Blautöne-Upcycling mit Schablonenmalerei

Meine Februararbeiten sind sehr blau. Es passt für mich auch recht gut zu dem klaren kalten Winterwetter, das wir hatten. Schnee, tiefblauer Himmel, starke Licht- und Schattenkontraste untertags. Kalte Blautönungen morgends und abends… Meine Mutter hatte mir einen Schwung ausrangierter Hemden gegeben, alte dünne Jeanshosen waren auch dabei, alles schon recht strapaziert und weichgetragen-und-wenn ich ehrlich bin: Ich hatte das Zeug schon in einem Müllsack in der Garage stehen. Mir war gerade nicht nach Einlagern von Dingen, die schon soviele Jahre in irgendeiner Ecke bei meinen Eltern herumgelegen hatten. Aber plötzlich stieß ich, beim Umsortieren von Stickstoffen, auf unsere Stencelarbeiten/Schablonenmalereien und es entstand die Vision eines Geckoläufers in Streifenpatchwork in meinem Kopf . Also spazierte ich in die Garage zu den bereits zum Wegbringen verpackten Altkleidern und durchwühlte nochmal den Sack nach passenden Materialien. Die Geckos habe ich gemalt, aber gemalt haben wir alle: meine Mutter, meine Schester, ich und Sabine (damals noch ein kleiner Zwerg-von neun Jahren oder so), wir hatten gemeinsam Kurse besucht. Das waren Ganztagskurse in einem benachbarten Ort. Dort wurden wir liebevoll in die Geheimnisse der Schablonenmalerei oder, wie es hier bezeichnet wurde, des Stencelns eingeführt. Überwiegend wurde an ländlichen Blumenmotiven gearbeitet. Aber ich versuchte mich bald an selbstgeschnittenen Folien mit eher exotischeren Motiven, inspiriert von Aboriginekunst oder ägyptischer Malerei. Geckos waren natürlich auch ein schönes Motiv, beinahe mein Lieblingsmotiv. Echsenartiges lässt sich sehr gut umsetzen…

Zum Werkzeug für das Schablonieren: nach den Stofffarben sind die stumpfen Pinsel das Wichtigste. Als Malnäpfchen hervorragend geeignet sind Deckel von Schraubgläsern und natürlich braucht man jede Menge hellen Stoff, groß, klein, das macht keinen Unterschied. Ich habe nie versucht eine Tischdecke oder einen Vorhang zu malen, bei mir gab es maximal lange Bänder. Außerdem verpatzt man bei kleinen Stoffstücken nicht soviel. Die Schablonen werden auf Kopierfolie kopiert und dann mit dem Messer geschnitten. Man kann ein Motiv selber vorzeichnen oder z.B. eine Vorlage aus einem Malbuch verwenden, die eignen sich sehr gut. Will man mehrere Farben einsetzen, braucht man das Motiv mehrfach. Im Idealfall wird pro Farbe eine Schablone geschnitten. Wie man auf den Foto sieht befinden sich die beiden Schablonen des Gecko auf einem A4Blatt. Bei kleineneren Motiven bringt man auch zwei oder drei Motive auf ein Blatt. Derartige Kunststoffolien lassen sich fast endlos oft verwenden, vorrausgesetzt man reinigt sie sorgfältig (mit Spülmittel) bevor die Farbe eintrocknet. Kopierfolien sind nicht ganz billig, aber sehr gut in der Handhabung. Es wird sehr wenig Farbe in einen Deckel gegeben und auch relativ trocken mit dem Pinsel übertragen. Dabei die Folie mit der zweiten Hand festhalten. Manchmal liest man nur gestupft. Wir haben sanft vom Folienrand nach innen gestrichen. Wenig Farbe verwenden! Lieber öfter darübergehen bis die Farbe passt. Diese Art von Malerei ähnelt sehr stark Airbrushmalerei oder Arbeiten mit dem Spritzgitter. Durch den zarten und trockenen Farbauftrag ist die Gefahr Farbe unter den Rand der Folie zu streichem relativ gering. Außerdem verbraucht man sehr wenig Farbe. Mit der Zeit erhält man ein gutes Gefühl für Farbmenge und Pinselführung.

Die alten Hemden und Jeans habe ich in Streifen gerissen, das geht schneller als schneiden, auch wenn die Kanten Fransen, das stört mich nicht, da die Rückseite mit Stoff verstürzt wird. Ich habe schon gelegentlich Quilts aus Streifen bewundert, das sollte nun meine Version werden. Die Streifen waren ca 6-7cm breit, trotzdem wurde letztlich alles ein wenig asymetrisch, die Farben allerdings sind wunderbar stimmig.

Das mit dem Quilten, also dem Absteppen war nicht so meine Sache. Teilweise gibt es Handnähte, teilweise Maschinenähte. Es ist ein alter Baumwollstoff dazwischen, das machte das Handnähen sehr mühsam und daher wechselte ich zur Maschine. Dabei verzog sich zuviel. So ließ ich es schließlich ganz bleiben. Die meisten Fotos entstanden draußen im klaren Winterlicht. Der Tischläufer schmückt nun unseren Tisch.


Fazit: unregelmäßig, aber sehr stimmig, ich habe noch etliche Stoffstreifen und überlege noch, was ich damit machen könnte…

Material: alte Hemden, Jeans, Stoffreste, Baumwollstoff als Rückseite, Schablonenmalerei


6 Gedanken zu “Blautöne-Upcycling mit Schablonenmalerei

  1. Wunderschön, danke für die Anregung! Irgendwas bleibt da bei mir hängen und in meiner eigenen Weise kommts dann bei meinen Werken zum Ausdruck. Ein Hemd habe ich nach Deiner Idee gestaltet und ich trage es jetzt als Bluse. gefällt mir. Einen schönen Tag ins Mühlviertel.

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  2. Die Naechsten bekommen dann noch den ‚Thrill of some Frill‘ ab ?
    O.k., o.k., ich hoer‘ ja schon wieder auf zum Herumalbern. Obwohl: schaden tut Euch doch sehr COVID-geplagten Europaeern so ein wenig Cheer-up sicher nicht! Allerdings weiss ich selbst bald nicht mehr, wie ich gar Manche von Euch ‚Verzweifelten‘ motiviere ohne verstaerkt in der ‚Kiste mit schlechten Kriegs-Erinnerungen‘ buddeln zu muessen: Stuetzfinger unters Kinn muesste bald schon staerker als eine sog. „4be2“ Holzlatte sein (oder zum Hintern versohlen und damit evtl. ‚Gehirn-Denkvermoegen-Zurechtsetzen‘ verwendet werden – seufz) ?

    Macht sich aber gut der ‚Nicht-Quilt‘ mit blauen Lizzies; andersfarbige Lebendige haetten sicher ihre Freude beim Studieren dieser Art farbigen Neu-Freunde ;-) :-D :-D !

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    1. Keine Ahnung was aus den Nächsten wird, aber freut mich, wenn dir der „Nicht Quilt“ gefällt…Wir wohnen etwas abgelegen und gehöre durchaus nicht zu den Verzweifelten, obwohl die gesamte Situation für Viele tatsächlich existenzbedrohlich ist, da läuft vieles falsch bei uns, schlechte Kommunikation usw…Trotzdem habe ich jede Menge Ideen und viel vor, liebe Grüße, Silvia

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