
Manchmal gibt es Stoffe, die finde ich wunderschön, das Muster gefällt mir, die Farben, der Fall und trotzdem bringe ich nichts Schönes zusammen. Ich nehme den falschen Schnitt oder der Stoff gefällt mir mit dem Modell fertig vernäht doch nicht so, kommt nicht zur Geltung usw. So ist es auch mit diesem Viskosestoff passiert. Er stammt aus dem Schrank meiner Mutter. Von den Häschen war ich begeistert, der Stoff fällt sehr gut, die dunklen Farben sprachen mich an. Nur hatte er das Pech mir gerade in einer heißen „alles für Dirndl-Phase“ in die Hände zu fallen. Sofort erkannte ich das Potential daraus eine Dirndlschürze zu nähen ( mehr hier). Dann schied das Dirndl aus, weil ich Tupfen nicht so mag und mich auch schon etwas alt dafür fühle, zudem das Grün nicht ganz meines ist. Aber die Schürzen behielt ich für etwaige andere Dirndlkleider. Die eine oder andere fand tatsächlich wieder einen Einsatz als Schürze. Manche verwandelte sich in Polster oder kam als Bluse zu neuen Ehren, oder wanderte in die Stoffkiste. Jedenfalls entschied ich aus dem Häschenstoff eine Sommerbluse zu nähen. Die erste Variante hatte einen andersfarbigen Stoffstreifen als Einsatz am unteren Ende. Ich weiß gar nicht mehr, wie der aussah. Offensichtlich aber nicht gut, denn wenig später trennte ich ihn ab und nähte den Rest einfach zusammen. Das Problem dabei: Die Bluse war sehr kurz. Außerdem habe ich die Bluse erneut nach einem gekauften Modell nachgenäht. Hier ist der Ausschnitt recht groß, wird aber mit Kordeln nach Belieben zusammengezogen. Das macht die Bluse natürlich noch kürzer. Tatsächlich war dieser Blusenschnitt eine zeitlang mein Lieblingsschnitt. War. Mittlerweile gar nicht mehr. Die Kordel zum Zusammenziehen gab es allerdings schon lang nicht mehr.

Im Sommer hat Sabine mit mir den Schrank durchsortiert. (Ein herrliches Gefühl!) Die Bluse durfte bleiben. Weil ich den Stoff mag. Nur sie funktionierte nicht so, wie ich mir das wünsche. Ich trage zwar überwiegend High-waist Hosen, bin aber nicht an einem bauchfreien Look interessiert, was bei der Kürze bei jeder Bewegung passiert… Nachdem sie jetzt den Rest des Sommers immer sichtbar vor mir hing, fand ich endlich eine neue Lösung. Verlängern war klar, aber womit war das Problem. Ziemlich lange habe ich mit dem Gedanken gespielt die Bluse mit schwarzer Spitze zu verlängern. Die Frage war nur: würde mir das gefallen? Außerdem waren meine Spitzen nicht breit genug. Also hätte ich Spitzenstoff verwenden müssen. Kitzelt das dann? Und krieg ich das hin, sodass es nicht nach Faschingskostüm aussieht? Heute vormittag hatte ich grade so eine Stunde Zeit. Und auf den Tisch lagen verschieden Jerseyreste von einer anderen Arbeit. Dabei auch der Rest meines Drei Meter Jersey Projektes – (das sich mittlerweile in andere Kleidungsstücke verwandelt hatte). Das Besondere: die schön gekräuselte Kante. Und -welche Freude- der Streifen war breit genug. Also erhielt die Bluse eine Verlängerung. Festgenäht ist der Streifen an der oberen Nahtzugabe der Verlängerung. Die Saumenden hängen ein Stück frei. Damit sieht es noch mehr nach Lagenlook aus.



Das gefiel mir schon recht gut. Nachdem ich aber die verlängerte Bluse anprobiert hatte, fiel mir der weite Ausschnitt ungünstig auf, genaugenommen das Problem mit den Trägern von BH und Unterhemd… Das brachte mich auf die Idee es mit eingesetzten Keilen zu versuchen. Käthi, Sabines Freundin, hat so etwas sehr schick bei einem T-Shirt genäht. Meine Version fiel etwas weniger elegant aus, auch in der Ausführung. Aber es funktioniert.
Ich habe der Schneiderpuppe die Bluse angezogen und in etwa passende Halbkreise zugeschnitten und daruntergesteckt. Auf dem Foto sieht man, dass die Kreise viel flacher ausfallen hätten können. Aber ich bin ein Meister im „knapp daneben“. Deshalb ging ich auf Nummer sicher. Festgenäht sind die Teile genau in der Naht des Halsabschlusses. Zuletzt habe ich den Überstand abgeschnitten. Verwendet habe ich auch diesmal ein Stoffstück, das für das ursprüngliche Modell, (den Rock des drei Meter Jersey Projektes), bereits für einen Gummizug umgenäht war. Darum die doppelte Naht.



Fazit: Bin schon sehr gespannt, wie der Praxistest ausfällt! Dieses Modell und viele andere schöne Ideen findest du bei MMM.
O.k., Deinen Verlaengerungstrick musste ich selbst auch schon etliche Male anwenden, da ein echtes ‚Lagen-System‘ im ‚Temperatur-Rahmen‘ meiner Umgebung (wie auch die eigene/’hausgemachte‘ hohe Temperatur = genannt „Wechsel-Jahre/Menopause“ ?) wirklich nicht fuer mich akzeptabel ist. Wenn ein ‚gewisser Amerikaner‘ nicht staendig hitzkoepfige Besitzansprueche an ein bekanntes nordisches Land stellen wuerde, waere gerade DIEses (Land) naemlich bald guenstiger fuer mich: braeuchte bald auch keine anderen Klamotten (als hier) und Heizkosten entstuenden in meinem Haushalt eher wenig ^^!
Was mich aber wirklich als Neu-Trick umhaute d.h. mir grossmaechtig imponierte: Dein Ausschnitt- aka Unter-Kamisol-Trick an den Schultern. Aaaalle Daumen (und grosse Zehen ;-) !!!) bewundernd hoch!
Mm: tragen, tragen, tragen, da gut gelungen!
LG, G
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