Lieblingsbluse nachgenäht oder wie ein Kleid in afrikanischer Batik entstand

Elefanten6

 

Bei meinem letzten Besuch bei Karlotta Pink, der schon viel zulange zurückliegt, habe ich 80cm von einem violetten Baumwollstoff mit weißen und zyclamfarbenen Elefanten gekauft, Batik aus Afrika, von einem Frauenprojekt. 80cm ist nicht sehr viel, aber ich wußte noch so gar nicht was daraus werden würde… Dann habe ich daraus meine Lieblingsbluse nachgenäht und das Original sieht so aus:

Das könnte ein Nesselmodell sein, nicht wahr? Ich habe die Bluse mit anderen Alttextilien erhalten. Meist probiere ich die Sachen, die meine Größe haben, an und entscheide, ob ich es gleich so anziehe, zum Upcycling aufhebe oder weitergebe. Es ist eine Leinenbluse und sie hat einen interessanten Schnitt: Vorder- und Rückenteil sind deutlich tailliert und relativ tief ausgeschnitten. Würde man den Auschnitt originalweit belassen (ohne einhalten), entstünden überschnittene Schultern. Es gibt kleine, kurze Brustabnäher, die ich aber beim Nachnähen weglasse. Den Ausschnitt kann man dank eines Bandes verändern, durch ein mehr oder weniger starkes Zusammenziehen legt sich die Bluse schön über den Körper und der Ausschnitt wird kleiner. Das Band schlüpft durch zwei Knopflöcher heraus, die ca 3cm Abstand voneinander haben. Kleine Miniärmel ergänzen das Design. Ich habe keinen Schnitt für diese Bluse, obwohl ich sie schon viermal genäht habe.

Ich lege immer mein Leinenoriginal auf den Stoff und schneide zu. Wer es sorgfältig macht zeichnet die Konturen mit Schneiderkreide nach. Man kann die Ärmel direkt anschneiden oder extra zuschneiden, es funktioniert beides. Bei meinen Blusen gibt es (stoffbedingt) manchmal eine Rückennaht, wie hier, manchmal eine Knopfleiste oder innen andersfarbige Besätze, zum Beispiel Schrägbänder. Der Besatz innen ist im Original sehr schmal, vielleicht 1,2cm. Bei mir ist der Besatz immer mindestens 1,5-2cm (Fertigmass). Auch mein Stoffband ist breiter als das nur 0,5cm breite Originalbänchen, ich habe bei anderen Blusen Kordeln eingesetzt. Statt der Knopflöcher könnte man genauso Ösen einschlagen. Es ist eine Bluse für minimalen Stoffverbrauch.

Weil der Stoff auch meinem Mann sehr gut gefiel (für ein Hemd), habe ich großzügig Stoff nachgekauft, nur das mit dem Hemd war so eine Sache…Würde er es jemals tragen? Darüber habe ich gewissermassen ein Jahr nachgedacht und jetzt entschieden einen Rock zur Bluse zu nähen. Die Bluse habe ich schon oft getragen und gewaschen, der Rock ist jetzt eine schöne, neue Ergänzung. Beides zusammen wirkt wie ein schickes Kleid.

Der Rock besteht aus drei violetten Elefantenreihen, das war mein Orientierungsmaß, er ist 72 cm lange und hat oben einen dreifachen Gummizug, der Bequemlichkeit zuliebe. Mehrere Reihen Gummizug sind technisch nicht notwendig, aber sehen schöner aus. Aus dem Reststück habe ich zwei extra große Taschen genäht. Sie sind an der Naht des mittleren Stoffteils angesetzt. Man hätte sie natürlich auch gleich zwischenfassen können beim Zusammennähen der drei Rockteile. Aber die Taschenidee kam mir erst später. Der Stoff ist 115cm breit und ein Elefantenrapport ist ca. 15cm.


Fazit: Es ist typisch für mich, so simple Modelle, mein ich. Aber das ist eine einfache Möglichkeit „Kleider“ zu nähen, die die figürlichen Schwankungen ausgleichen können und sich gut mit anderen Kleidungsstücken kombinieren lassen, Hosen, andersfarbigen Bluse oder Pullover zum Beispiel. Meine Mutter schwärmte geradezu von ihren „Zweiteilern“und meine „Kleider“ bestehen auch fast alle aus zwei Teilen. Die Oberteile verschwitzen bekanntlich leichter und müssen daher öfter gewaschen werden, der Rock nicht. Umweltschonend und clever!

Stoff: afrikanische Batik gekauft bei Karlotta Pink

Kleid Lilaelefant afrikanische Batik Karlotta Pink11


5 Gedanken zu “Lieblingsbluse nachgenäht oder wie ein Kleid in afrikanischer Batik entstand

  1. Tolle Kombination, gut überlegt, bestechend einfach umgesetzt und sehr, vielseitig. Ja, ich habe auch Schnitte, die ich immer wieder nähe, gerade weil sie so simpel und vielseitig sind. Ein sehr schöner Sommerblusenschnitt, den du dir da ausgeguckt hast! Wäre das auch etwas für deine Blaudruckstoffe, du suchtest doch dafür noch nach Schnittmustern? Du könntest auch so eine Bluse mit eine deiner weiten Hose kombinieren und hättest dann einen Fakeoverall. Oder du nimmst eine helle Bluse und und kombinierst dazu eine gemusterte Hose aus Blaudruckstoff, dann geht der Blick nicht auf deine Beine, sondern zur hellen Bluse … HG ellisschneiderfee

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    1. Gute Tipps, danke, in Blaudruck habe ich den Schnitt tatsächlich noch nicht genäht und die Idee mit dem Fakeoverall gefällt mir sehr ganz besonders. Danke nochmals, ich plane schon… Liebe Grüße Silvia

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  2. Solche Blusen mit oben Band oder Gummizug (bei mir heißen sie „Carmenshirts“ mag ich supergern, ich finde, die schmeicheln. Und ich mag die Ausschnittform. Leider habe ich keine Vorlage, bin daher noch auf der Suche nach einem passenden Schnitt. Hm, wenn ich wirklich eine nähen wollte, könnte ich direkt mal Dr. Google anwerfen? (Oder Ecosia, die pflanzen Bäume.) Oder warte: Ich glaube in einem unaufgearbeiteten Stapel könnte sich sowas verbergen… Danke fürs Vorstellen und Inspirieren! lg, Gabi

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