die Geste, die über Leben und Tod der Gladiatoren entschied. Wir applaudieren mit Händen und beschimpfen mit Fingern, wir falten Hände zum Gebet oder erheben sie zum Segen, genauso recken wir aber die Faust, als Zeichen der Freude im sportlichen Wettkampf oder als revolutionäre Geste, schlagen mit Händen und Fäusten zu, oder geben uns die Hände zur Begrüßung oder Versöhnung. Manche Handhaltungen haben sich in ihrer Bedeutung gewandelt oder werden von einer bestimmten Gruppe vereinnahmt.

Handdarstellungen begegnen einem auch beim Amulett und Talisman oder in der traditionellen Volkskunst. Häufig verwendet wird die Hand als Symbol der Fatima in islamischen Gesellschaften. Da gibt es wundervolle Metallarbeiten und die Hand wird oft so stark stilisiert, dass sie an eine Tulpenblüte erinnert. Manchmal findet man neben Hauseingängen Händeabdrucke als schützendes Zeichen, z.B. in Nordafrika, Ägypten, im Mittelmeerraum oder Japan.

Frühe Darstellungen finden sich in Höhlen aus der Eiszeit in Frankreich und Spanien. Auf einer araäischen Stele in Stein gemeißelt (ca. 8JH. v. Chr.) oder auf Tonscherben aus dem 13.JH v.Chr. in Südpalästina oder in der Bilderschrift Kretas. Darstellungen ganzer Figuren oft mit markanten Händen findet man in Red Lake Kanada, Bohnsiän, der Osterinsel, in Südafrika, als Ideogramm in der Mongolei genauso wie in der indianische Malerei…moderne Darstellungen finden sich bei unterschiedlichen Logos und Firmenzeichen.

Hände sind das, was wir am häufigsten vor dem Gesicht haben, also sehen, und Hände sind unser wichtigstes Werkzeug. Ich habe viele bunte Hände mit der Hand gestickt (Technik: Couching). Das war eigentlich meine erste Idee und ich blieb dabei. Wichtig war mir vor allem, dass die Hände nicht abgehackt oder abgeschnitten erscheinen und ich glaube, das ist mir ganz gut gelungen.

Mitmachaktion: Jahr der Miniaturen von Frau Nahtlust – Alle Themen und die Miniaturen der Teilnehmenden.

Alle anderen Miniaturen von uns sind unter dem Schlagwort „Miniatur“ zu finden.


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