Vintage & Waxprint – Ein Besuch im Zoo

(available in English)

Mit dem Kleid Nr. 2 des Weihnachts-Countdowns mit Karlotta Pink erfülle ich mir einen Nähtraum. Von einem Lebenstraum kann ich nicht reden, da ich erst seit ca. 2 Jahren nähe. Denn ich finde Waxprint Stoffe wunderbar. Diese intensiven Farben und die wilden Muster gefallen mir einfach. Da habe ich mich natürlich sehr gefreut, dass sich auch Ines von Karlotta Pink die Idee eines Vintagekleides aus einem Waxprint vorstellen konnte. Und kaum hatte ich meinen Favouritenstoff ausgewählt, hieß es: „Passt“ und ich war mit 5 Meter Waxprint noch leicht überrumpelt auf dem Heimweg. (Passend zum Stoff des Kleides gibt es übrigens diese Woche 15% Rabatt auf alle Waxprint. Links dazu findet ihr unten in der Zusammenfassung.)

Waxprint 10k

Wie ihr der Einleitung ja schon entnehmen könnt, geht es heute um das zweite Modell in der Karlotta Pink Weihnachtscountdown Reihe. Letzte Woche war das 60s Winterkleid mit Flechtwerk dran. Diese Woche dreht sich alles um den Waxprint Stoff, der zwar seinen Hauptabsatzmarkt in Afrika hat, aber überwiegend in Europa hergestellt wird. Oft haben bei diesen Stoffen die Muster, als auch die Farben, eine Aussage. Ich habe ehrlicherweise keine Ahnung welche Bedeutung dieser Stoff tatsächlich hat, mich erinnert er an Weintrauben und das Schneiderhandwerk. (Mehr über die Geschichte, die Herstellung und einige Lesetipps findet ihr direkt bei Karlotta Pink.)

Die Idee eines Vintagekleid im Stile der fünfziger mit engen Oberteil und weitem Rock stand schon von Anfang an fest. Der genaue Schnitt musste aber zuerst noch gewählt werden. Denn ich wollte, dass besonders beim Oberteil das Muster gut zur Geltung kommt. Also nichts mit Drapierungen und Knopfleisten in der Mitte. Des weiteren wollte ich auch unbedingt Ärmeln haben und nachdem es mir beim Audrey Hepburn Kleid so gefallen hatte, einen passenden Gürtel dazu.

Ich konnte mich dann auf vier sehr ähnliche Favoriten beschränken und entschied sehr spontan, dass es der jetzt verwendete Schnitt sein sollte aus Beyer mode 5/1960. Ein schöner Ausschnitt, angeschnittenen Ärmel und ein Gürtel. Die kleinen Schleifchen am Ärmel kamen am Ende dann doch nicht mehr auf das Kleid, denn meines Erachten ist schon genug los.

Bei einem Waxprint mit einem solch großen Muster ist die Platzierung enorm wichtig – damit ich kein Teil für die Tonne produzieren würde, weil die Position des Musters nicht passt – machte ich ein Probemodell aus Popeline, dass später auch mein Futter vom Oberteil werden sollte. Auch wollte ich unbedingt ein Probemodell nähen, da das Kleid angeschnittene Ärmel mit einem Zwickel hat. Etwas das ich noch nie genäht habe. (Wen das Einnähen des Zwickels im Detail interessiert, ich habe eine Anleitung nach der Instruktion meiner Nähkursleiterin geschrieben -damit es hier nicht zu lang wird.)

Allgemein ließ sich der Schnitt ohne Drama nähen. Und bis auf etwas mehr Weite in der Taille, passte der Schnitt perfekt. Keine Abnäher mussten verlegt werden, keine Schulternaht angepasst, der Schnitt saß einfach so wie er sollte.

Das war für mich sehr überraschend, aber auch sehr erfreulich, denn meine letzten Modelle nach einem Beyer Mode Schnitt – nämlich das bereits genannte Audrey Hepburn Kleid und das Zitronenkleid – mussten schon an einigen Stellen angepasst werden.

Damit mir nicht langweilig wird, dachte ich mir, wenn schon, denn schon: Ich habe sehr viel mehr als gewohnt mit der Hand genäht. Das Oberteil ist zweilagig mit der Popeline verarbeitet  um mehr Körper für den Stoff zu erreichen. Die Nahtzugabe an den Schultern und Armlöchern habe ich mit der Hand festgenäht, versäubert und auch der Beleg vom Ausschnitt ist mit der Hand festgenäht. Sicher habe ich nicht immer die idealen/korrekten Stiche dafür gewählt, aber es hat funktioniert. Alle anderen offen liegenden Nähte wurden mit Schrägband versäubert. Das Gelb war von den vorhandenen Farben am besten passend und nicht unbedingt so geplant.

Das Oberteil war schon komplett fertig als ich mich an den Rock machte. Einreihen und Kellerfalten schieden von vornherein aus und so entschied ich mich für Messerfalten. Nach einigem hin und her stecken fiel die Wahl auf abwechselnd blaue und pinke Falten. Leider kommen an der Seitennaht mit dem Reissverschluss zweimal die gleichen Farben zusammen, dies ließ sich jedoch leider nicht vermeiden.

Am Saum habe ich wieder einmal ein breites Satinband verwendet. Ich habe zwar auch Crinolinband daheim, allerdings übersteht das die Waschmaschine nicht so gut. Es entsteht so innen am Saum ein kleiner Eyecatcher, verleiht dem Saum ein gewisses Gewicht und einen schönen weichen Schwung. Inspiriert von Petit Main Sauvage habe ich auch die original Web- und Druckkante des Stoffes verwendet. An der unteren Kante ist das Schrägband mit der Maschine festgenäht, an der oberen Kante mit der Hand. Verschlossen ist das Kleid wie bei mir üblich mit einem verdeckten Reißverschluss.

cof

Der Gürtel war, inspiriert durch mein Auderey Hepbrun Kleid, fix eingeplant. Er rundet das ganze auch ab – aber bis dann am Ende feststand, wie der wirklich aussehen würde, dauerte es etwas. Anfänglich plante ich den Gürtel in Uni: eine Farbe vom Muster des Kleides sollte aufgegriffen werden. Allerdings wollte ich auf keinem Fall Blau, da mir das Ganze sonst zu kühl geworden wäre. Mein Plan war daher entweder Pink oder Rotbraun zu verwenden,es fanden sich jedoch leider keine passenden Stoffe.

Via Skypesitzung kam dann schließlich die Idee auf, einen weiteren Waxprint dazu zu kombinieren. Zum Glück hatte ich schon einmal drei Reststücke gekauft. Und tada, es passte perfekt und das Orange des Gürtels sorgt auch dafür, dass das komplette Outfit nicht zu kühl wirkt. Ganz gleich dem Gürtel des Hepburn Kleides, sollte dieser Gürtel nicht werden. So habe ich vorher exzessiv die verschiedensten Vintage Gürtel studiert. Diese sind meist direkt auf dem Kleid aufgenäht, was ich jedoch nicht so praktisch finde. Meine Wahl fiel dann auf Eingereiht, platt gebügelt und mit ein paar dekorativen Bändern als Gliederung. Die Schritt für Schritt Anleitung im Detail findet man hier.

Ganz am Ende am Nähen des Kleides bekam ich noch ein kleines bisschen Stress, da ich das Kleid für einen Rundflug über die Schweiz tragen wollte. Frisch gebügelt und schön hergerichtet war ich bereit für ein paar Fotos vor dem Rundflug, nur hatte der Fotograf alles mit, bis auf eine Speicherkarte für seinen Kamera. Unabhängig davon habe ich etwas overdressed den Flug trotzdem genossen, auch wenn das Matterhorn natürlich ein wenig Wolken verhangen war. Dafür gibt es heute Fotos aus dem Zoo, denn ganz in der Nähe von Luzern befindet sich Tonis Zoo, klein aber dafür angenehm ruhig und nicht überlaufen, mit sehr gesprächigen Papageien, spuckfreudigen Lamas, verspielten Affen und verschmusten Stubentigern.

Verlinkt zu RUMS.


Fazit: Neuer Lieblingsschnitt, der eigentlich auch für das Pierrot Kleid geplant war, wenn der Ausschnitt weniger tief gewesen wäre.

Änderungen: Etwas mehr Weite an der Taille

Schnitt: Beyer Mode 5/1960

Material: Waxprint von Karlotta Pink kostenlos zur Verfügung gestellt. Und passend zum Stoff des Kleides gibt es diese Woche 15% Rabatt auf alle Waxprint. (Je nach Versandland also hier ab nach Deutschland & Schweiz – damit der Stoff schneller da ist)

Zeit: ca. 2 Wochen


2 Gedanken zu “Vintage & Waxprint – Ein Besuch im Zoo

  1. Das ist ja ein geniales Kleid – die Kombination aus Vintage-Schnitt und Stoff hat eine tolle Wirkung! Bis jetzt habe ich Waxprint immer links liegen lassen, aber Deine Kreationen daraus sind einfach großartig!

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