Plisseerock & das berühmte Nähmojo

Plisseerock

Ganz ehrlich, ich nähe total gerne, aber hin und wieder habe ich so gar keine Lust auf Nähen. Nicht weil mich gerade ein Projekt total gehunzt hat (das kommt auch vor), sondern einfach weil es mich gerade nicht interessiert. Manchmal ist es gemütlicher auf dem Sofa theoretisch über die tolle neue Gaderobe nachzudenken, die man ja nähen könnte so in naher Zukunft (was nicht passieren wird, aber darüber nachdenken kann man ja).

So ging es mir mit dem Nähmojo bei Beginn des Nähkurses im September letzten Jahres nach der Sommerpause. Im Sommer nähe ich ohnehin kaum. Meine nähtechnisch produktivste Zeit ist meiner Erfahrung nach meist zwischen Januar und Mai. Am ersten Nähkurstag war meine Nähmotivation so ganz und gar nicht vorhanden. Darum dachte ich mir, ich fange mit einem simplen und schnell genähten Projekt an. Eben mit dem hier gezeigten Plisseerock. Ich verbrachte, glaube ich, mehr Zeit damit mich mit den anderen Kursteilnehmerinen zu unterhalten, als tatsächlich etwas an dem Rock zu nähen, der ja wahrhaft schlicht ist und erst durch den Stoff seine wahre Wirkung entfaltet.

Der Rock ist ein Maxirock mit einem fixen Bund und einem seitlichen Reisverschluss – auch wenn ein Plisseerock mit Gummibund variabler wäre. Ich finde Plisseeröcke mit Gummibund zwar praktisch, aber der Gummibund wäre bei diesem Plissee höchst ungeignet gewesen, da die Falten weiß sind und für den Gummibund die Falten ja flach auseinander gezogen und vernäht werden. Das hätte den ganzen Effekt des Stoffes zerstört. Ich vermute übrigens schwer, das der Stoff zuerst plissiert wurde und dann bedruckt, sonst wäre es echt schwer das Falten und Streifen perfekt übereinstimmt – und außerdem hat der Stoff am Rand einen Druckfehler. Als geraden Bund wollte ich einfach einen schwarzen Stoff verwenden. Aber wie es oft so kommt, passte das Schwarz des Rockes nicht mit dem Schwarz des Bundstoffes zusammen. Der Vorschlag meiner Nähkursleiterin war dann ein Reststück des Plisseestoffes quer zu nehmen, die Falten zuzusteppen und daraus den Bund zu machen. Das habe ich auch so gemacht und ich kann nur sagen: Ich bin nicht so der perfekt Parallel-Näher. Immerhin ist alles schwarz, da ist es dann weniger offenstichtlich, wenn meine Naht leichte Wellen schlägt. Auftrennen wollte ich unbedingt vermeiden, da man sonst die Nadelstiche sehen würde. Trotz des Absteppungen blitzt das Weiß ein bisschen hervor. Aus diesem Grund habe ich dann ganz ungeniert an der einen oder anderen Stelle darüber gemalt, mit Edding.Plisseerock 12

Plisseerock 2

Beim nahtverdeckten Reissverschluss auf der Seite war wichtig diesen möglich perfekt zwischen Falten zu verstecken. Was mir auch ganz gut gelungen ist. Allerdings habe ich, da der Reissverschluss dafür sorgte, dass die Falten hinter dem Reissverschluss aufpringen, diese auf Länge der Falten zugeheftet.

Und zum Abschluss gab es noch einen Rollsaum. Was sich hier so nach „Ratz-Fatz“ genäht anhört, dauerte ewig. Ich glaube, ich habe einen Monat daran rumgeplempert und hatte den Rock noch immer nicht fertig. Erst später als ich eine Ufo-vollenden-Phase hatte, habe ich den Rock tatsächlich mit einem Rollsaum versehend und endgültig fertiggestellt.

Ach, und das dazugetragene Oberteil ist übrigens Frau Marlene von Studio Schnittreif, allerdings nicht von mir genäht, sondern von einer guten Nähkursfreundin. Denn wenn ich einen Stoff vernäht habe, dann verwende ich sehr selten den Stoff ein zweites Mal – vor allem wenn es ein Print ist. Und von meinem Vintage-Maxikleid hatte ich noch einiges an Stoff über und habe den Rest weitergeschenkt. Und eben jene Nähkursfreundin hat sich daraus das Shirt genäht und weil ich es so toll fand, war sie so nett und hat mir auch eines genäht. Das weiße Crop-Top ist aus einer älteren La Mia Boutique, hier schon mal gezeigt.  Ich trage es echt gerne im Sommer. Nur das Material ist doof: es verknittert obwohl es Jersey ist, doch sehr stark und zum Bügeln ist es ein Abltraum weil es einiges an Kunstfaser enthält – Anschmelzgefahr sehr hoch!

Plisseerock 5


Fazit: Ewig lange an einem simplen Modell rumnähen, kann ich. Ich will mich aber auch nicht zum Nähen zwingen, wenn ich keine Lust darauf verspüre.

Stoff: Plissee aus einem tschechischen Kaufhaus, der einzige schöne der nicht Oma-Style hatte oder sehr häßlich war.

Schnitt:  Rock ohne Schnitt, T-Shirt Frau Marlene von Studio Schnittreif

Plisseerock 8


2 Gedanken zu “Plisseerock & das berühmte Nähmojo

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