Wie aus meiner Streifenvision ein Krakenkleid wurde

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Dieses Kleid sollte sowas von anders aussehen! Inspiriert durch ein genähtes Modell in einer Facebook-Gruppe „Nähen im Vintage-Stil“ plante ich einen süßen Rock und Top in Streifen. Da es nur ein Stoffrest von 130 x 150 war, tüftelte ich eine Weile herum und fand schließlich die perfekten Schnitte um einen Faltenrock und auch ein Oberteil aus dem Stoff herauszuholen. Stoffknappheit sorgt bekanntlich für Kreativität. So sollte der Rock senkrechte Streifen mit Messerfalten bekommen mit einem Umfang von 140 cm und aus dem Rest, der seitlich über bliebe, sollte ein kurzes Top mit waagrechte Streifen werden. Ich hatte die Idee und es würde perfekt werden.

Und, wie heißt es nicht so schön, es läuft nicht immer wie geplant. Dazwischen kam ein anderer Stoff in der Waschmaschine: beim Vorwaschen des Stoffes verfärbte sich das elegante Creme in stumpfes Grau, und sah einfach nur mehr schrecklich aus. Mit Entfärben lief auch nicht viel, also habe ich den Stoff entsorgt. Ich wollte ihn einfach nicht mehr sehen und fertig.

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Meinen Plan wollte ich trotzdem nicht total verwerfen. Mir ging es vor allem um das Top. Das kurze Top aus der Burda 01/1953, eigentlich ein Teil eines Fischerinnen-Kostüms, hatte es mir angetan. Ein Blick in den Stoffschrank zeigte, an Stoffmangel leide ich nicht. Und ich fand einen alternativen Stoff. Diesen hatte ich eigentlich für ein anderes Projekt geplant und zwar das hier.

Dazu hatte ich mir genau die benötigte Stoffmenge im Siebdruckkurs vor zwei Jahren mit Kraken bedruckt. Allerdings ändern sich ja Pläne und so unbedingt wollte ich das ursprüngliche Modell ohnehin nicht mehr nähen. So ist statt einem krakischen A-Linienkleid mit Schnick-Schnack Ausschnitt ein Krakenset anstelle eines Streifensets geworden. Klingt verwirrend, nicht war? War es auch. Ebenfalls maritim ist dieses Set, aber halt anders (und es wäre in meiner Vorstellung die gestreifte Variante so hübsch gewesen, zum Fotografieren auf dem Boot, meine ich). Ich habe das Gefühl, ich hätte den Blogpost „Die großen Irrtümer und Missgeschicke des Nähens“ taufen können.

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Beim Krakenstoff hatte ich nun mehr Stoff zur Verfügung musste mir aber auch Überlegen wie ich den Zuschnitt mache. Zum Glück musste ich nicht auf das Muster aufpassen, da ich die Kraken wild übereinander gedruckt habe und diese auch teilweise auf dem Kopf stehen.

Das Top und der Rock waren als mein kleines Aufwärmprojekt für das Karlotta Pink-Nähwochenende gedacht. Das Ensemble hat mich aber so ziemlich das ganze Wochenende beschäftigt. Vermeintlich schnelle Projekte gehen bekanntlich nie so zügig voran wie man glaubt.

Das Oberteil ist mit Batist gefüttert und hat seitlich einen Reissverschluss. Und richtig nett ist, das ich keine Änderungen am Top machen musste. Es wurde allerdings von den anderen Kursteilnehmerinnen bemängelt, dass ich meine Hände nicht hoch heben kann ohne „Underboob“. Aber ganz ehrlich, ich habe nicht vor darin Volleyball zu spielen.

Der Rock ist einfach in Falten gelegt, der Bund ordentlich stabilisiert und der Saum ist mit einem breiten Satinband versäubert, meine derzeit bevorzugte Methode Säume zu nähen. Das Satinband gibt dem Rocksaum einen gewissen Körper, verleiht dem ganzen die nötige Schwere und ist optisch auch noch sehr hübsch.

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Fotografiert haben am Vierwaldstätter See auf einem wunderschönen Original-Holzmotorboot aus den 60zigern. Hiermit ein herzlich Dank ein die Bootseigner! Es war toller Vormittag. Fotografiert haben übrigens wieder Dani von Fotospuren und Marco von Mr-Foto vom Fototeam Luzern, die auch die Idee für diese geniale Kulisse hatten.


Fazit: Noch nicht getragen, aber ich bin sicher, dass wird ein richtig angenehmes Hochsommer Set. Ich warte immer mit dem Tragen bis ich Fotos habe, für den Fall des Falles.

Schnitt: Bluse Burda 1 1953

Änderungen: keine

Material: Baumwollstoff von mir selber im  Siebdruckkurs bedruckt.

Verlinkt zu: Creadienstag, HoT, DienstagsDinge, AWSCreateInAustriaSewLaLaDuFürDich, Frau freut sich

Am See


29 Gedanken zu “Wie aus meiner Streifenvision ein Krakenkleid wurde

  1. Wow! Dein Kleid sieht wirklich toll aus und steht Dir super! Dass Du den Stoff selbst bedruckt hast, beeindruckt mich sehr. Toll!

    Herzliche Grüße Irene

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  2. Tolles Kleid! Ja, die liebe Not macht erfinderisch. So kenne ich das auch! Und meistens kommt am Ende tatsächlich etwas richtig Gutes heraus. Aber die Streifen wären sicher auch toll geworden.
    Liebe Grüße,
    Julia

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    1. Ja den Streifen trauere ich noch ein bisschen hinterher, in dem Laden hätten sie den Stoff vermutlich inzwischen sogar nachbekommen, aber wer weiß womöglich hätte ich den Stoff erneut verwaschen.
      Lg Sabine

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  3. Wow echt klasse Outfit! Der Krakenstoff ist großartig in seiner Farbgebung und der Schnitt wirklich ein echtes Highlight. Tolle Fotos sind das geworden, da habt Ihr wieder alles gegeben! Bin schwer beeindruckt! LG Kuestensocke

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  4. Très chic! Ach, wenn doch nur alle Missgeschicke und Irrtümer zu solch großartigen Ergebnissen führen würden. Bisher hat mich Siebdruck nicht sonderlich interessiert, aber mit Blick auf Deine Kraken, denke ich, dass sich da nochmals eine ganz neue Welt textiler Gestaltung erschließt … LG Manuela

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    1. Merci Merci
      Ja manchmal kann man versehen auch nur wegschmeißen.

      Siebdruck ist eine tolle Methode um Stoffe zu gestalten, nur nicht unbedingt was für Zuhause.
      Ich war jetzt in zwei Kursen, hab mich ausgetobt und bin an der nächsten Herausforderung dran.
      Lg Sabine

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  5. Tolles Set! Besonders der Krakenstoff hat es mir angetan. Wie gut, dass deine ursprünglichen Pläne nicht so wollten wie sie sollten. So hast du nun das perfekte maritime Sommeroutfit. Viel Freude beim Tragen!
    LG Nadine

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    1. Jedenfalls habe ich den ganzen Verschnitt vom Stoff aufgehoben, damit vielleicht auch aus den Resten noch was genäht werden kann.
      Und Kraken sind einfach toll, ich hoffe irgendwann noch mal einen streicheln zu dürfen.
      Lg Sabine

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