Hauptsache Glitzer – Ein Burdaschnitt mal anders

(read in English)

Bardame ma11

Ursprünglich sollte dieses Outfit ganz anders aussehen. Gescheitert – wenn man das so sagen kann – ist es am Korsett. Aber der Reihe nach: Warum überhaupt dieses Outfit/Kostüm? Nun ich habe mich freiwillig gemeldet an einer Vorfasnachtsparty auszuhelfen und bin in der Saloonbar eingeteilt geworden. (Die Ägyptenbar wäre sicher auch toll gewesen was Kostüme betrifft.) Ich wollte weder ein Cowgirl sein – denn vermutlich würde die Mehrheit der Bar Crew Cowboys sein -, noch als Indianer gehen.

Dann waren aber auf einmal nur mehr knapp zwei Wochen Zeit und ich hatte auch noch anderes zu tun. Daher wollte ich ein vorhandenes Korsett verwenden (braun und ein bisschen Steampunkig oder weiß von einer Schneekönigin). Meine Vorstellung war: eines der beiden Korsetts, eine Bluse für darunter, ein Hütchen mit Federn als Dekor und ein Rock mit Glitzer der vorne hochgezogen ist mit Netzstrümpfen darunter und Stiefeletten.

Bardame

Ich bin also mit meinen beiden Korsetts in die Fasnachtsabteilung meines Lieblingsstoffgeschäftes mit den tollen Glitzerstoffen gestapft. Aber die Entscheidung war so schwer. Ich bin ewig hin und hergelaufen und  überlegte ob dieser oder jener Stoff. Er sollte glitzern aber auch nicht zu teuer sein. Ich hatte mich schon fast entschieden, als ich feststellte, dass mein erwählter Stoff nicht die gewohnte Breite von 150 cm hatte. Ich habe also alles verworfen und bin in die Kostümabteilung des Ladens abgedackelt. Denn in diesem Geschäft gibt es nicht nur Stoffe sondern auch fertige Kostüme und alles was man sonst noch so brauchen könnte – zum Verkleiden und Dekorieren. Mir ist natürlich gleich das schwarze Korsett mit den Strass-Steinen ins Auge gestochen. Bei der Anprobe zeigte sich, dass dieses auch von der Linienführung viel besser ist als meine anderen zwei. Es formt die Figur schön und quetscht nicht nur einfach alles zusammen. Man merkt es auch wenn man es flach auf den Tisch legt, dass es im Brust und Hüftbereich Wellen schlägt. Bei den anderen beiden war das wenig bis gar nicht der Fall.

Jetzt bin ich erneut in die Glitzerstoffabteilung und habe mich für einen weiß-silbrigen Glitzerstoff entschieden. Schön glitzrig, nur auch sehr eifrig am Glitzerverteilen. Ich habe zwar mein Bestes gegeben den Glitzer nur aufs Nähzimmer zu beschränken. Letztendlich war der Glitzer am Ende überall zu finden. Deshalb habe ich den Stoff immer wenn ich nicht daran nähte oder der fertige Rock transportiert wurde, gewissermaßen in Quarantäne in einen Plastiksack verfrachtet. Überraschenderweise war der Stoff angenehm zu verarbeiten, nur meine Nähmaschine fand das nicht so prickelnd und sie hat sich jetzt echt einen Service verdient. (Ich habe ja noch eine Zweite!). Für den Rock habe ich auf einen bereits verwendeten und bekannten Schnitt zurückgegriffen und zwar auf den vom roten Maxirock aus Viscose mit fuchsiafarbiger Passe.

Gestylt habe ich mein Outfit entsprechend dem Bar Thema Saloon mehr im Western Stil. Ich war die einzige im Team ohne Cowboy Outfit. Ich habe  den ganzen Abend am Zapfhahn verbracht, denn Bierzapfen kann ich echt gut, im Gegensatz zu Drinks mixen oder mit (am späten Abend) allzu angeheiterten Gästen schäkern. Leider stand ich da mit dem Rücken zu den Gästen und meine toller Vorderseite kam nicht so wirklich zur Geltung, es hat eben alles so seine Nachteile …
Da allerdings unsere Location für diese Fotostrecke deutlich moderner ist, habe ich mich bemüht dem Ganzen ein bisschen mehr Revuegirl-Flair zu verleihen.

Fotografiert wurde ich erneut von Dani von Fotospuren und Marco von Mr-Foto vom Fototeam Luzern. Die schicke Location war das HINIChT in Luzern. Ich würde gerne behaupten vorher schon mal dort gewesen zu sein, aber ich muss zugeben es war das erste Mal. Ich finde die Einrichtung sehr schick und ich glaube es ist ein gemütlicher Ort zum Essen, Trinken und sich treffen.

Verlinkt zu RUMS


Fazit: Für einen Anlass vielleicht vom Aufwand etwas übertrieben, aber Standard und langweilig ist nicht meine Fall. Ich verkleide mich einfach gerne und ich bin sehr glücklich jetzt das Korsett zu haben. Sollte ich einmal eines nähen, werde ich davon den Schnitt abnehmen.

Schnitt: Burda NR. 106-012016-DL

Kosten: Glitzerstoff 3m je 19,90 CHF, Korsett von Zoelibat (Corsage schwarz mit Strass) 100 CHF, Bluse von Zara im Abverkauf 20 CHF, Strümpfe 12 CHF, Hütchen 8 CHF,

Zeit: 1,5 Wochen


11 Gedanken zu “Hauptsache Glitzer – Ein Burdaschnitt mal anders

  1. Hey, ich finde nicht, dass der Aufwand für einen einzigen Anlass übertrieben ist. Wenn ich nur daran denke, wie lange viele auf der Suche nach dem perfekten Hochzeitskleid sind, dass sie auch nur für einen einzigen Tag tragen.

    Und Du hattest einen Riesenspaß. Das ist doch die Hauptsache dabei.

    LG
    Ulrike

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      1. und deshalb hatte ich auch keins. Ich hatte ein weinrotes Etuikleid an und einen anthrazitfarbenen Mantel – beides habe ich danach öfters getragen. Nur hab ich irgendwann nicht mehr reingepasst.

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    1. Reiner Glückstreffer das es so gut passte.
      Ich hatte schon mal angefangen auch ein Korsett zu nähen, aber es ist nie über die Anfangsphase hinaus gegangen und ich muss ehrlich sagen, ausser für ein Kostüm brauche und will ich keines und es ist ja schon sehr aufwendig ein tragbares Korsett zu nähen.
      Lg Sabine

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      1. ich brauche ihn rein gar nicht.aber ich studiere die kunst ein rihtiges korsett zu nähen seit 2011. ich habe das zählen der versuche aufgegeben,wie viel ich schon seit dem ausprobiert habe.die kunst besteht darin,dass man eins schafft,der ie taille verschmällert,dabei aber dau bequem ist, in dem du gut atmen kannst, tanzen und sogar essen kannst, dabei mindestens 7 cm schmalere taille bekommst und alles abolut glatt sitzz und niergendswo überschwappt:-) deswegen soviele versuche… eine korsettmeisterin hat mir mal gesagt: wenn du mal 30 stück abgearbeitet hast, fängst du an zu verstehen,wo was wie gemacht werden muss. ich bin noch weit unter 20:-)
        warum ich das tue?
        nun, ich finde ,ein korsett macht eine frau nciht nur schön, sondern unwiederstehlich, erotisch,sexy, weiblich und und und. und es ist ein sher hohe kunst. ich brauche keins zum tragen, aber ich will es können und ich will es verstehen.
        in Winterthur gibts auch eine grosse meisterin- Beate Sievi. ihre korsetts sind atemberaubend. leider kann ich mir den kurs bei ihr nicht leisten:-(
        in russland sind korsetts populäre den je. sie werden über die kleidung und unter der kleidung getragen. mittlerweile gibts sogar transparente dünne korsetts ,die in die kleider eingeuabt werden, sgar in die jersey-kleider. somit betont man die kurven und man sieht nichts. es ist wie unterwäsche tragen, nur die fugur sieht besser aus und das kleid bekommt schöneren sitz und form:-))

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        1. Ja, das stimmt. Korsetts machen unglaublich schöne Kurven und eine sehr feminine Figur, einfach sinnlich.

          Bei dem Glitzermodell kann ich ca 5 cm den Umfang verringern, wenn ich es drauf anlege. Allerdings finde ich es nicht so schön, wenn die Taille extrem reduziert wird. Liegt vielleicht daran, dass ich ohnehin schon ausladende Hüften hab im Verhältnis zu meiner Taille und das dann schnell grotesk wirkt.

          Aber so dünne Korsetts für drunter kann ich mir gut vorstellen, da sitzt dann garantiert alles wie es soll.

          Und die Korsetts von Beate Sievi sind todschick und ich kann auch total verstehen, dass dich die Herausforderung reizt ein perfekt passendes Korsett zu machen.
          Lg Sabine

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