18 Tipps für gute Modefotografien

fototips

Das Internet ist nicht unbedingt mein Metier. Ich gehöre weder der Generation Computer, noch der Generation Internet an. Was ich aber bei der Mitarbeit an unserem Blog erkannt habe: das Internet ist vor allem ein Medium der Bilder. Und da gibt es bei all den engagierten Bloggern höchst Unterschiedliches zu sehen.

Alle haben soviel Zeit, Freude, Liebe und Energie in die Herstellung der Kleidungsstücke und Handarbeiten gesteckt, da sollten diese doch so gut als möglich präsentiert werden. Zur eigenen Freude und zum Vergnügen der Anderen. Es wäre doch ewig schade, wenn man nicht das Bestmögliche aus den Modellen macht.

Fotografie, ganz allgemein, war ein Teil meiner Ausbildung. Unsere alte Digitalkamera ließ mich jedoch ständig im Stich (Batterien leer, Speicherkarte voll), daher habe ich eine überaus praktische kleine Kamera von meiner Tochter geschenkt bekommen (Canon Ixus275 HS), auf die ich sehr stolz bin und die hervorragende Bilder liefert. Egal womit man fotografiert, es gibt ein paar Punkte, die sehr viel Wesentlicher sind, als technische Möglichkeiten, und der erste entscheidende Punkt ist: der- oder diejenige mit der Kamera in der Hand.

Mir persönlich macht Modegrafie großen Spaß, aber ich verstehe, dass es nicht jedermanns Sache ist. (Fotografieren genauso wie Modell stehen.) Um trotzdem Freude an gelungenen Bildern zu haben, gebe ich  ein paar Tips, die wirklich hilfreich sind. (Und beantworte auch gerne weitere Fragen). Wer weiß, vielleicht entdeckt ihr noch verborgene Talente in euch.

An den Fotografen:

  1. Weit genug weggehen, dafür aber zoomen!
  2. Bei einer stehenden Figur mindestens aus Hüfthöhe, also im Sitzen oder in der Hocke fotografieren. Warum? Weil aus gleichhoher oder höhere Position aufgenommene Bilder unschöne Verkürzungen der Beine, bzw. verschobene Proportionen erzeugen. Der Oberkörper wirkt zu mächtig, die Beine spindeldünn.
  3. Für Anfänger ist diffuses Licht am günstigsten: im Schattenbereich, Morgen- oder Abendsonne. Damit vermeidet man zusammengekniffene Augen, oder irritierende Schlagschatten in Gesichtern.
  4. Besondere Lichtstimmungen können naürlich sehr reizvoll sein: Gegenlicht wirkt duftig, eine einzige Lampe dramatisch, Lichtflecken beleben die Fläche, Haut …
  5. Viele Fotos machen, um eine große Auswahl zu haben, mit der digitelen Kamera ist das kein Problem. Kleinigkeiten machen ein Foto manchmal unbrauchbar. Aber auch ein unscharfes oder verwackeltes Bild hat manchmal eine starke Wirkung.
  6. Das Modell bewegen lassen (langsam oder schnell, was gut aussieht öfter wiederholen), tanzen, drehen, springen, das ergibt sehr reizvolle Bilder.
  7. Wichtig: Man muss sich vor dem Fotografen wohlfühlen. Das ist nicht immer leicht, also ein ungestörtes Plätzchen fürs Shooting suchen.
  8. Das Modell sieht sich sebst nicht, also einen Blick auf den korrekten Sitz der Kleidung (Kragen, Falten, Säume… ) werfen.
  9. Hintergrund: Er soll vor allem die Aussage unterstützen und nicht konkurrieren! Es muß nicht unbedingt ein Schloss sein, auch eine alte Mauer oder Baustelle kann cool sein, der Hintergrund erzählt eine Geschichte.
    Es funktioniert nicht jeder Hintergrund so wie man sich’s gedacht hat. Ich probiere gerne mehreres aus.
  10. Man kann mit kleinen Serien Minigeschichten erzählen: Reizvoll für Fotografen und Betrachter.
  11. Es gibt immer noch die Möglichkeit einen guten Ausschnitt zu suchen. So kann aus einem belanglosen oder langweiligen Foto immer noch ein spannendes Modefoto werden, bzw. die Wirkung kann drastisch gesteigert werden.
  12. Wenn man den Körper anschneiden will, weil jemand überhaupt nichts vom Gesicht zeigen will: Vorsicht, ein willkürliches Abschneiden des Kopfes schaut schnell nach geköpft aus. Ein Stückchen Hals, den Kinnansatz, eventuell das Ohrläppchen sollte man sehen.
  13. Sich durch gute Modeaufnahmen inspirieren lassen.

An das Modell:

  1. Die Haltung des Modells: Die meisten Schwächen sind angespannte oder unsichere Haltung. (Wir sind keine Berufsmodelle.) Es erleichtert das Posen sehr, wenn man dem Modell etwas in die Hand gibt z.B. eine Zeitung, ein Buch, Handschuhe … oder typische Alltagsbewegungen ausführen lässt: Haare zusammenbinden, Brille aufsetzen oder putzen, … Schritt nach vor, in einem Block blättern, die Katze streicheln. All das verhindert das unnatürliche Einfrieren.
  2. Zwischen Arm und Körper etwas Luft lassen (damit keine große geschlossene Fläche entsteht). Arme nicht ganz durchstrecken, unbedeckte Knie nicht durchstrecken. Auf den Bauch und auf die Fußstellung achten.
  3. Das Gesicht: Wir haben viele Diskussionen geführt, ob und wieviel jeder von seinem Gesicht zeigen mag. Wir wollen eigentlich keine Porträts haben, sondern Kleidung, Mode fotografieren! Man muss nicht bei jedem Bild skeptisch oder dramatisch in die Kamera gucken – mir passiert ersteres auch manchmal – das irritiert oft. Man kann genausogut zur Seite, nach oben, unten, zurück, durch die Finger, über eine Zeitung, ein Buch, durch ein Fernrohr, über den Kragen, Schal, … schauen. Aber nie den Kopf hinein stecken (Doppelkinngefahr), also eher das Kinn anheben, eventuell Richtung Kamera strecken.
  4. Unbedingt die Kleidung bügeln!
  5. Gute Kombinationen wählen, die das Kleidungsstück zur Geltung bringen, aber nicht erschlagen. Auch Accessoires (Schmuck, Schuhe, Tasche, Brille) Aufmerksamkeit schenken. Ruhig mal ein bisschen mutig sein, vielleicht mal mit Hut, viel Schmuck, etc. (Coco Chanel lässt grüßen)
  6. Mit Humor geht alles besser =)

Ich wünsche viel Erfolg beim Fotografieren bzw. fotografiert werden!
SilviaF.

Verlinkt zu So mach ich das


3 Gedanken zu “18 Tipps für gute Modefotografien

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s