Top, Flop & Secret Pyjama – Rotes Vintageoutfit

(read in English)

Bloggertreffen7

Dieses Outfit ist ein Fall von neuer Lieblinge bis mag ich nur solala. Und ausnahmsweise gab es auch schon einen ausgiebigen Praxistest vom kompletten Outfit in Augsburg. Alle drei Stücke haben eine ganz andere Entstehungsgeschichte und verschiedene Schnitte, darum werde ich separat über die drei Stücke schreiben.

Mein neuer Liebling: Die Bluse

Die Bluse ist eindeutig einer meiner neuen Lieblinge. Die Gründe sind folgende:

  • Der Stoff. Vor einiger Zeit habe ich bei Karlotta Pink den Stoff auf Instagram vernäht von Betty (@bettysvintagelove) gesehen und war gleich schwer hingerissen von dem Stoff. Bei einem meiner Besuche bei Karlotta Pink in Einsiedeln sah ich den letzten Rest des Stoffes und hab gleich alles was noch da war gekauft. Was genau daraus werden sollte, war zu diesen Zeitpunkt noch unklar.
  • Der Schnitt. Wie der Schnitt werden würde war eine kleine Überraschung. Denn es war wieder einmal ein neuer Vintageschnitt dieses Mal aus der Zeitschrift „Frau und Mutter“ von 10/1951. Das passende Heft habe ich nicht, nur den Schnittmusterbogen mit den Illustrationen der Modelle und die jeweiligen Schnitte aufgelistet. Mich zog der Ausschnitt als auch das Figurbetonte der Bluse an.
  • Die Passform. Nach dem ersten Anpassen des Probemodells war ich nicht glücklich. Aber beim zweiten Anlauf und mit der Inspiration einer sehr ähnlichen Bluse von „By Gum, By Golly„, entsprach die Bluse dann auch passformtechnisch meinen Wünschen.
  • Die Verarbeitung. Hin und wieder (nicht immer) habe ich richtig Lust auf Handnähen, es ist einfach beruhigend. Man näht langsam einen Stich nach dem anderen. Darum ist bei der Bluse das komplette Innenleben, als auch alle Säume mit der Hand genäht. Man sieht zwar nur die Säume am Ausschnitt und an den Ärmeln, aber das macht nichts.
  • Die Bluse ist gemütlich und superluftig, obwohl sie nicht aus Jersey oder einem anderem Stretchstoff ist. Das war geradezu eine Erleuchtung und hat dafür gesorgt, dass ich halbfertige Jersey-Versuche entsorgt habe und meine gehorteten Streifenjerseys meiner Schwester geschenkt habe.

Der Schnitt wird noch öfters genäht, super simpel aber hübsch. Ich habe mir überlegt, dass ich an der Bluse den Ausschnitt variieren könnte. Zum Beispiel anstelle des Keils ein Schlüsselloch oder so. Und für den Rest des Harlekinstoffes werde ich auch noch einen passenden stoffsparenden Schnitt finden.

Secret Pyjama: Die Marlenehose

Die Marlenhose gehört eindeutig in die Kategorie Secret Pyjama. Schick als auch super gemütlich und auch einen Abend auf dem Sofa übersteht sie knitterfrei. Da kann ich nur sagen: Nie wieder Skinny Jeans, egal wieviel Stretch diese haben.

  • Stoff. Der Stoff ist ein weinroter Crepe mit Stretch von buttinette (nicht mehr gefunden). Darum sollte die Hose auch ideal für den Sommer sein. Schöner Fall, ein gewisse Schwere, aber auch fest genug dass sich nicht alles abzeichnet.
  • Schnitt. Der Schnitt ist selbstkontruiert, allerdings ist das Zeichnen des Schnittes schon etwas her und ich bin eindeutig nicht weniger geworden um die Taille herum. Mit dem Abflachen der hinteren Naht und weniger tiefen Abnähern ließ sich das aber in den Griff bekommen.
  • Nähzeit. Meine neue Marlenhose war innert eines Monats genäht und es hat nicht wie bei meiner Ersten (noch nicht gezeigt) ein Jahr gedauert bis sie endlich fertig wurde. Im Moment ist zwar keine weitere Hose geplant, aber sie wird sicher nicht alleine bleiben

Und dieses mal ist die Marlenehose für flache Schuhe geeignet. So toll ich Schuhe mit Absatz finde, in der Realität trage ich doch lieber flache Schuhe. Darum bin auch gerade eifrig dabei mein Sortiment flacher Schuhe zu erweitern: mit Stoffsneaker in verschiedenen Farben, damit diese dann zu meinen Kleidungsstücken passen.

Jacke Simplicity Marlenehose Bluse Vintage Stoff Karlotta pink

Der Flop?! Die Jacke

Hübsch aber irgendwie nur okay.

  • Stoff. Ich finde den Stoff toll, schöne Farbe und Haptik.
  • Schnitt. Ich habe das Leo Modell von by „Gum by Golly“ geliebt und dachte mir das wird mein neuer Lieblingsschnitt für Jäckchen zu meinen weiten Röcken. Der Schnitt von Simplicity 1319 (deutsche Nummer ist eine andere) ist super simpel und schnell genäht. Den Schalkragen, den finde ich nach wie vor toll.

Und das sind nun meine Schwierigkeiten:

  • Die Maßtabelle. Die Schnitte nach den Big 4 sind ja berühmt berüchtigt dafür viel zu groß zu sein. Es gibt zwar Angaben mit dem Maßen des fertigen Kleidungsstückes, wenn es sich dabei aber nur um die Rückenlänge handelt hilft es nicht viel. Teilweise wird empfohlen anstelle des Brustumfangs den Umfang über der Brust zu nehmen und dann bei Bedarf eine FBA zu machen. Für was gibt es dann überhaupt eine Größentabelle? Ich habe jedenfalls anstelle der laut Maßtabelle benötigten 14 die 6 genommen, die kleinste Größe. (14 cm weniger Umfang rund um die Taille!!)
  • Die Nahtzugabe. Ich bin es gewohnt Schnittmuster ohne Nahtzugabe zu verwenden. Ich bin davon ausgegangen, dass die im Schnitt enthaltenene Nahtzugabe „funktioniert“. Leider hat bei den Ärmeln das Futter gezogen und ich habe einen Futterstreifen einsetzten müssen (einmal die Manschettebreiten). Beim Saum war das Futter auch zu kurz.
  • Die Ärmel. Die Ärmellänge finde ich nur solala (Ärmel anwinkeln und einstecken dann bekommt man so in etwa die Optik der Illustration) und die Breite der Original Aufschläge ist mickrig. Daher habe ich die Manschetten verdoppelt – von original 4 auf 8 cm. Auch besteht die Gefahr wenn man brav dem Originalschnitt folgt, dass das Futter vorblitzt.
  • Die Jackenlänge. Damit ich genügend Spielraum hatte um die perfekte Länge zu finden, habe ich die längere Variante zugeschnitten und habe schlussendlich nur 1,5 cm nach oben eingeschlagen. Wer also wirklich eine lange Variante nähen will, muss noch einiges an Länge dazugeben.

Nach einem Wochenende intensiven Tragens, finde ich die Jacke ganz okay, ein neuer Liebling, wie erwartet, wird die Jacke wohl nicht. Der Schnitt ist bereits ins Schnittlager meiner Mama weitergewandert.

Fazit: Ich bleibe lieber bei Burda und meinen geliebten Vintage Schnittmustern. Da weiß ich, was mich erwartet und bis auf eine einzige Katastrophe, hat bisher noch alles gepasst. Es ist sehr zu empfehlen Schnitte zu nähen, die anstelle einer Illustration ein Foto des Modells haben, selbst wenn der Schnitt noch etwas am Modell angepasst wird. Denn das genähte Kleidungsstück entspricht eindeutig mehr der Realität als eine Illustration, bei der der Künstler ja immer übertreiben und stilisieren wird.

Schnittmuster: Top: „Frau und Mutter“, 10/1951; Hose: selbstgezeichnet, Jacke: Simplicity 1319

Stoffe: Top: Harlekinstoff von Karlotta Pink; Hose: Crepe von Buttinette; Jacke: Wollstoff von myTex

Verlinkt zu RUMS, CreateInAustria und dem Sternzeichen Sew-Along von bachnixen, denn wie ich beim Widder-Horoskop bereits geschrieben habe: ich trage sehr, sehr gerne das Widder-typische Rot.

Sabine Harlekinbluse


16 Gedanken zu “Top, Flop & Secret Pyjama – Rotes Vintageoutfit

  1. Rot steht dir wirklich gut! Und ich glaub dir sofort, dass diese Bluse ein Lieblingsteilchen geworden ist! Der Schnitt schaut wirklich sehr sehr lässig an dir aus! Steht dir! :-)
    Lg
    Alina

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  2. Sabine die Bluse ist richtig toll! der Stoff gefällt mir ausnehmend gut , und der Schnitt ist zauberhaft .. ich brauche auch unbedingt etwas enganliegendes , weil ich mich immer frage was ich zu hohen Röcke oder Hosen tragen soll , wo man es einfach reinstecken muss… lg Sarah

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    1. Dankeschön.
      Wenn ein Top weit zu einem hohen Rock oder Hose sein soll, dann die perfekte Länge essentiell, damit noch irgeneine Figur hat und nicht zum Kartoffelsack wird.
      Da finde ich so eng oder ein bisschen blusig viel einfacher.
      Lg Sabine

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  3. Dein Outfit gefällt mir sehr, besonders die Hose! Auch die Jacke finde ich sehr chic, vielleicht wird sie doch noch ein Liebling, auch wenn Du den Schnitt nicht noch mal nähst. Die Bluse ist ein wunderbares Bindeglied.
    Liebe Grüße, SaSa

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  4. Tolles Gesamtoutfit. Das Blüschen ist zucker! Und die Hose wäre auch meins, und in dieser weiten Form steht schon eine auf meiner Nähliste (auch wenn ich meine Zigarettenhose gerne trage).
    Liebe Grüße von Ina

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  5. Aah da ist sie Deine rote Marlenehose! Mehrmals angekündigt, endlich zu sehen. Très chic. Hose und Bluse gefallen mit ausgesprochen gut. Die Kombination ist super. Von der Zeitschrift habe ich noch nie zuvor gehört. Spannend! LG Manuela

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    1. Ja das ist nun endlich die rote Marlene.
      Die Zeitschrift ist mal per Zufall mit einem Konvolut bei gelandet. Es gibt so viele mehr Nähzeitschriften als man denkt bzw Schnittmusterbeilagen so viel üblicher auch bei Frauenzeitschriften.
      Lg Sabine

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  6. Wow, Du hast für das Treffen ein ganzes Outfit genäht – Bewunderung! Die Hose gefällt mir ganz besonders. Schöne Farbe und schöner Fall des Stoffes – gerade bei den weiten Hosen finde ich das wichtig. Die Bluse finde ich ebenfalls ganz entzückend! Die Jacke, ja schade, dass Ihr keine Freunde werdet. ich finde die gar nicht schlecht – aber wenn Dir der anstrengende Nähprozess etwas das Tragen vergrätzt hat, hilft wohl nur etwas zeitlicher Abstand. Ich selber nähe am liebsten nach den amerikanischen Schnittmustern, wenn ich Burda nähe und mir dann die Nahtzugaben dranbasteln muss – steht ich schon kurz vor der Krise . nähe ich Vouge, läuft alles wie am Schnürchen….
    Wie wunderbar, dass jeder für seine Nähvorlieben den richtigen Anbieter finden kann – was für ein Luxus! LG Kuestensocke

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    1. Direkt nur fürs Treffen nicht, ich dachte mir da habe ich ein Ziel bis wann das Outfit fertig sein soll. Ein zweites habe ich ja auch noch genäht.
      Das nähen war gar nicht so schlimm, erst wie es um die Länge der Jacke ging war die Begeisterung weg. Aber man kann ja nicht nur Favoriten nähen.

      Vermutlich ist es auch reine Routine und Erfahrungssache was bevorzugt genäht wird.
      Lg Sabine

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  7. Das gesamt Outfit gefällt mir sehr. Aber besonders die Bluse, die ist echt der Knaller! Und zusammen mit der Hose sieht das super aus! Daumen hoch! 🙂

    Ich trage auch lieber flache Schuhe. Und weil ich nicht die passenden Farben bei dem angebotenen Chucks-Sortiment gefunden habe, habe mir letzten Sommer einfach einige in weiß gekauft (die ganz günstigen von Deichm***; passen sehr gut und sehen wertig aus) und hab sie in der Waschmaschine eingefärbt! Klappt hervorragend!! So habe ich jetzt welche in grün, schokobraun, knallrot, lila und petrol. 🙂

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