Jacke Lupin von Deer&Doe im abstrakten Aborigine-Print

(read in English)

*** Kooperation mit Karlotta Pink ***

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Wenn man sich etwas wünschen darf, ist man manchmal überfordert. So ging es mir auch als Ines von Karlotta Pink das „Wünsch-Dir-Was“-Projekt ankündigte. Einen Stoff für ein ganz persönliches Projekt aussuchen? Schwierig. Aber da ich Jackenfan bin und mir die Aborigine-Stoffe sehr, sehr gut gefallen, habe ich mich immerhin grob festgelegt. Und mit der Zeit hat sich alles zusammengefügt.

Begonnen habe ich mit dem Trenchcoat von Simple Sew – daher hat er es auch auf die #makenine2018 Liste geschafft. Zwischenzeitlich hatte ich mich umentschieden. Aber zum allerallerletzten Mal: die Jacke Lupin von Deer&Doe sollte es werden. Ich konnte mir das Outfit schon im Kopf vorstellen: Jeans, weiße Bluse/Shirt und die Jacke in einem knalligen Muster. Zu diesem Zeitpunkt hatte ich nur den Stoff (diesen hier), das Schnittmuster (bereits gradiert und abgepaust) und ein Wochenende reserviert. Fehlend: Der Futterstoff, die Knöpfe und ein Plan das Muster bestmöglich an der Jacke unterzubringen …

# Der Futterkauf

Wie es halt so geht, hatte ich natürlich den Stoff nicht dabei, als ich es endlich bis zum Stoffgeschäft geschafft habe. Da der Aborigines-Print aber aus sehr vielen verschiedenen Farbschattierungen besteht, war die exakte Abstimmung nicht unbedingt nötig. Im Kopf hatte ich ein Aubergine, als Alternative Waldgrün oder auch Puderrosa – wobei ich mir einen dunkleren Ton besser vorstellen konnte. Geworden ist es ein richtig strahlendes magenta/aubergine farbiges Venetiafutter. Und das wichtigste ist: Es passt perfekt. Zusätzlich hatte ich 6 Metallknöpfe mitgenommen. Eigentlich braucht man nur zwei für die Riegel. Jedoch wollte ich eine kleine Veränderung beim Armbund vornehmen (mit einfachem Schlitz und Knopf, sodass der Ärmel auch aufgekrempelt werden kann) und ev. auch beim Saumbund.

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# Vorwaschen

Vom ersten „ich muss“ bis zur tatsächlichen Ausführung habe ich so ungefähr dreimal darüber nachgedacht. Als ob man dabei so viel falsch machen könnte?! Der letzte Anruf zu Hause hat bestätigt: Warmes Wasser, ordentlich durchkneten, kaltes Wasser, wiederum durchkneten und ausdrücken. Wieso? Der Kälteschock, sodass sich die Fasern zusammenziehen, wenn sie denn unbedingt wollen. Getrocknet habe ich ausgebreitet auf meinen Wäscheständern und mit Handtüchern darunter – so gut war ich nicht beim Auswringen.

# Probemodell

Das Probemodell war ungefähr in einer halben Stunde aus einem tollen olivfarbenem Denim genäht (der leider durch das Vorwaschen extrem fusselig geworden ist). Als Tipp an alle: schon deswegen unbedingt Stoffe vorwaschen. Es gibt doch nichts ärgerlicheres als viel Zeit und Liebe in ein Nähstück zu stecken und danach … tja.

Wieso eigentlich überhaupt ein Probemodell? Mir ging es um die Schulterbreite und den Ärmel. Alles andere ist natürlich auch nicht egal, aber für dieses Modell weniger relevant. In meinen Augen saß der Ärmel an der Schulter relativ weit außen und die Armkugel hinten stand etwas ab.

Die gemeinsame Kontrolle hat ergeben, dass der Ärmel tatsächlich weit außen sitzt. Wenn man sich jedoch die technische Zeichnung ansieht, tut er es dort auch. Und mit etwas Wegnahme vom Stoff hinten, sodass die Kurve nicht mehr so stark „ausufert“ hat sich auch dieses Problem gelöst. Allerdings braucht man dazu eine(n) Zweite(n), der sich mit Nähen und Passformen etwas auskennt.

# Muster, Hilfe!!!

Meinen Stoff habe ich am gemeinsamen Karlotta Pink Wochenende in Augsburg ausgesucht. Ich wollte unbedingt einen Aborigine Stoff auswählen. Jeder dieser Stoffe hat aber eine gewisse geometrische Wiederholung und daher habe ich mich schon stark im Kopf mit der Musterpositionierung beschäftigt. Das war auch der große Grund für meine Heimfahrt – und die Knopflöcher, da meine Maschine diese momentan nicht nähen will. Es ist einfacher gemeinsam am ausgebreiteten Stoff Schnittteile hin und her zu schieben. nach einigem Hin und Her ist jeweils das markante rote Muster in die Mitte gekommen (Voder-, Rückenteil und auch Ärmel).

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Riegeldetail

# Fortschritt

Papa ganz erstaunt: „Gestern hat sie gar nicht bis 11h genäht.“ Nein, aber dafür am nächsten Tag. Abwechslung brachte ein Mittagessen beim Asiaten, ein Fotoausflug für eine andere Jacke, die mein Freund einfach absolut schrecklich findet und ein abendlicher Besuch bei der Dorfrunde, die das erfolgreiche Maibaumaufstellen feierten.

Lupin Jacket Deer&Doe Karlotta Pink Print Jacke
Paspeltaschen-Detail

Am längsten gebraucht haben die Paspeltaschen – meine ersten. Das Probestück (direkt auf einem Originalstück) ist perfekt geworden, das zweite dann natürlich nicht mehr so ganz. Beim Fotografieren habe ich mich über die Taschen ziemlich amüsiert: Man kann sie zwar verwenden, aber es ist besser sie einfach nur als „Dekoration“ anzusehen. Ich musste mich ziemlich verrenken, um sie benützen zu können.

# Es wird knapp, sehr knapp…

Natürlich ist sich die Jacke in einem Wochenende nicht ausgegangen. Es fehlten noch das Absteppen und die Manschetten. Und das alles mit einer sehr knapp werdenden Fadenspule. Und es ist eng geworden. Ich habe eigentlich bei jedem Stich schon das letzte Fitzelchen erwartet. Ich hatte jedoch Glück, es sind sich sogar noch die Knöpfe ausgegangen, dabei habe ich schon überlegt diese in Rot anzunähen, als kleines Detail sozusagen.


Fazit: Das Schnittmuster ist sehr gut konstruiert, allerdings hat mich die eingeschränkte Größenauswahl erschreckt. Ich bin schon fast in der Mitte der Maßstabelle (besonders in der Taille, die bei mir immer mindestens eine Größe größer ist). Die Nahtzugabe von 1,5 cm ist besonders in den geschwungenen Nähten eher hinderlich, und würde ich in einer weiteren Version vor dem Nähen entfernen. Die Anleitung ist ausführlich, jedoch nicht Schritt für Schritt. Der Stoff ist „eigentlich“ mehr ein Blusenstoff, aber für das richtige Jackenschnittmuster lässt er sich auch wunderbar einsetzten, wie das Beispiel zeigt.

Schnittmuster: Jacke Lupin von Deer&Doe

Stoff: Aborigine Stoff „Bush Jam“ von Karlotta Pink – für dieses Projekt kostenlos zur Verfügung gestellt

Verlinkt zu RUMS, CreateInAustria.

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11 Gedanken zu “Jacke Lupin von Deer&Doe im abstrakten Aborigine-Print

  1. Eine Jacke mit Wow Effekt, die dir toll steht.
    Eine Frage hätte ich allerdings: Hast du den Stoff irgendwie verstärkt? Die Aborigine Stoffe sind ja doch eher dünn. Oder habe ich das überlesen?
    Das Leiden dass die Dinge oftmals am Probestück besser gelingen, als am Richtigen kenne ich leider auch.
    LG Birgit

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    1. Dankeschön!
      Ich hatte vor den Stoff zu verstärken, habe mich dann aber dagegen entschieden. Der Probestoff war um einiges steifer (da Denim), und hat die Jacke sehr „bockig“ gemacht. Es sah mehr nach Bomberjacke ausgesehen, was mir nicht unbedingt gefallen hat. Verstärkt sind nur die klassischen Elemente lt. Anleitung (Manschette, Belege, etc.).
      Viele Grüße, Anna

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    1. Der Stoff ist wirklich toll. Ich verliebe mich immer wieder aufs neue in ihn. Ich hatte gehofft, dass die Struktur zufällig angeordnet ist. Leider natürlich nicht, dadurch war die Plazierung der einzelnen Teile am Stoff gar nicht so einfach.
      VG, Anna

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    1. Ich habe ein sehr hellgelbes und olivfarbenes Futter zuhause gehabt (und entsprechend ausprobiert) und fand die Kombination ganz schrecklich. Der Stoff braucht einfach eine Powerfarbe.
      VG, Anna

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  2. Sehr cool geworden! Wahrscheinlich sieht man bei dem vielen Muster die perfekten Paspeltaschen gar nicht so genau, oder? Etwas schade. Inbsesondere zu den ruhigen Basics finde ich diesen Farbtupfer sehr gelungen und würde ihn direkt so in meine Garderobe übernehmen ;)
    Viele grüße!
    Marta

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    1. Die Paspeltaschen gehen wirklich unter. Leider. So schlecht sind sie nämlich nicht geworden.
      Die Jacke braucht tatsächlich einfarbige Gegenstücke. Aber nachdem ich bemerkt habe, dass meine auffälligsten Teile Pullis und Jacken sind (und die sich dadurch nicht Konkurrenz machen), passt das perfekt.
      Und abgeben werde ich sie so schnell nicht ;-)
      VG, Anna

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