Up and Down – Das Winter Sixties Kleid

Kleid 02/2014 #112 Burda 112-022014-DL Karlotta Pink Handloom 60s Vintage Grün Nähblog Creating Couture Embellishment

Jeden Donnerstag gibt es jetzt bis Weihnachten ein Modell exklusiv aus einem Karlotta Pink Stoff genäht. Denn als ich gefragt wurde, ob ich denn nicht noch ein paar Stoffe für Karlotta Pink vernähen wollte, konnte ich mich nicht bremsen und war sehr inspiriert. Ich hatte ein paar gute Ideen und so gibt es einen kleinen Countdown auf Weihnachten. Den Anfang macht dieses grünes Sixties Modell.

Und nächste Woche gibt es was vom Stil ganz etwas anderes. Kurz gefasst

  • 4 Wochen
  • 4 Donnerstage
  • 4 verschieden Stile
  • 4 verschiedene Stoffe
  • 8 Schnitte

Kleid 02/2014 #112 Burda 112-022014-DL Karlotta Pink Handloom 60s Vintage Grün Nähblog Creating Couture Embellishment

Und warum der Titel Up and Down? Manchmal läuft es ganz ohne Probleme beim Nähen und schon ist man fertig mit dem Modell. Bei diesem Kleid überfielen mich kurz bevor es fertig war Zweifel, irgendwie sah es meines Erachtens seltsam aus. Und so kam es, dass ich das fast fertige Kleid wieder beinahe komplett aufgetrennt habe. Die Ärmel, die Weite, die Lockerheit des Schnittes nichts konnte überzeugen. Der Schnitt war auch um Welten zu groß. Eine 34 statt der 38 hätte gereicht. Es basiert übrigens auf einem Burda Schnitt aus der Ausgabe 02/2014 Kleid Nummer 12. Nur ohne Volants, kürzer und mit runden statt eckigen Ausschnitt.

Die einzelnen Stränge
Vor dem Flechten

Das einzige von dem ich von Anfang bis Ende komplett überzeugt war, war meine geflochtene Halsdekoration. Die Inspiration für das Flechtwerk habe ich mir aus dem Buch Creating Couture Embellishments geholt. (Es ist nicht ganz günstig, aber eines meiner neuen Lieblingsbücher. Ich möchte da eigentlich alles nacharbeiten.) Jedenfalls habe ich die überzogenen Kordeln genauso wie in meinem Tutorial für dünne Träger genäht. Statt einer dünnen Schnur habe ich eine Kordel verwendet, die überzogen wurde und nicht – wie bei den Trägern – nach dem Umdrehen entfernt wird. Was natürlich Sinn machen würde, wären die Stoffe im schrägen Fadenlauf zuzuschneiden. Nur hatte ich bloß eine Stoffbreite von 20 cm zur Verfügung und das wäre eine mühsame Flickerei geworden. Erfreulicherweise hat es mit den Stoffbahnen im geraden Fadenlauf gut funktioniert. Leider verstand ich die Anleitung zum Flechten nicht auf Anhieb, im Nachhinein fragte ich mich nur wieso, es ist doch total logisch …

Der Verschluss im Rücken, kam spontan dazu weil das Flechtwerk ca 5 cm zu kurz wurde. Ich hätte entweder an den einzelnen Strängen anstückeln können oder mit weniger Strängen flechten können, dadurch wäre das Flechtwerk schlanker und länger geworden, aber ich finde die etwas breitere Fasson mit den vielen Grüntönen – bei der Auswahl der Farben habe ich mich ganz auf Ines von Karlotta Pink verlassen. Inzwischen kennt sie meinen Geschmack und hat ein tolles Gespür für Farbzusammenstellungen. – macht das Ganze erst aus. Jedenfalls versuchte ich mich an Verschlüssen spontan spät Abends und gleich beim ersten Versuch wurden die beiden Teile richtig hübsch. Jetzt geben sie dem ganzen noch das gewisse Etwas.

Das Flechtwerk ist nicht fix ans Kleid genäht, sodass man es leicht abnehmen und eventuell gegen andere (noch nicht vorhandene) passende Krägen oder ähnliches austauschen könnte. Nur an den Seitennähten habe ich das Flechtwerk mit zwei Sicherheitsnadeln fixiert, damit alles schön an Ort und Stelle bleibt. Das Kleid ist somit auch pflegeleichter.

Die doppelte Absteppungen am Saum sind rein der Faulheit geschuldet. Denn ich habe den Saum sehr breit eingeschlagen, damit er etwas Gewicht erhält und mein Kantenlineal liess sich nicht weiter rausziehen und ganz ohne Führungslineal kann ich bei soviel Abstand keine geraden Nähte nähen.

Und wie kam es, dass ich das Kleid, das übrigens – wie bei einem solchen Schnitt zu erwarten war – super bequem ist, doch noch fertig genäht habe? Das ist allein Mama zu verdanken, der Styling und Accessoire Chefin. Sie verpasste mir die getupften rostroten Strümpfe  und es wirkte gleich so anders, um Welten besser, sodass ich mich dazu entschied, das Kleid, wie ursprünglich geplant, wieder zusammenzunähen. Noch nebenbei erwähnt: das Kleid ist komplett gefüttert, was wunderbar zu tragen ist und das Kleid auch für die kühlen Monaten tragbar macht (ein Farbtupfer in all dem vorherrschendem Grau und Schwarz).

Das Nähevent in Luzern, wo die Fotos entstanden sind, war gut besucht. Darum fotografierten wir nur wenig direkt am Stand von Karlotta Pink, den Rest im ruhigerem Stiegenhaus des Veranstaltungshauses. (Ich selber habe mich aber ganz brav zurückgehalten und mir nur Stoff für ein Dirndl gekauften.)

Verlinkt zu RUMS und nicht vergessen: nächste Woche geht es weiter.


Fazit: es ging rauf und runter mit den Gefühlen, nur das Flechtwerk rettet mich vor dem absoluten Nähtief. Der Schnitt wird eindeutig nicht mehr genäht. Und Arme zu hoch heben ist auch ein Nogo, außer ich möchte meinen Po präsentieren. Aber nach all dem Drama mag ich das Kleid wieder sehr.

Änderungen: 34 statt 38 hätte genügt, kürzer, keine Volants, der eckige Ausschnitt wurde in rund umgewandelt.

Schnitt: Burda 2/2014 Kleid #112

Material: mehrere grüne Handlooms von Karlotta Pink DE & CH kostenlos zur Verfügung gestellt.

Zeit: länger als notwendig

Burda 112-022014-DL


17 Gedanken zu “Up and Down – Das Winter Sixties Kleid

  1. Ich finds supersüß auch wenns mir zu kurz wäre. Mir ein Rätsel wie du das hinbekommen hast mit diesen dünnen Kordeln. wunderschön die Flechterei!

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  2. Hat dies auf Madame Flamusse la Fluse rebloggt und kommentierte:
    Kuckt mal, was für ein Träumchen. die Karlottastoffe finde ich auch toll. Bis jetzt kenne ich sie nur aus dem Internet, aber da möchte ich schon sehr gern mal etwas bestellen. einfach tolle Textur und Farbe wie man auf den Fotos sieht.

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  3. Wow, das Kleid, inklusive Farbe, erinnert mich an meine Jugend. Da hatte ich ein ähnliches mit Trompetenärmeln. Es ist dir wunderbar gelungen.Bbesonders das Flechtwerk ist ein richtiger Hingucker. Nun bin ich gespannt auf nächste Woche!!!
    Ich habe euch übrigens für den Versatile Blogger Award nominiert und würde mich freuen, wenn ihr teilnehmt. Den entsprechenden Link findet ihr hier:
    https://renisoddsandsods.com/2017/11/24/the-versatile-blogger-award/
    LG und weiterhin gutes Gelingen
    Reni

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  4. Dein Kleid ist Wahnsinn! es hat mir sofort und auf Anhibe unglaublich gut gefallen! alles stimmt in sich und ist wie für dich gemacht. du sihest darin so toll aus!
    die ganze arbeit mit dem zopf ist auch wahn-sinn! tolles effekt und verlieht dem kleid eine couture-note!
    bzgl. grösse… hättest du mich gefargt:-)hätte ich dir sagen können. bei burda lese ich immer bei der russen-burda-seite. da schreiben die mädels zu den jeweiligen modellen,was da zu zu tun ist. bei diesem shcnitt sagten viele zu anfang,dass es zu weit ausfällt. die nachfolger-modelle kamen schon mit den änderungen.

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    1. Mal wieder warum auch immer im Spam gelandet.

      Herzlichen Dank und so viel Aufwand war der Zopf nicht. Einmal alle Kordeln überzogen ging es ganz schnell.
      Das es in Bezug auf Burda Sinn macht auf die russische Seite zu gucken hab ich schon gemerkt. Ich kann es zwar nicht lesen, aber wenn man kein genähtes Beispiel findet, sollte man lieber den Finger vom Schnitt lassen.
      So rein theoretisch könnte man den Schnitt vorher ja auch ausmessen.
      Lg Sabine

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  5. Ich habe auch schon die ganze zeit den finger am Abzug, um mir diese stoffe mal zu bestellen!!!! Ich finde das kleid mega cool!!! Dein styling sowieso… hast mich schon oft beeindruckt! Danke für den Hinweis, da ich sonst mehr am Mittwoch unterwegs bin – schaue ich doch auf jeden Fall bei dir vorbei (mach ich eh) und bin gespannt was du bis weihnachten noch zeigst!!! Ganz liebe grüße, Sarah…

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    1. Als ich kann die Stoffe nur weiterempfehlen, meine WKSA Bluse nähe ich auch aus Handloom, einfach weil der Stoff so schön weich ist und durch die unterschiedlichen Kett und Schussfäden, als auch die nicht total gleichmäßige Färbung, wirkt die Farbe sehr lebendig, wirkt auch teils changierend, nicht nur grün und fertig.
      Im Moment wäre ja der ideale Zeitpunkt nachdem ja ein paar der Stoffe in Aktion sind.
      Und ich kann nur sagen ich hab noch ein paar tolle Stoffe/Modelle in Petto bis Weihnachten.
      Lg Sabine

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