Lieblingsschnitt & Lieblingsbücher: Bluse und Hose aus „Nähen im japanischen Stil“

(read in English)

Japanisch nähen Bluse und Hose
Das Buch „Nähen im japanischen Stil“ von Shufu To Seikatsu Sha, habe ich vor einigen Jahren von meiner Mutter geschenkt bekommen mit den Worten: „Das wäre vielleicht was für dich“. Ich glaube nicht, dass ich sofort etwas daraus genäht habe, aber ich habe gleich einmal eine Reihe von Schnitten herausgenommen. (Ich mag es nämlich überhaupt nicht, wenn ich nähen möchte und mich zuerst mit dem Schnitte herausnehmen plagen muss.)

Mittlerweile habe ich zwar noch nicht alles genäht, aber einiges und das sind richtige Lieblingsstücke. Einer meiner absoluten Favoriten ist die weite Hose. Ich habe sie – nachdem ich meine persönlichen Anpassungen (Reithosenspeck) gemacht habe – schon in vielen verschiedenen Farben und Stoffen (überwiegend Leinen) genäht. Diese Hosen begleiten mich durch den ganzen Sommer.

Auf den Fotos oben sieht man die kurze Bluse aus einem Reststück eines indischen Baumwoll-Blockprint, darum ist sie auch etwas kürzer ausgefallen. Eine zweite Variante ist die blaue Bluse mit den Flatterärmeln. Bei den Blusen und dem Top ist für mich der Ausschnitt immer zu weit – das kann auch an meiner lässigen, um nicht zu sagen schlampigen Art, des Herausnehmens der Schnitte liegen. Ich muss jedenfalls immer ein wenig einhalten und/oder Falten legen. Trotzdem greife ich gerne auf diese Schnitte zurück.

Vielleicht stellt man sich unter dem Titel „Nähen im japanischen Stil“ zuerst etwas anderes vor. Es geht nicht um Kimono oder ähnlich Traditionelles, es geht um zeitlose, bequeme und moderne Kleidung. Sehr schön entspannt und still fotografiert, als Modelle stehen durchschnittliche japanische Frauen unterschiedlichen Alters zur Verfügung: Designerinnen und Stylistinnen. Bei dieser Gelegenheit möchte ich auf Größe und Proportionen kommen: Diese Frauen sind allesamt klein und eher zart. Eine große Frau, die vielleicht zudem nicht ganz schlank ist, sollte das bei der Vorbereitung unbedingt berücksichtigen. Großen Wert legt die Autorin auf die gute Kombinierbarkeit ihrer vorgestellten Modelle und zeigt dazu passende Kleidungsstücke und Accessoires, die eine gute Ergänzung wären. Auch für die Resteverwertung gibt es einige Tipps und Inspirationen (z.B. Taschentücher, Haarbänder…). Genäht wurden die fotografierten Beispiele überwiegend aus zeitlosen und eher klassischen Leinen- und Baumwollstoffen, die in sich wieder sehr gut harmonieren.

Das wirklich Großartige an diesem Buch sind die hervorragend gezeichneten Anleitungen. Mit selbst guten Fotos ist gleiches nicht erreichbar.  Wie bei allen japanischen Handarbeitsbüchern braucht man den Text nicht zu lesen – die technischen  Zeichnungen geben jede Information. (Das ist aufgrund der relativ komplizierten Schrift für Japaner notwendig.)

Das vorgestellte Buch gliedert sich in drei große Kapitel:

1. Projekte

Bei den Projekten werden die 8 Grundschnitte und ihre Varianten mit Fotos und kurzen Erläuterungen vorgestellt, sodass man am Ende 25 verschiedene Kleidungsstücke nähen kann.

2. Grundsätzliches zum Nähen

Dieses Kapitel beschreibt Hilfsmittel, Nähtipps, Maße und dergleichen. Die Schnitte auf den beiden Bogen enthalten keine Nahtzugaben.

3. Stoffzuschnitt und Gestaltung

Hier werden die einzelnen Modelle ausführlich erläutert, mit vielen hervorragenden Zeichnungen, und ihre Herstellung Schritt für Schritt genau erklärt. Dabei wird in einem grauen Feld das benötigte Material und Zubehör (Einlage, Haken …) beschrieben, und es gibt nochmals eine Größentabelle. Dann folgt der Zuschneideplan für die möglichen Stoffauflagen und ein textlicher Überblick über die nötigen Arbeitsschritte (beziffert) und wo nötig entsprechende Zeichnungen.


Fazit: Ein fundiertes Buch mit schönen Modellen, die wirklich das Zeug zum Lieblingsstück haben. Daraus genäht: Hose, ausgestellter Rock mit Sattel und Kellerfalte, ärmelloses Top, Raglanoberteil (das hat für mich noch nicht wirklich funktioniert – es kann aber, wie gesagt, auch an mir liegen), kurze Bluse.

Änderungen: Nach Herkunft individuelle Größenunterschiede berücksichtigen

Stoff: Blusen: indischer Blockprint in Schwarz, Natur, Rotbraun von Karlotta Pink, blauer Baumwollborkenkrepp gekauft vor Jahren in Budweis; Hose: Leinenmischgewebe gekauft bei MyTex

Buchtitel: „Nähen im japanischen Stil“ von Shufu To Seikatso Sha, 2012 Haupt Verlag, mit vielen Fotos und Zeichnungen, 2 Schnittbögen (die Schnitte enthalten keine Nahtzugaben) in den Größen XS, S, M, L; ISBN 978-3-258-60061-1

Verlinkt zu MeMadeMittwoch,  Sewlala und CreateInAustria.


21 Gedanken zu “Lieblingsschnitt & Lieblingsbücher: Bluse und Hose aus „Nähen im japanischen Stil“

  1. Die perfekte Sommergarderobe! Weißt du zufällig, ob bei der deutschen Ausgabe noch eine größere Größe angefügt wurde? Das war nämlich tatsächlich mein Problem (allerdings anhand der japanischen Bücher, bevor sie übersetzt wurden) – ich war schlicht viel zu groß dafür.
    LG, Bele

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    1. Das weiß ich leider nicht, ich trage Größe 42 und habe die größte Größe gewählt, abgesehen von meinem Erfahrungswert was mehr Zugabe wegen des „Hüftgolds“ betrifft. Liebe Grüße Silvia

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  2. Das schöne Buch besitze ich auch. Leider hab ich noch nichts daraus genäht, dabei ist deine Leinenhose so ein tolles Sommerbasic dass sich auch gut in meinen Kleiderschrank einfügen würde. Gemerkt :-)
    Lieber Gruß
    Elke

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    1. Die Hose ist einfach supergemütlich, ich habe, glaube ich, mindestens fünf davon- in unterschiedlichen Gebrauchtvarianten( manche nur mehr für daheim).Sehr gut gefällt mir auch das Wickeloberteil und das Hemd..Naja, vielleicht demnächst…Liebe Grüße Silvia

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  3. Wegen des ganz anderen Körperbaus, als des europäisch üblichen, habe ich um diese Bücher bisher einen Bogen gemacht, obwohl mir der Stil sehr gut gefällt, wie auch deine Beispiele.
    LG von Susanne

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  4. Der Blockprint Stoff ist großartig! und deine lässig eleganten Kombis sind es auch. Ich nähe sehr gern nach den japanischen Schnittmustern und habe dafür sogar eine eigene Kategorie im Blog. Bei mir stehen japanische, französische und englische Ausgaben der Bücher (aber keine einzige deutsche), durch die wunderbaren Zeichnungen ist das überhaupt kein Problem. Die klaren Linien der Schnitte lassen den Stoffen viel Raum und man kann vom feinen Batist bis zum dicken Wollstoff alles verarbeiten und einen Schnitt immer wieder anders aussehen lassen.
    Herzliche Grüße,
    Malou

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  5. Dieses Buch und auch die anderen japanischen nähbücher finde ich allesamt genial. Ich muss die Schulter immer ein bisschen anpassen. Die Anleitungen könnten nicht verständlicher sein. LG Anja

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    1. Anpassungen sind wohl nicht ganz zu vermeiden, vergleicht man die Proportionen der Asiatinnen mit denen der Eurpäerinnen. Aber wie du sagst, die japanischen Bücher sind genial. Ich nähe gerade aus einem anderen. Mal sehen. Liebe Grüße Silvia!

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  6. Liebe Silvia,
    ich bin reinzufällig auf petersilieundco gestoßen…. ich kann eigentlich nicht nähen (nur ein bissl patchworken), aber ich hab Lust drauf bekommen durch euren Blog. :-). Vielleicht schaffe ich ja mit eurer Hilfe einen Rock?!
    Und: Von welcher Rasse ist euer entzückender Hund? Ich hatte einen holländischen Hirtenhund, der ähnlich aussah.
    Herzliche Grüße
    Edith

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    1. Danke für den lieben Kommentar! Ich würde sagen, wenn du Patchwork kannst, kannst du auch Kleidungsstücke nähen. Ich selber mag`s auch gern unkompliziert. Ein Tellerrock ist eigentlich ein Kreis mit einem Loch in der Mitte-näht man es groß genug, dass man ihn über die Hüfte kriegt, genügt ein Gummi. Ich habe einen , nein zwei, die so gemacht sind und ich liebe sie. Der zweite einfache Rock ist ein Rechteck, zusammengenäht als Röhre und auch mit Gummi im Tunnel, breitem Gummiband oder wer schon möchte in Falten gelegt oder mit der Hand oder Maschine gezogen( Dirndlröcke werden so genäht) hier braucht es aber einen Schlitz zum reinschlupfen und den nötigen Verschluß: Knöpfe oder Reißverschluß. Unser Hund ist ein Mischling unbekanter Herkunft und Vorfahren. L.G. Silvia- Ich glaub ich schreib gleich mal einen Beitrag über Röcke nähen ohne Schnitt!

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