Farbpaletten in der Malerei- George Catlin

Der US-Amerikaner George Catlin war Maler, Autor und Kenner der Native Americans. Er lebte von 1796- 1872. George Catlin war das fünfte von 14 Geschwistern. Ursprünglich wurde er zum Juristen ausgebildet und praktizierte auch mehrere Jahre als Anwalt. Aber seine Begeisterung für die Malerei war so groß, dass er beschloss sie zu seinem Beruf zu machen. Er studierte an der Philadelphia Academy. 1824-1829 arbeitete er als Porträtmaler in Philadelphia und New York.

Spearing by Moonlight – Chaco, George Caitlin, 1854/1869, National Gallery of Art

Danach unternahm er verschiedene Reisen in den Westen zu Gebieten der Nativ Americans um die unterschiedlichen Völker kennenzulernen. Dabei entstanden viele Landschaftsskizzen, Bilder und Porträts. Zudem interessierte er sich sehr für ihre Kultur und Gebräuche.

Am 25. September 1837 eröffnete Catlin die erfolgreiche Indian Gallery in der Clinton Hall in New York. Gleichzeitig gab es auch Shows in denen zuerst Weiße, später Native Americans verschiedene Rituale zeigten. Diese Shows zeigte er auch in Europa. Nach dem Tod seiner Frau beendete er dieses Unternehmen.

1841 publizierte Catlin seine „Letters and Notes on the Manners, Customs, and Condition of the North American Indians“ (dt.: „Briefe und Notizen über die Sitten, Gebräuche und Lebensumstände der nordamerikanischen Indianer“) in zwei Bänden mit über 300 Stichen, das zu einem seiner bekanntesten Werke wurde. In Ermangelung von Unterstützung in Amerika musste er sein Werk auf eigene Kosten in London drucken lassen.

Im Jahr 1841 schrieb er über seine Zeit in St. Louis:

„Ich habe eine große Menge dieser Wilden gesehen. Ich habe große Mühen, Schwierigkeiten und Gefahren auf mich genommen, sie zu besuchen, durfte aber viele angenehme Erfahrungen machen. Als ich mit ihnen unterwegs war, habe ich ihre freundlichen Hände geschüttelt, die noch nie durch die Berührung mit Geld verunreinigt wurden oder die der Geldbeutel fest im Griff hatte; ich wurde immer freundlich in ihre Wigwams aufgenommen und konnte stets unversehrt in ihrem Gebiet reisen. Und wenn ich voreingenommen gesprochen habe, wird der Leser wissen, in welchem Rahmen dies für mich erlaubt ist als Fürsprecher dieses Volkes, das mich freundlich behandelt hat, dem ich mich verpflichtet fühle und das keine Möglichkeit hat, für sich selbst zu sprechen.“

Der Großteil seiner Werke ist in der Catlin Gallery of the Smithsonian American Art Museum, Washington, D.C. ausgestellt. Etwa 700 Zeichnungen befinden sich im American Museum of Natural History in New York.

Das von uns ausgewählte Bild zeigt eine spezielle Form des Fischens, eine Speerjagd bei Mondlicht. Die Farbigkeit ist sehr reduziert. Es dominiert das Blaugrün des Himmels und des Wassers und der fast schwarze Wald. Erst beim genaueren Betrachten erkennt man die Kanus am Fluss und erahnt das Geschehen. Man kann die Stille und Konzentration, die zum erfolgreichen Jagen nötig sind, richtiggehend spüren.

Diesmal wollte ich ein Flächenmuster gestalten. Ursprünglich wollte ich weben, aber das war mit den Farben schwierig. Also entschied ich mich dazu auf einen Stoff, der farblich ziemlich gut die dominierende Farbe des Bildes spiegelt, mit Wollfäden zu sticken. Inspiriert war ich aber von Webmustern. Es gibt die relativ einfache Möglichkeit beim Weben kurze, kontrastfarbene Fäden händisch einzulegen, um damit das Webmuster zu bereichern. Beim Sticken verteilen sich die Fäden (bei mir) eher unregelmäßig und etwas freier. Meine ersten Versuch fiel recht düster aus. Aber dann fand sich doch noch ein passender blaugrüner Farbton unter der Wolle, um dem Ganzen etwas mehr Helligkeit zu geben. Beim oberen Beispiel habe ich kurze Fadenbüschel eingezogen (ca 4cm) und die Enden mit einer feinen Drahtbürste (eigentlich ein nie verwendete Wildlederbürste) aufgebürstet. Bei der zweiten Variante sind nur Einzelfäden von unterschiedlich starken Wollen eingestickt. Dazwischen habe ich rote Punkte mit dem Knötchenstich eingefügt. Das eingestickte Blau wirkt auf dem Foto leider etwas schriller, als es in Wirklichkeit ist.

Mein nächster Versuch zeigt eine Gobelinstickerei mit Wolle.Ich entschied mich für den Pariser Stich. Das Ebenmäßige der Gobelinstickerei passt recht gut zur ruhigen Stimmung des Bildes. Natürlich ist es auch etwas leichter bei Stickgarnen den richtigen Farbton zu finden.

Aber irgendwie ließ mich die Sache nicht los und ich probierte es ein weiteres Mal mit Stickerei auf Stoff. Diesmal etwas anspruchsvoller in der Gestaltung. Unterschiedliche Blaugrünnuancen sind mit Hilfe der Couching genannten Technik aufgestickt. Die Formen sind eher vegetativ. Die Akzente in Weiß und Rot ganz klein.

Wenige Farben sind oft leichter zu handhaben. Dafür ist es nicht immer so leicht den richtigen Farbton zu treffen. Zumindest habe ich mich im passenden Farbumfeld bewegt, auch wenn die Farbschattierungen etwas abweichen. Gleichzeitig war es mein Wunsch die ruhige Atmoshäre des Bildes in meinen Arbeiten spürbar zu machen.


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