rrr-Respekt

Seltsamer Titel? Seltsam, das Verhalten, würde ich dagegen halten. Welches? Aber fangen wir von vorne an. In den Petersilien-Redaktionssitzungen, ja sowas gibt es tatsächlich- wir sind ein Team, diskutieren wir natürlich oft auch Randthemen. Diese sind nicht unbedingt aktuell für den Blog, wären aber eines Beitrags würdig oder es sind einfach Statements oder Meinungen von anderen Blogs oder sonstigen Internetnutzern, die irritieren, überraschen oder nachdenklich machen. Sabine erzählte mir z.B. , dass manche DIYer der Nähszene, nachdem sie das Selbernähen für sich entdeckt haben, der Meinung sind nur und ausschließlich Selbstgenähtes sei wertvoll, und sich möglichst rasch vom „bösen“ Gekauften trennen. Das findet sie nicht richtig. Hier möchte ich beginnen.

Dass wir an einer akuten gesellschaftlichen Schieflage leiden, drängt sich mittlerweile zwingend auf, wenn man nur mit offenen Augen durch eine Strasse geht oder, wie ich hier täglich, durch eine landwirtschaftlich genutzte Landschaft. Die zwei typischen Bilder die man sieht: in der Stadt: graugekleidete Menschen mit geneigten Köpfen auf’s Handy blickend, am Land: einheitsgrüne Wiesen mit Kühen auf einer Weide, die kein Futter für Insekten bietet. Unser größtes Problem sind wir selber, wie wir denken, leben, wonach wir streben, damit meine ich wir, die „Industriegesellschaft“. Wir haben eine Menge Probleme geschaffen, die wir nicht so leicht in den Griff kriegen werden, weil wir den falschen Weg weiterverfolgen. Auf Textilien bezogen: Rohstoffe abbauen/erzeugen, herstellen, einkaufen, anziehen, wegwerfen. Das Wegwerfen ist unser Hauptproblem. Niemand will den Abfall haben- China hat die Einfuhr von Altplastik verboten, seit Januar 2019 gilt das auch für Elektroschrott. Ich bin vom Nähen und Kleidung ausgegangen und möchte diesen Aspekt auch weiterhin in den Fokus rücken.

  • Die Textilindustrie rangiert nach der Erdölindustrie als Umweltverschmutzer an zweiter Stelle.
  • Die Baumwollproduktion verwendet 25 Prozent aller weltweit eingesetzten Pestizide.
  • Es gibt 450 Zertifizierungen für Textilien, kennst Du Dich da aus?
  • Rohstoffe gehen aus bzw werden durch Recyclieren immer schlechter

Seit vielen Jahren werden Auswege gesucht, eine Möglichkeit davon ist die Kreislaufwirtschaft. In der Natur gibt es keinen Abfall, jeder Gärtner kennt das: Kompost/Abfall ist gut/nötig(!!) für den Boden! Aber dieses Cradle-to-cradle Prinzip braucht eine Menge Voraussetzungen, es gibt kein Halb, es gibt keinen Grenzwert (für Chemikalien), es braucht andere Chemie, andere Farbstoffe, reine Rohstoffe, kein Mix, keine 50%BW 50% Polyester usw. Das ist die eine Seite und jetzt komme ich zu den „R“im Titel. Reduzieren/ reduction, reparieren/repair, wiederverwenden/reuse und mein viertes R, das uns allen abhanden gekommen ist: Respekt. Respekt vor der Natur, vor den Tieren, Pflanzen, Menschen und vor den Dingen. Wir schätzen sovieles nicht mehr: Loch im Hemd oder ein fehlender Knopf? Weg damit…Aber wenn man bedenkt wieviel Arbeit es ist, eines zu nähen. Und unter welch enormen Zeitdruck die NäherInnen arbeiten müssen, denn: das Einpacken eines T-Shirts dauert 7 Sekunden (und darf nicht länger dauern!!! Sonst ist die Arbeiterin zu langsam und ein Entlassungskanditat).

Wenn wir über Nachhaltigkeit sprechen, geht das für mich Hand in Hand mit Wertigkeit. Wenn man sein Produkt permanent verramscht, suggeriert man dem Kunden, dass es keinen Wert hat. Jürg Brändli (Textilrevue 30. April 2019)

Bekleidung ist noch keine indutrielle Fertigung, da fließt sehr viel händische Arbeit ein. Das sollte man wertschätzen, selbst wenn die Ware vom Fließband kommt, muss irgendjemand den Sitz der Knöpfe kontrollieren. Also, selbst wenn das T-Shirt gekauft ist, wenn es billig war, trag es doch solange es geht, vor allem, wenn es passt! Warum die Garderobe nicht mischen: Selbstgenähtes, Gekauftes, Secondhand, einfach die Dinge vereinen, die man mag…In Schweden gibt es sogar ein Einkaufszentrum, das sich komplett dem Handel mit recyklierten Produkten verschrieben hat: retuna.se. Einkaufen wird zum Stöbern und wer mag, kann sich in der DIY Werkstatt selber versuchen! Die Second Hand Geschäfte von Brockenhaus und Caritas in Luzern sind für mich und Sabine immer ein Fixpunkt bei meinen Schweizbesuchen.

Ein anderes Problem der Textilbranche ist das Timing: Im August und September wird Herbstware angeboten, obwohl alle in kurzen Hosen laufen. Bevor es noch geschneit hat, wird Winterschlussverkauf gemacht, usw. Wir Konsumenten sind bei diesem Spiel selbstverständlich auch mit von der Partie: Ich habe es immer nett gefunden, dass (bevor es noch richtig warm wurde) die Sommersachen Anfang Juli abverkauft wurden, da kam ich günstig zu einem Geburtstagsgeschenk für meine Schwester. Aber verrückt ist das alles trotzdem.

Es gibt Designer, die versuchen sich aus diesem rasenden Karusell der Mode auszuklinken, es gibt gute Ideen, es gibt engagierte Geschäftsleute…und es gibt immer mehr Billigware…

Was mich interessiert: wie siehst Du das? Ist das überhaupt ein Thema für Dich? Und- so ganz für Dich in Gedanken: wie stehst Du zu Deinen Klamotten, dem Inhalt Deines Kleiderschrankes? Den vielen Sachen, die ständig „kauf mich, kauf mich“ schreien?



15 Gedanken zu “rrr-Respekt

  1. Ich gehöre noch zu der Generation, wo es das Wort Wertschätzung gab. Ich habe meine Kleidung immer gepflegt und darauf geachtet. Habe Kleidung auch mehrere Jahre getragen. Man muss nicht ständig neu kaufen, und jedes Jahr mit der Mode laufen. Macht einen das zufrieden???? Wenn sich jeder einmal diese Frage stellen würde, würde wahrscheinlich nicht ständig „Billigware“ gekauft werden.
    Das ist die eine Seite, die andere Seite ist die, dass es nicht jedem gegeben ist nur „gute Kleidung“ zu kaufen. Denn der Geldbeutel spielt ja eine ganz erhebliche Rolle.
    Ich habe mir schon lange kein neues Kleidungsstück gekauft. Ich nähe sehr viel und natürlich gern, aber übereinander anziehen kann ich auch nicht. Der Kleiderschrank wird jedes durchgeschaut, und wenn ich Kleidung weitergeben kann, mache ich das.
    Ich stricke für Obdachlose und stricke für Frühchen.
    Habe gerade aus Stoffresten Polsterbezüge, Kissen und Wimpelketten für eine Schulbücherei in der Grundschule genäht.
    Aber es gibt noch viel mehr zu diesem Thema zu sagen, denn Nachhaltigkeit ist nur ein kleiner Teil in dieser Kette.

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    1. Das hast Du schön gesagt, dass es nicht jedem gegeben ist nur“gute“Kleidung zu kaufen, das ist mir völlig klar. Trotzdem bin ich schockiert, wenn man sieht wie brutal manche Leute mit den angebotenen Kleidern in Geschäften umgehen: Ein Stück fällt hinunter von den übervollen Kleiderständern? Keiner bückt sich-die schauen nicht mal hin!
      Auch ich kaufe Kleidung, sortiere Kleidung aus, auch Selbstgenähtes. Ich trage aber viel Second-Hand, besonders freut es mich, wenn ich etwas kriege, was ich nicht gerne nähen möchte.
      Nach allem, was Du mir erzählst bist Du eine Vielbeschäftigte Handarbeiterin, viel Freude weiter damit! Liebe Grüße, Silvia

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  2. Hmm, ich ‚kaue‘ jetzt an Deinem Post, bzw. EINEM Wort davon, nunmehr schon ueber 3 Std. herum.
    Vor ca. 2 1/2 Std. habe ich sogar einen Kommentar (jedoch ganz anderer Art) geschrieben aber als „Entwurf“ erst einmal bei mir ‚abgehangen‘. Zu diesem Zeitpunkt war mir allerdings selbst noch nicht bewusst, dass mich EIN Wort in diesem Deinen Post derart beschaeftigen wuerde, welches da das Wort „Respekt“ ist!

    Nach all dieser Gruebel-Zeit frage ich mich allerdings, WOher dieser kommen sollte/koennte ^^.

    1) In vielen Entertainment-Medien wird ’00‘-Respekt vor/fuer ein Menschen-Leben (fast!) geLEHRT ?

    2) Viele u/Politiker und noch mehr Wirtschafts-Magnaten erklaeren total disrespektvolle Aktionen ihrerseits fuer absolut berechtigt und/oder gar sinnvoll. ^^
    …straffrei oder zumindest ‚arg strafreduziert‘ zudem, wenn mal DOCH ‚allerwelts-menschlich‘ geahndet. Wobei: Strafen scheint es ohnehin fuer kaum mehr etwas zu geben, also: …. *

    3) Dann wundert man sich ueber die ‚Klein-Copy-Cats‘ dieser Welt und somit automatisch diese ganze Welt gesichert eine Welt OHNE Respekt ist/wird/bleibt ?
    Die ‚Mini-Verbrecher‘ sind schon diejenigen, welche Bonbon-Papier (& ‚Co.‘) aus dem geparkten Autofenster werfen, obwohl neben ihnen ein Schild an der Wand dies bei Strafe, aehem, ‚ab-empfiehlt‘.

    Liebe Gruesse mit noch immer ‚Kopfkratz‘ (ohne Laeuse**)
    G

    Uebrigends: ich bezweifle, dass ‚one size fits all‘ (= EINE Methode/’Glaube’/Weg) – ausser „Respekt“ in generell und alle(s) betreffend – eine All-Heil-Loesung ist/wird, denn der Ratten-Schwanz von neuen (Folge-) Problemen ist, aehem, seeehr lebendig: immerhin ist alles irgendwie miteinander verbunden sprich voneinander abhaengig.

    *Zudem: in (m)einem hoeheren Alter koennte ich mir „weiss-Gott-was-fuer-Verbrechen“ leisten, denn bis der Rechtsweg durchlaufen ist, hat mir vermutlich das ganz normale Alters-Ableben/-Sterben jede weitere Strafe erspart. Dies auch noch – besser als in jedem Altersheim – billigst mit gesichertem nicht selbst zu zahlendem ‚Food & Accomodation‘ (+ Arztkosten)?
    Zusammenfassung wohl: Yep, wir sitzen wohl wirklich gut im Dreck mit unserer hochkandidelten, vermeintlichen moralischen Sauberkeit ohne Respekt ?
    Wie ist das eigentlich gerade mit dem ‚Russischen (Ver)Fuehrer‘? Man werfe ab und an eine Bemerkung bzgl. seiner – angeblich (= nicht bewiesenen!) schlechten Gesundheit ein und damit wartet/erspart man sich (s)eine Abstrafung? Hmm, wird wohl auch – so wie einst unter Hitler – sein Volk noch sehr lange selbst nach (s)einem tatsaechlichen Absterben, Buse fuer seine Taten tun muessen /..\ \../

    ** Da wir gerade bei Tierchens sind, hier ein ‚heisser Gaertner-Tip‘ gegen Schnecken fuer Deine eigene naechste Garten-Saison: man flute den ganzen Garten und sammle die Kritters hinterher von der Hauswand ab, auf welche sie sich gefluechtet haben ;-) :-)
    Nachdem ‚Die Flutung‘ bei uns gerade absolut gratis – aber wirklich in ‚absolut nicht benoetigten‘ Mengen – von Mutter Natur geliefert wird, finden sich hier derzeit teilweise sogar die Menschen zusammen mit den Kritterchens gemeinsam gen jedweden trocken Flecken fluechten.

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  3. Respekt ist der höchste meiner Werte! Und wer noch nie ein Hemd genäht hat, weiß nicht, wie viel Arbeit ist. Schade, dass in unseren Schulen kaum noch Handarbeiten gelehrt wird, und auch in Familien viele Eltern es nicht (mehr) an ihre Kinder weitergeben (können).

    Mich persönlich interessieren die vielen Sachen, die „kauf mich“ schreien, nicht. Ich gehe seit einigen Jahren einfach nicht mehr dort hin, wo sie schreien. Seit ich angefangen habe, meine Kleidung selbst zu nähen, mag ich gar keine andere mehr haben. Weil ich mir meine (Kleidungs)welt so machen kann, wie sie mir gefällt: Material, Farbe, Muster, Schnitt – inzwischen hängen tatsächlich nur mehr Lieblingsteile in meinem Schrank! Darunter ein paar ältere gekaufte Stücke, die mir immer noch passen, und die ich immer noch sehr gern mag. Second Hand stöbere ich hin und wieder, wenn ich z.B. gerade sowieso bei der Caritas bin, um Sachen abzugeben. Aber ich finde dort selten etwas, das alle meine Kriterien (s.o. Material, Farbe, Muster, Schnitt) so perfekt erfüllt, wie das ein Kleidungsstück kann, das ich selbst angefertigt habe. Ich bin wirklich wählerisch geworden. Zunehmend auch, was die Herkunft der Stoffe betrifft, die ich verarbeite. Mein Schrank ist nicht übervoll, aber ich habe jedenfalls genug anzuziehen, und nur mehr selten das Bedürfnis nach etwas Neuem.

    Danke für deine Gedanken zu diesem so wichtigen Thema! Liebe Grüße, Gabi

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  4. Liebe Silvia, Du sprichst mir aus der Seele, das Thema beschäftigt mich sehr. Ich gehe kaum noch in Geschäfte, seit ich selber nähe, ich mach nur noch Window-Shopping zwecks Inspiration. Neulich im Urlaub waren wir an einem Regentag dann doch mal in Läden unterwegs, und es ist für mich schockierend zu sehen, dass wirklich ALLE Strickwaren, auch die teureren, komplett oder zumindest anteilig aus Polyester oder Acryl sind. Abgesehen davon, dass das immer neu produziert wird, ist für mich auch recyceltes Plastik in Kleidung inakzeptabel, da Mikroplastik ins Meer, in Lebewesen und letztlich auch unser eigenes Blut gelangt. Es gibt in Industrienationen niemanden mehr, der kein Plastik im Blut hat. Das ist respektlos der Welt gegenüber, die schließlich unser aller Heimat ist. Und wozu das Ganze, wenn doch, wie du schreibst, eh alle in grau rumlaufen? Warum gibt es eigentlich kein Gesetz, das Billigklamotten-Produzenten zwingt, ihren Sch*** wieder zurückzunehmen? Angesichts der Plastik-Mengen, die da in die Welt geworfen wird, ist der Verbot von Plastik-Trinkhalmen geradezu lächerlich, und der Aufschrei der Bevölkerung deswegen sowieso. Ich rege mich schon wieder auf, ich glaub, ich muss mal eine Petition starten, an das Thema „Textil-Unternehmen“ trauen sich die Politiker irgendwie nicht ran… Nachdenkliche Grüße, Anne Sophie.

    PS: Auch Gabi möchte ich mich anschließen, wer nie ein Kleidungsstück genäht hat, der kann vermutlich nicht sofort verstehen, dass eine Jeans für 20 Euro ein Skandal ist!

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    1. Es ist ein richtig „dickes“ umfangreiches Thema wir und unsere Kleidung, nicht wahr? Das mit den Strickwaren kenne ich auch: früher gab es im Winter noch reine Wollpullover (in einer Textilkette!) zu kaufen, das ist jetzt schon echt schwer bis unmöglich. Das trifft mich besonders hart, da ich so gar keine Strickerin bin…Das mit dem Plastik im Blut schreckt mich, aber ich kann es mir vorstellen, es ist ein Teil unseres Alptraums, von dem ich mir im Moment noch nicht so recht vorstellen kann, wie wir da raus kommen. „Wie“ ist nämlich der springende Punkt. Wir werden viel Mut brauchen, liebe Grüße, Silvia

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  5. Ja, für mich ist das ständig Thema. Ich praktiziere das, was du vorschlägst. Eine Mischung aus selbstgenäht, repariert, 10 Jahre und länger anziehen, Second Hand, Kleidung tauschen, umarbeiten.. Aber: Was wirklich gebraucht wird, muss auch mal (neu)gekauft werden dürfen! Ich habe einen Vollzeitjob und meine Berufskleidung muss „chic“ sein. Reparierte Kleidung ist nur in meiner Freizeit tragbar. Ich lebe in einer Großstadt, die (noch) wohlhabend ist. Aber es würde mir nicht im Traum einfallen, gekaufte Kleidung durch selbstgenähte zu ersetzen, nur weil diese moralisch „besser“ ist. Ich werde älter und brauche länger, um mich zu regenerieren. Das bedeutet leider auch weniger Zeit zum Anfertigen von Selbstgeschneidertem. Oft hilft es, sich nicht verführen zu lassen. Keine Schaufensterbummerl;) Nähzeitschriften auch mal meiden;)H Das ist sehr schwer und manchmal muss auch etwas Neues erlaubt sein, um die Lebensfreude zu erhalten. Insgesamt weniger kaufen funktioniert (für mich) am besten. HG ellisschneiderfee

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    1. Also, damit das nicht falsch rüber kommt: Ich mag Mode, ich habe Freude an schöner Kleidung und ich freue mich immer wieder, wenn ich jemandem begegne, der richtig chic angezogen ist. Sabine und ich reden immer noch von einem Japaner, der im weißen Sommeranzug, samt Weste und passendem Strohhut aus dem Zug stieg. Es war einfach ein Genuss diesen elegant gekleideten Mann zu sehen. es war ein richtiger „Lichtblick“. Es ist eben auch für andere schön, wenn Kleidung jemanden steht, die besten Seiten hervorhebt… es ist Lebensfreude. Das Foto, das meinem Artikel voransteht, zeigt die Auslage eines wundervollen Geschäft, nur das Schauen war da schon ein Vergnügen. Ich liebe schöne Auslagen- das liegt wohl daran, dass ich selber Schaufenster dekorierte. Allerdings sieht man nicht mehr viele gut gestaltete Fenster, das ist mit ein Teil des rasanten Kollektionswechsels, ein paar Puppen mit den neuen Kleidern, dass war es dann. Keine Zeit zum Geschichten erzählen, keine große Vorfreude auf die Frühjahrs/Sommer oder Herbst/Wionterkollektion, wo doch ohnedies jede Woche neue Ware reinkommt. Wir haben kaum Zeit uns an den Dingen zu erfreuen, gibt es schon wieder was anderes.
      Damit bin ich jetzt etwas abgeschweift, aber das ist ebenfalls Teil des Problems, diese permante Beschleunigung. Wenn wir mal das Tempo herausbrächten, wäre schon einges erreicht…liebe Grüße und danke für deinen Kommentar, Silvia

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      1. Alles ist gut! Wir sind uns einig! Mein Kommentar ist nicht gut genug formuliert gewesen und kam zu zu streng heraus. Freude an guter Kleidung und den Genuss gut gekleidete Menschen anschauen zu können, ist etwas sehr Schönes:). Und ja, da stimme ich dir auch voll zu, Tempo herausnehmen wäre prima:)! GlG ellisschneiderfee
        (Und da wo ich wohne sind die Schaufenster riesig und du entdeckst zig tolle Sachen…, aber es ist selbstverständlich ein Genuss, das Anschauen zu dürfen!)

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  6. PS: Ich will auch nicht falsch verstanden werden: Ich liebe schöne Kleidung, und heiß geliebte Lieblingsstücke (egal ob gekauft oder genäht), trage ich, repariere ich, bis es nicht mehr geht. Worum es mir ging war die lieblose Massenproduktion qualitativ schlechter Kleidung aus Kunstfaser. Die kann man doch gar nicht lieben und respektieren? Daher ja auch das lieblose Straßenbild… Das produziert nur Müll. Bestimmte Kleidung, die maschinell produziert einfach besser ist, kaufe ich auch, dann aber gezielt, fair und wenn möglich bio. Was ich nicht in akzeptabler Qualität finden oder bezahlen kann, mache ich selber. Gerade, weil interessantere Mode aus Naturfase heute eben oft rasend teuer ist. LG Anne Sophie

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  7. Seit diesem ganzen Weltgedöns beginnend vor ca 2,5 Jahren hat meine „Konsumlust“ total abgenommen, vorher wars auch gut vertretbar ;-)
    Ich stimme den Vorschreiberinnen absolut zu, dass Kunstfaser oder jetzt in „recyceltes Material“ (i.d.R. auch Kunstfaser) total überhand nimmt. Ich kaufen fast nur 100% Baumwolle und gerne Basics und dann hübsche ich halt auf. Und gute Qualität hält ziemlich lange, daher lieber gleich in etwas „Gscheits“ investiert und weniger Teile. Selbst für mich hab ich noch nicht genäht, aber für Nachwuchs schon und dann Handmade secondhande verkaufen ist derzeit mega in und nachhaltig.

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