Rüschen und ich? Ein Versuch mit dem Kyoto Sweater von Papercut Patterns

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Rüschen waren in den letzten Jahren das Modethema schlechthin. Vor einigen Jahren noch in die Mottenkiste verbannt, sind sie jetzt überall dran. Das Thema war (ist?) scheinbar so omnipräsent, dass sogar in der Frankfurter Allgemeine ein Artikel darüber gebracht wurde. Auch auf grundsätzlich eher simple Schnittmuster wurden Rüschen aller Art gepackt und so aufgepeppt als der neueste Schrei verkauft. Ich bin was Mode betrifft eher dezent und ohne große Hingucker unterwegs. Langweilig soll es auch nicht sein, aber die Rüsche ist mir nie in den Sinn gekommen, so als schmückendes Beiwerk mein ich.

Angekommen sind Rüschen als Thema bei mir sehr, sehr verspätet: Auf Instagram sah ich immer wieder einen Sweater, dass er tatsächlich mit Rüschen geschmückt war, ist mir erst sehr viel später aufgefallen. Gewesen ist es übrigens der hier gezeigte Kyoto-Sweater von Papercut Patterns.

Der Anlass das Schnittmuster endlich umzusetzen war: meine Overlock (eine alte Bernette aus den 70ern) kam frisch aus dem Service. Ich habe sie mit den Worte „ich habe meine alte Dame fürs Service mit dabei“ abgeliefert und wurde mit „das ist aber eine gute Maschine“ begrüßt. Das freut einen natürlich, denn ich habe schon öfters mit einer neuen Overock (sprich Babylock) geliebäugelt. Und nach genau 7 Tagen stand mein altes Mädchen wieder da. Und nähte so gut wie nie zuvor – ich habe sie gebraucht gekauft und dies war mein erstes Service. Um die Overlock gebührend einzuweihen, habe ich mich entschlossen ein schnelles Projekt  wie zum Beispiel den Sweater schnell und ganz ohne Nähmaschine zu nähen. Nicht mal das Halsbündchen habe ich mit der Nähmaschine vorgeheftet und es hat funktioniert! Einige Abweichung vom Schnittmuster: Die Rüschen hätten laut Anleitung knappkantig umgenäht werden müssen. Da jedoch weder passendes Nähgarn vorhanden war, und eine solche Naht auf elastischen Stoffen schnell Wellen schlägt, habe ich die Rüsche einfach offenkantig gelassen. Das Vorheften der Rüsche auf den Ärmel habe ich mir erspart. Entsprechend könnte diese etwas ordentlicher verteilt sein, merkt man jedoch (fast) nicht.

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Eigentlich hätte ich gerne meine erste selbstgenähte Jeans vorgestellt, die ist jedoch gerade noch nicht fertig geworden bzw. gebührt diesem Ereignis ein entsprechend ausführlicher Blogbeitrag mit vielen Detailfotos, denn von dieser selbst genähten Jeans rede ich schon seit mehr als einem Jahr! Kombiniert ist mein Pullover daher noch mit meiner letzten gekauften Jeans. Einer Bio-Jeans – erinnert gar nicht mehr so an die Ökomode, die man manchmal noch so im Kopf hat …

Aber zurück zum Sweater: Alles in allem war es ein sehr schnelles Projekt. Wenn ich eine zweite Variante nähen würde – und das steht noch komplett in den Sternen -, würde ich einen etwas festeren Stoff verwenden. Dieser hier ist ein gut fallender Jersey. Und damit reihe ich mich zum heutigen Me Made Mittwoch zu allen anderen begeisterten NäherInnen ein.


Fazit: Werde ich den Sweater nochmal nähen? Vielleicht, zuerst muss ich mal schauen, ob ich ihn tatsächlich gerne trage. Der Alltagstest steht noch aus.

Schnittmuster: Kyoto Sweater von Papercut Patterns

Stoff: Viskosemischung aus dem Stofflager – hat sich sehr gut vernähen lassen!

 


14 Gedanken zu “Rüschen und ich? Ein Versuch mit dem Kyoto Sweater von Papercut Patterns

  1. An dir sehen die rüschen sehr natürlich aus und stechen wirklich nicht so stark hervor… mag auch an deiner stoffwahl liegen, dass alles so gut passt! Um den schnee beneide ich dich auch etwas… lg Sarah

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    1. Sie sind tatsächlich wirklich relativ dezent geworden. Bis jetzt haben sie mich auch in keinster Weise gestört.
      Der Schnee ist schon wunderschön, oder? Leider klappt das mit dem Schneeräumen meist eher nur suboptimal …
      Viele Grüße,
      Anna

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  2. Steht Dir, mach Dir keine Sorgen. Deine Gedanken zum Rüschen-Hype teile ich total. Mein Tochterkind wünscht sich jetzt welche, aber bei mir kann ich mir das überhaupt nicht vorstellen. Muss man wohl ausprobieren.
    Deine Stoffwahl und der zurückhaltende Farbton passen super zusammen und ergeben an Dir ein harmonisches Bild. Kannst Du bitte nochmal nähen :o)
    LG Stef

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  3. Der Sweater sieht wirklich sehr gut aus und die Rüsche schmückt ohne zu üppig auszusehen. Bin gespannt, ob du ihn im Alltag trägst. Gut finde ich auch die Idee, die Rüsche einfach offenkantig zu lassen. LG Tina

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    1. Irgendjemand hat mal geschrieben, er versäubert Jersey gar nicht (nur mit der Nähmaschine nähen also), weil man doch die Stoffeigenschaft ansonsten mit den Füßen tritt. Die Overlocknaht schaut jedoch doch viel ordentlicher aus, aber bei der Rüsche kann man tatsächlich einfach darauf verzichten.
      Viele Grüße,
      Anna

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  4. Ich sehe das, wie du und bin auch eher der schlichte Kleidertyp, habe aber auch schon mal eine Bluse mit kleinen Rüschen und auch ein Shirt damit geschmückt; es muss halt eher dezent bleiben.
    So, wie dein Sweater; gefällt mir richtig gut.
    LG von Susanne

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  5. Oh wie schön! Das Schnittmuster ist bei mir auch noch in der Warteschlange, mein Pulli wird blau und aus Hanfjersey – aber ob er noch vor oder erst nach dem offiziellen Ende des Rüschentrends fertig wird, weiss ich nicht. Ist mir aber auch egal – das ist ein toller Schnitt und er scheint auch irgendwie jedem Typ Frau zu stehen.

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  6. Die Farbe ist toll und der Stoff fällt so schön – trotzdem darf der Rüschentrend weiterhin gerne an mir vorbeigehen! ;-) lg Gabi

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    1. Ich hätte bis zu dem Moment auch gesagt, dass es so gar nichts für mich ist. Muss jeder selbst entscheiden. Einfach das aus der aktuellen mode rauspicken, das für einen selbst funktioniert. Gefühlt ist ja zwischen rtw und der nähszene durchaus ein Unterschied erkennbar.
      Viele Grüße, Anna

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