Jumpsuit: Southport Dress meets Hudson Pants

 

Kleider sind für mich der Inbegriff der Weiblichkeit. Der richtige Kleiderschnitt und -stil und jede einzelne Frau hat auf einmal Kurven. Besonders deutlich wird dies beim Dirndlkleid. Fast alle Frauen machen im Dirndl eine gute Figur.  Jumpsuits hingegen strahlen für mich City-Chic aus. Ich verbinde Jumpsuits mit starken Frauen, die beruflich mit beiden Beinen im Leben stehen, und sich nichts vorschreiben lassen – wie z.B. dass es ein Kostüm oder ein Etuikleid sein muss.

 

Ich muss aber auch sagen, und das trifft für Kleider als auch Jumpsuits zu, ich finde beides nicht unbedingt praktisch. Bei Kleidern habe ich das Gefühl, dass mir die Bewegungsfreiheit abgeht. Ich habe das Gefühl nicht so richtig „anpacken“ zu können (und zum hilflosen „Weiblein“ zu verkommen). Bei Jumpsuits ist es das An- und Ausziehen, das besonders bei doch notwendigen Klogängen äußerst unpraktisch wird. So logisch (oder unlogisch) diese Gefühle gegenüber diesem Kleidungsstücken sind, ich habe schon genug Kleider genäht (die ich sehr wenig oder nicht trage). Beim Jumpsuit hat mich bis jetzt der Hosenteil abgeschreckt. Aber nachdem ich mich momentan zum Jeans nähen hinarbeite, passt der Jumpsuit wunderbar in meine Vorbereitungsphase.

Ich habe viele Jumpsuit-Schnitte gewälzt und sogar den Sallie Jumpsuit/Maxidress Schnitt von Closet Case Patterns gekauft. Nur um später festzustellen, dass er für dehnbare Stoffe ausgelegt ist. Etwas das ich unbedingt vermeiden wollte. Zu diesem Zeitpunkt hatte ich „nur“ etwa 2 m von einem grün gemusterten Viskosestoff, gar keine Lust dehnbares Material zu vernähen und ein Bild von einem Safari-artigem Outfit im Kopf. Bei meiner Internetrecherche bin ich über eine Anleitung von true bias gestolpert, wie die Schnittmuster Southport Dress und die Hudson Pants in einen Jumpsuit umgewandelt werden können. Da ich die true bias Schnitte mittlerweile breits gut kenne und weiß, dass sie größengerechet ausfallen, war mein Plan gefasst: Ein Jumpsuit, nein viel besser, ein Fake-Jumpsuit! Zwei Teile: zusammen chic, gleichzeitig praktisch und auch getrennt einsetzbar.

PeterSilieUndCo_SoutportDress_HudsonPants_Jumpsuit_truebias_06

Hudson Pants in Viskose

Ich habe bereits eine erste Leinen-Hudson Hosenvariante nach dem Tutorial von true bias genäht und hatte leichte Probleme im Bereich Knie bis Wade – es ist einfach ein bisschen zu eng. Die Wahl um 2 Größen größer für die Webware Version hat gut gepasst. Verlängert habe ich die Hose nur um 2 cm um die fehlende Elastizität in der Länge auszugleichen. Zusätzlich ist das Hosenbein ab der Hüfte auslaufend auf ca. 3-5 cm verlängert – ich habe ehrlicherweise nicht nachgemessen, sondern direkt am Stoff Markierungen gesetzt. Um mit Webware am Fußgelenk ein Bündchen zu schaffen, habe ich wie im Bund ein 5 cm breites Gummiband eingearbeitet. Momentan noch ausgelassen habe ich das Absteppen des Gummibundes. Leider wandert der Gummi aus diesem Grund sehr gerne in seiner Hülle. Kennt ihr andere, weniger sichtbare Varianten den Gummi in seiner Position zu befestigen?

 

Southport Tank Hack

Da das Southport Kleid ein neues Schnittmuster für mich war, habe ich mich  an das Tutorial von true bias gehalten. Leider hat das Nähen im Gegensatz zur Hose nicht so gut geklappt. Statt dem „staystiching“ habe ich Nahtband aufgebügelt. Daher wurden die französischen Nähte ziemlich dick an der Schulter. Das größte Problem hatte ich aber bei der Knopfleiste: Dadurch, dass die Viskose nicht viel Stabilität hatte, ist durch die Vlieselineverstärkung natürlich nicht mehr die benötigte Beweglichkeit zum Ausgleichen von Ungenauigkeiten vorhanden gewesen. Das nächste Mal probiere ich bei einem solchen Stoff eindeutig meinen Stärkespray aus.

 

Schlussendlich wurde das Top doch noch fertig, bzw. fast: Ich habe nicht nur einen Fake-Jumpsuit genäht, sondern auch eine Fake-Knopfleiste. Aufgrund von Zeit- und Knopfnot habe ich zwei vorhandene Knöpfe verwendet und den Rest nur zusammen geheftet. Auf den Fotos habe ich gerade Zugspuren über der Brust gesehen. Das muss ich mir vor meinem zweiten – eventuell diesmal tatsächlich als Kleid – Versuch genauer ansehen und entsprechend anpassen.

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Und was ist eure Meinung zum Thema Jumpsuit? Lieber richtig, Fake oder gar nicht? Viele weitere Anregungen zu Jumpsuits, solche die es nur sein wollen und auch Latzhosen sind beim Motto-MMM zu sehen.


Fazit: Zumindest das Oberteil braucht unbedingt noch ein Upgrade (Knöpfe!), aber die Hose wurde schon ausgeführt und hat den Sommertest bestanden. Nichtsdestotrotz bin ich auf der Suche nach einem sommerlichen Hosenschnitt mit richtigem(!) Bund fürs Büro.

Schnittmuster: Hudson Pants (Webware Hack) und Southport Dress (Tank Hack) Kombi, beides von true bias – Hack für einen „echten“ Jumpsuit

Stoff: ca. 2m Viskosestoff aus dem Lager

Verlinkt bei AWS, CreateInAustria, WoF, DfDaD, SewLaLa.

PeterSilieUndCo_SoutportDress_HudsonPants_Jumpsuit_truebias_03

 


20 Gedanken zu “Jumpsuit: Southport Dress meets Hudson Pants

  1. Sehr schön und wirklich lässig finde ich deine Kombination! Als Zweiteiler ist es praktisch und sieht im Grunde genauso aus, wie wenn es ein Teil wäre. Am Hosensaum würde ich im Nahtschatten der Seitennaht und der Innenbeinnaht einmal senkrecht durchnähen, um ein Verdrehen des Gummibandes zu verhindern. Das sieht man dann auch nicht. Regina

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  2. Ich kann den aktuellen Jumpsuit-Trend nur schwer nachvollziehen – unpraktisch, wie du sagtest, und die allermeisten Modelle (vor allem aus Jersey!) sehen für mich einfach nach Schlafanzug aus. Dein Modell gefällt mir allerdings gut, vor allem, da es ein Zweiteiler ist :D

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    1. Ich hab auch so meine Bedenken gegenüber Jersey-Jumpsuits. Vor allem macht es mir etwas Angst, dass der Stoff diverse Körperstellen unschön betont. Muss nicht sein.
      Und dankeschön. Ich finde meine zweiteiligen Einteiler auch so perfekt =)
      VG, Anna

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  3. Gefällt mir sehr Dein Safari-Chic! Deine Gedanken kann ich gut nachvollziehen, sowohl zum Kleid als auch zum Jumpsuit. Da in meinem Schrank auch eine Reihe von selten bis nie getragener Kleider hängen, habe ich es in diesem Fall gelassen, obwohl mir Jumpsuits wie Kleider an anderen gefallen. Vielleicht probiere es auch erst mal mit einem Fake-Jumpsuit. Übrigens diese Animal Prints in s/w sehen klasse an Dir auch, dachte ich schon bei Deiner ersten Hudson Pant. LG Manuela

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    1. Dankeschön! Ich kann einen Fake-Jumpsuit sehr empfehlen! Bezügliche Stoffe und Prints: Ich vernähe gerade meinen Schrank und da fallen natürlich die interessanteren Stoffe der Schere als erstes zum Opfer.
      VG, Anna

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  4. Sieht wunderschön aus, ganz toller Stoff!

    Ein Jumpsuit ist nur einer, wenn er am Stück ist, also aus einem Guss. Sonst ist es keiner. Warum auch immer aktuell der Name „Fake-Jumpsuit“ benutzt wird, keine Ahnung. Ist ja dann schlichtweg Hose und Oberteil. Also ich meine entweder gscheid oder gar nicht.

    LG Katrin

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    1. Das schöne Wörtchen „Fake“ habe wir wohl am meisten Herrn Trump zu verdanken. Und natürlich ist es nur eine Hose und ein Oberteil, aber eben nicht „nur“. Naja, egal. Solange man es gerne trägt! =)
      VG, Anna

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  5. Dein Outfit ist wunderschön, egal ob ich es jetzt Fake, Jumpsuit oder Zweiteiler nenne…es kommt doch auf den Gesamteindruck an. Und der ist toll bei Deinen beiden Teilen! Interessant, die Hudson Pants aus Webstoff zu nähen, scheint aber gut zu funktionieren, wie Dein Beispiel zeigt. Und das Oberteil könnte man wahrscheinlich auch an den Bund nähen, dann hätte man einen „richtigen “ Jumpsuit…der bräuchte aber dann auch noch eine richtige Knopfleiste, sonst wird die Anzieherei zu schwierig.
    LG Barbara

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    1. Dankeschön. Ja, die Hudson pants aus Webware funktionieren sehr gut. Die Knopfleiste ohne Knopflöcher ist mehr dem Zeitdruck geschuldet … und meine Maschine mag keine knopflöcher nähen. Das wird aber hoffentlich beim nächsten Service behoben.
      VG, Anna

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  6. Genial gelöst!! ich finde deine Kombi soo klasse. Ein Jumpsuit gefällt mir – aber wenn ich an Situationen denke die mit WC zu tun habe, winke ich schon ab. Das ist einfach viel zu unpraktisch! Deine Hose ist hierfür perfekt, sie markiert die Taille und sieht in der Raffung sehr schön aus. Beim Oberteil kann man ja wirklich suchen, was für die jeweilige Figur am besten passt! Fazit; Super!
    lieben Gruß von Ellen

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  7. Tolles Outfit! Der Stoff passt perfekt zu den beiden Schnitten. Mir geht es wie Dir, die Begeisterung für die Einteiler kann ich nicht so ganz nachvollziehen. Deine Wahl zwei separate Teile zu nähen finde ich sehr gut. Die beiden Teile kannst du so auch mit anderen Kleidungsstücken kombinieren.

    Liebe Grüße
    Steffi

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    1. Ja genau, praktisch und verschieden einsetzbar. Denn auch wenn man mit Kleidern als auch Jumpsuits sofort komplett angezogen ist, nach 1-2 Tagen muss das ganze gute Stück in die Waschmaschine…
      VG, Anna

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  8. Liebe Anna, ich finde dein Outfit klasse. Ich mag Jumpsuits mittlerweile gern (obwohl ich erst einen besitze, aber den mag ich ;)). Zu deiner Frage mit dem Gummi – ich habe bei einer Shorts in der Anleitung gelesen, das man das Gummi gedehnt auf die äußere Bundkante von links aufnähen soll, dann den Bund umklappen und unten an der Nahtzugabe feststeppen. So rutscht der Gummi nicht, du hast aber von Außen keine sichtbare Naht. I
    ch hab es probiert – mag aber die Variante mit abgestepptem Gummi lieber – mir gefällt der Look einfach.
    Liebe Grüße, Steffi

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    1. Liebe Steffi, da hast Du recht, irgendwie haben sie etwas, die Jumpsuits.
      Dankeschön für den Hinweis auf die unsichtbare Gummi-Abstepp-Variante. Ich finde das Absteppen in den meisten Fällen auch gut, aber in diesem Fall, möchte ich (wahrscheinlich) die Absteppung auslassen.
      VG, Anna

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  9. Wunderschön dein Zweiteiler und so kann man die einzelnen Teile auch gut anders kombinieren. Den Schnitt von der Hose habe ich auch und ziehe ihn gerne an, aber ihn mit Webware zu nähen, darauf bin ich noch nicht gekommen. Liebe Grüße Andrea

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