#hackmydirndl in sportlichem Orange: Portfolio-Tasche und Sonnenschild

*** Ausgangsmaterial von coBRANDa kostenlos zur Verfügung gestellt ***

Über Kombinationsmöglichkeiten mit der starken farbe Orange habe ich in meinem ersten #hackmydirndl-Beitrag berichtet. Mittlerweile entdecke ich gerade neue aufregende Farbpartner für diese Farbe. Tatsächlich, ich muss andere Farbkombinationen versuchen, meinen Blick, mein Farbempfinden verbessern, denn dann tun sich ungeahnte Möglichkeiten auf. Ich sollte eben nicht immer beim Selben hängenbleiben …

Aber zuerst: Wenn man ein Dirndlkleid auseinandernimmt, erhält man ein schönes großes Stoffstück aus dem Rock. Traditionellerweise ist er gerade geschnitten, meist sind sogar die originalen Stoffkanten zu sehen. Daraus kann man allerhand machen. Was noch übrig bleibt ist der Dirndlleib, kleingliedrig in vielen Schnitteile geschnitten, um eine möglichst optimale Passform zu erhalten. Häufig findet sich am Leib viel Zierrat, Schmuckelemente, Borten, Paspeln und Knöpfe oder Haken. Genau das hat mich jetzt besonders interessiert. Am Leib meines orangen Dirndls ist vorne ein Einsatz aus dem Stickereistoff, für den habe ich schon eine Idee, eine dunkelblaue Posamentenborte und ein schön gesticktes Firmenetikett. Der Rest ist einfarbig orange mit naturleinenfarbenen Paspeln.

Irgendwie fand ich, es wäre doch schön, wenn man aus diesen interessant geschwungenen Teilen eine neue Fläche gestalten würde. Anfangs habe ich sie nur so in etwa übereinander geschoben, damit ich nicht schon etwas zerschnipsle (und damit zerstöre!) von dem ich noch gar nicht weiß, wie ich es am besten einsetze. Jetzt musste ich aber völlig neu denken, neue Assoziationen aufgreifen, mich vom Trachtig-Folkloristischen wegbewegen.

Orange mit Streifen erinnert mich zuerst einmal an Sport. Bei Sportmode setzt man Streifen gerne ein um eine dynamische Wirkung zu erzielen, man sollte zumindest schnell wirken (oder etwa nicht?). Die geschwungenen Linien der Ausschnitt- und Armlochkonturen erinnerten auch an einen genähten Fußball oder Lederball. Orange wirkt fruchtig frisch und sehr vital. Ich habe eine Negativschablone zu einem Sonnenschild, die meistens herumliegt und mit der begann ich zu spielen. Wie bei einem Keksausstecher kann man den idealen Ausschnitt suchen und sich anregen lassen.

Auch wenn das alles sehr vielversprechend aussah, entschied ich mich zuerst einmal dafür eine einfache Tasche zu nähen. Der Schnitt wird in der Anleitung als „Portfolio“ bezeichnet. Es ist so eine Art Clutch mit Schlinge fürs Handgelenk, wie es bei Herrenhandtaschen früher so üblich war. Zuerst habe ich meine neue Fläche, die Taschenvorderseite gestaltet. Wie ich in etwa vorgegangen bin, ist auf den Fotos gut zu sehen.

Anfangs wollte ich diesen Stoff, der oben auf dem Foto unter dem Leib liegt, als Futter einsetzen, entschied mich aber für wesentlich bequemer zu verarbeitende Baumwolle -und das war wirklich gut. Hier fanden sich nämlich wieder herrlich Farben zusammen, die einander zum Strahlen bringen ohne einander wehzutun. Die Rückseite der Tasche ist aus der Rückseite des Dirndlleibs genäht.

Taschen erschöpfen mich immer – soviel Fitzelarbeit und viele Stofflagen am Schluss. Ich hatte eigentlich keine rechte Lust mehr, war schon fast am Schlussmachen, da dachte ich, aus dem Baumwollrest und den letzten Stückchen vom Dirndlleib könnte sich doch noch ein Sonnenschild ausgehen.

Der wiederum war sehr schnell genäht (ich habe schon einmal einen gemacht). Es sieht so aus, als hätte ich die Kannte so schön mit dem bunten Stoff eingefasst. Tatsächlich ist der orange Schildteil so stark verstärkt, dass sich die Kanten nicht mehr umbügeln ließen. Da es sehr hübsch, eigentlich perfekt aussieht, habe ich es dabei belassen und nur versucht den Baumwolldruck etwas in Form zu bügeln. (Er steht unter ziemlich starker Spannung, was bei der Schildform aber kein Problem ist.) Herausgekommen ist ein fröhlicher Sonnenschild, eine dynamische Tasche. Ein kleines Etui für Kulis oder dergleichen ist so nebenbei entstanden.


Fazit: Bei der Tasche habe ich mich wirklich zusammengenommen und sie ist auch sehr gut gelungen. Trotzdem wundere ich mich über die vielen Zauberinnen, die so herrliche Taschen nähen können: Hut ab! Und da wir schon dabei sind, Hüte faszinieren mich immer … Momentan habe ich wieder besonders viel Freude an Kopfbedeckungen, sprich Hüten und Kappen und was es sonst noch gibt, in diesem stark vernachlässigten Bereich.

Material: Baumwollstoff aus meinem Schrank, Leib eines Dirndlkleids, unentgeltlich zur Verfügung gestellt von coBRANDa

Schnitt: Tasche: McCall’s M5995 Modell C; Sonnenschild: aus dem Buch Chapeau 25 Nähprojekte für Hüte, Mützen, Kopfschmuck & mehr zusammengestellt von Susanne Woods erschienen in Edition Michael Fischer 2013


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