Gefilzte Mäuse

Nachdem das mit den Teddys so lustig war, dachte ich mir morgens beim Aufwachen: Ich mache eine Maus. Von Mäusen habe ich eine sehr gute Vorstellung, begegnen sie mir ja regelmäßig im und außer dem Haus, manchmal in Teilstücken, das war dann eine Katze, oft recht lebendig, das war Zufall, Twinni oder eine Katze… Unbestritten: schöne Tiere. Die Einstellung dazu von Mensch und Tier ist unterschiedlich. Aber grundsätzlich gilt: draußen sind sie mir lieber als drinnen. Jedenfalls sind sie recht rund geformt, das dürfte nicht allzu schwierig sein. Außerdem gibt es im Buch eine Anleitung dazu. Hier sind es allerliebste Märchenmäuse mit Schals und Pullis oder Ballettröckchen, so wie wir Mäuse aus Geschichten wie dem Brombeerhag kennen.

Zuallererst gestaltet man einen ovalen Körper. Dann kommt der Kopf. Da wird es schon etwas kniffliger, wegen der Ohren und dem Gesicht. Sabine filzte ihre Maus aus weißer Wolle. Ich wollte unbedingt graubraunes Schafwollvlies versuchen, von dem ich noch Unmengen habe… Jedenfalls hatte ich schon bald das Gefühl, dass meine Maus eine Opamaus wird. Vielleicht lag es an der Farbe oder der Derbheit der Wolle. Sabines Maus wirkt glatter mit eleganten Formen… Dann kamen die Ohren! Etwas zu groß geraten bei mir, naja. Dafür erhielten sie hellere Innenseiten. Das mit den Augen und der Nase hatte auch so seine Tücken. Und irgendwie war mein Anspruch an die Belastbarkeit der Nadeln zu groß. Mir brachen zwei ab. Aber besonders lustig fanden wir die aufgefilzte Kinnpartie… Meine Maus erhielt noch Schnurrhaare aus feinem Draht. Sabine hat sie witzig zurechtgeknickt. Sie selber konnte sich noch nicht so recht entscheiden, wie sie ihre Maus weitergestalten würde, daher erhielt sie zum Fotografieren einen, von ihr gefilzten, Lolli (Ein Testversuch aus dem Bastelset.)

Für die Beinchen wird Draht durch die Figur geschobenen. Anschließend werden sie mit Wolle umwickelt und festgefilzt. Unser Draht (Blumendraht) war vielleicht etwas fest. Da kann man sicher noch nach dem idealen Material suchen. Dafür stehen unsere Mäuse prima. Den Schwanz habe wir mit etwas weicherem Draht gemacht. Auch er wird umwickelt. Sabine hat die Anleitung ordentlich gelesen (ich nicht). Gewickelt wird vom Körper weg bis zum Ende der Gliedmaßen und zurück. Zu Beginn und am Ende kann man die Wolle dann gut am Körper festfilzen. Danach kann man noch extra Oberarme und -schenkel gestalten. Jetzt hat die Maus eigentlich schon ihre endgültige Form. Zum Pullover häkeln oder stricken fehlte uns schlichtweg die Energie. Aber ich ging hinauf ins Arbeitszimmer um irgendein passendes Material für einen Schal zu finden, etwas männliches, wenn möglich. Ein Stück fester Jersey dient meiner Maus als Schal. Sabine sagte: Oh, eine Weihnachtsmaus! Dabei dachte ich an einen Fussballfan. Das kann jetzt jeder interpretieren, wie er möchte.


Fazit: Einfach unterhaltsam. Leise, unkompliziert, man braucht wenig Platz… Außerdem kann man sich dabei unterhalten! Und es entstehen so unterschiedliche Typen.

Material: Wollvlies, Draht

Buch: Needlefeltig for Beginners/ How to sculpt with Wool von Roz Dace und Judy Balchin, erschienen 2020 im Verlag Search Press, Softcover 128 Seiten, durchgehend farbige Fotos, Format 20,5cm x 26cm, ISBN 978 1 78221 734 3

Jedenfalls fanden auch Kater und Hund interessant, wie wir die kleinen Wolldinger so wichtig herumstellten, um die idealen Fotopositionen zu finden…


Kommentar verfassen.

Diese Seite verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden..