Kimonojacke Joey aus „Petits Hauts“ – Nähen auf Französisch

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Die Kimonojacke Joey ist mein erstes Projekt aus einem Nähbuch namens „Petits Hauts„. Wie der Name verrät ist es auf französisch und ich kann absolut kein französisch. Aber das ist ehrlicherweise mit etwas Näherfahrung komplett egal. Achja, und es gibt viele französische Nähte – eigentlich nur solche …

Zum Buch

Aufmerksam bin ich auf das Buch auf Instagram geworden. Bestückt ist es mit 8 Projekten von 4 französischen Indie-Schnittmustererstellerinnen. Gegliedert ist es nach Designerin, mit je einer kurzen Vorstellung, und anschließend den beiden Schnitten (diese sind jeweils in 34-44). Was mir gleich aufgefallen ist: Es gibt leider keine technischen Zeichnungen. Das wäre weiters nicht schlimm, jedoch sind manche Stoffe der Designbeispiele ziemlich heftig gemustert, sodass viele schöne Details dadurch untergehen. Alle anderen notwendigen Information sind aber vorhanden: Material, Schnittteile inkl. Nahtzugabe, Auflageplan und Schritt-für-Schritt Fotoanleitung. Die Papierschnittmuster sind hinten in einem Kuvert inkludiert mit jeweils nur 2 Schnitten pro Seite, die entsprechend sehr leicht abzupausen sind.

Das Schnittmuster

Mich interessierten vor allem die Schnitte von Ready To Sew und eine Bluse namens „Dinard“. Und ich fing mit dem für mich gefühlt einfachsten Schnitt an: Fast nur gerade Nähte, die ich bis auf die Seitennaht auch tatsächlich alle wie die Anleitung gefordert mit französischen Nähten versäubert habe. Ein weiterer Faktor war auch die unmöglichen Fotografien des zweiten Ready to Sew-Schnittes: Auf den genau zwei Fotos des getragenen Werkes, ist kein sinnvoller Eindruck zu bekommen.

„Joey“ ist von einer Kimonojacke inspiriert. Es besteht aus Vorder- und Rückenteil, angeschnittenem Ärmel und Schalkragen. Die Ärmel sind überlang, und sind zum Aufkrempeln gedacht. Der Saum ist leicht geschwungen. Auch wenn französische Nähte vorgeschlagen werden (und die entsprechenden Nahtzugaben inkludiert sind), ist es tatsächlich in wenigen Stunden genäht. Ich habe mich nur bei der Seitennaht gegen eine französische Naht entschieden, da gekrümmte Nähte schwierig sind bei festeren Stoffen wie meinem.

Getragen sieht es für mich fast ein bisschen wie ein offen getragenes Hemd aus – ohne aufwendige Elemente wir Hemdkragen, Knopflöcher oder Manschette zu nähen. Und gestylt habe ich es wie im Buch: Mit Jeans und T-Shirt.

Der Stoff

Für dieses Modell verwendete ich diesen dunkelblaue Leinenstoff , den ich eigentlich für den Rockteil eines Kleides gedacht hätte. Aber da dieses Jäckchen eindeutig mehr Tragchancen hatte, habe ich nicht lange darüber nachgedacht. Das Kleid wird einfach zu einem Top mit Peplum fertiggestellt.

Die Fotos zeigen ganz wunderbar die weniger gute Eigenschaft von Leinen: Die Knitterfalten sind innerhalb von wenigen Minuten entstanden. Kommt davon wenn man zuerst sitzende Fotos macht, vor den Fotos von hinten …

Fazit: Ich bin ziemlich glücklich mit der Jacke. Nur der Schalkragen lässt sich, aufgrund der Saumnaht unten (die recht bockig wird wegen der vielen Lagen Stoff), nicht gut umfalten. Hier würde ich mir ev. eine andere Reihenfolge/Technik überlegen bei der nächsten Variante.

Schnittmuster: Joey von Ready to Sew

Buch: Petits Hauts, Schnitte von Anne Kerdilès Couture, Delphine et Morisette, Le laboratoire familial, Ready to sew; Softcover, 96 Seiten, 26,6 x 1,1 x 20,7 cm, MANGO Verlag, ISBN 978-2317019043

Stoff: Blaues Leinen von myTex

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6 Gedanken zu “Kimonojacke Joey aus „Petits Hauts“ – Nähen auf Französisch

  1. So eine schöne Kimonojacke. Mir gefällt die mega gut. Hab Sie irgendwo anders auch schon gesehen. Leider sagt mir der Rest des Buches nicht zu. Also schmachte ich mal nur von der Ferne an :-)

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    1. Dankeschön! Ja, das Buch hat sehr … „französisch“ verrüschte Modelle, aber Kimonojackenschnittmuster mit Schalkragen gibt es auch wirklich viele! Bzw. sollte es relativ einfach zum Nachbasteln sein.
      VG, Anna

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  2. Die Jacke find ich total schön! Auch leicht geknittert, das stört gar nicht. Ich gestehe, ich nähe schon seit einer Ewigkeit, aber um französische Nähte hab ich bisher immer einen Bogen gemacht.

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