Ein Strickstoffprojekt – Der unbeholfene Beginn

Gleich mal vorneweg, ich habe noch keine Bilder auf denen ich diesen Pullover trage. Aber ich habe mir mal gedacht, ich schreibe auf, was mir in meinem ersten – tatsächlich! – Strickstoffprojekt so durch den Kopf gegangen sind.

So, und nun zum nächsten: Ich haben richtig großen Respekt vor Strickstoff. Ich habe mal ganz am Anfang ein strickstoffartiges Projekt genäht. Ich habe es schon lange nicht mehr. Erinnern kann ich mich an ziemlich wellige Nähte und viel fluchen. Und dann brauchte ich einen „Beistoff“ um für eine Stoffbestellung auf Versandkostenfrei zu kommen, und fand diesen wirklich sehr schönen Strickstoff.

Strickstoffe gibts in allen Facetten. Dick, dünn, weiß, …

Das ist meiner: Grau-altrose meliert, 70% Baumwolle und 30% Polyester, schöne Festigkeit (d.h. er zerfließt nicht direkt in den Händen).

Vorwaschen? Gefährlich!

Nicht vorwaschen wahrscheinlich auch. Aber, das Problem beim Vorwaschen ist einfach, dass der Stoff dann irgendwie krumm auf der Wäscheleine hängt und sich verzieht?! Noch doofer.

Ihr kennt das sicher auch von Jersey. Der liegt da so perfekt, ganz frisch vom Stoffladen. Es ist immer wieder eine Überwindung den Stoff in die Waschmaschine zu stecken.

Von den Auswirkungen werde ich noch erzählen.

Oversize geht immer

Für mein Jogging-Outfit vor kurzem, wollte ich eigentlich etwas oversiziges Nähen. Wurde nichts, obwohl ich es bereits genäht habe. Für dieses Projekt sollte es auch oversize werden, und dazu habe ich ein Schnittmuster ausgewählt, dass ich schon genäht hatte. Diesmal wurde es etwas.

Im Nachhinein, ist der Pulli eventuell etwas groß ausgefallen. Aber eventuell wird das durch das Nicht-Vorwaschen wieder ausgeglichen?

Alles krum

Nach der Entscheidung gegen Vorwaschen und für ein Schnittmuster ging ans Zuschneiden. Und dann war der Stoff selbst ohne Vorwaschen krum und verzogen. Unerfreulich, nicht? Soviel zum Plan.

Ich habe daher Freestyle nach den Maschen statt nach der geraden Papierkante zugeschnitten.

Auflösen in Slow-Motion

Eine meiner größten Ängste beim Strickstoff ist, dass er sich vor meinen Augen auflöst. Wahrscheinlich auch unbegründet, aber der erste Schritt nach dem Zuschneiden war es, die Kanten mit der Overlock zu versäubern.

Und damit kamen die Wellen. Es hat sich wirklich noch nie ein Stoff sooo gezogen.

So schnell hat man ein Nachthemd

Sagt doch alles, oder?

Der verlängerte Saum war sehr lang, die (auch verlängerten) Ärmel sehr lang, … Der Rollkragen war ok. Aber die … Halsnaht (?!) war schon etwas ausgeleiert.

Also, Nachthemd.

Herrje.

Und jetzt?

Der Saum ist wieder gekürzt – zumindest vorne. Der Ärmel ist zweimal umgeschlagen.

Ja, und jetzt? Jetzt muss ich mich noch um die Halsnaht kümmern. Alleine das Vorderteil (und das ist durch die Raglanärmel nicht besonders lang), hat sich schon um einige Zentimeter verlängert!

Sabine meint, ich könnte doch einreihen oder einen Gummi einnähen? Gibts noch weitere Vorschläge? Eigentlich sollte der Pullover Bürotauglich werden…

Schnittmuster: Japanisches Nähbuch

Stoff: Strickstoff von Stoffe Werning


7 Gedanken zu “Ein Strickstoffprojekt – Der unbeholfene Beginn

  1. Wenn man weiß, wie man mit Strickstoffen umgehen muss, ist es gar nicht so schwer.
    Ich würde immer vorwaschen und schwere Strickstoffe liegend auf einem Wäscheständer trocknen lassen.
    Hat Deine Overlock einen Differentialtransport?
    Der ist Gold wert bei allen Jerseys und Strickstoffen, da er das Wellen reduziert bis verhindert. Dazu muss er auf Stauchen bzw. Einhalten gestellt werden.
    Bei sehr dicken Stoffen kann auch der Füßchendruck verringert werden.
    Nur Mut.
    Liebe Grüße Anette

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  2. Wenn ich solche Stoffe vernähe, bügle ich vorher auf alle Kanten ein Nahtband. Das mache ich sogar vor dem Versäubern. Eigentlich franst Strickstoff gar nicht so schlimm aus, das hast du eher bei locker gewebten Stoffen.
    Und der Differential an der Overlock ist tatsächlich Gold wert :).
    Liebe Grüße,
    Steffi

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  3. Autsch…. es ist so schade wenn das Nähen solche Umstände macht. Vor Strickstoffen habe ich auch großen Respekt. Wie oben schon mal kommentiert funktioniert das mit dem Differential der Overlook ganz gut. Ganz so schlecht sieht das Teil aber doch auch nicht aus!
    LG
    Christine

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  4. So im liegen sieht der Pulli echt schick aus, schade, dass er so leiert. Schmales Gummiband oder clear elastic sind normalerweise super zum stabilisieren von Nähten bei Maschenware (habe ich bisher aber noch nicht bei Strickstoffen versucht). Schon geleierte Nähte lassen sich teilweise retten, wenn man die quasi mit dem Gummi einreiht. Streifen aus dehnbaren Mesh-Stoff, z.B. wie er bei Unterwäsche verwendet wird, in den Nähten mitzufassen soll auch gut stabilisieren. Den Trick habe ich auch noch nicht getestet, der stammt aus einem Seamwork-Artikel über das Nähen mit Stickstoffen, der insgesamt hilfreich sein könnte:
    https://www.seamwork.com/magazine/2014/12/sew-a-cardigan

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  5. Ich würde ein dünnes Stoffband an den Seitennähten und an den Ärmelnähten annähen und dabei die Teile bis zur gewünschten Länge einhalten. Am Halsausschnitt, falls der zu weit geworden ist, würde ich ein elastisches Vlieselinband annähen und ebenfalls bis zur gewünschten Weite einhalten. Gummiband hat sich bei mir nicht bewährt, die Schwere des Stoffes hat es wieder zu weit ausgezerrt. Ich würde diese Strickstoffqualität in Frage stellen. Gute Wollqualität lässt sich als Strickstoff gut verarbeiten. Ich habe in diesem Winter einen dünnen Pullover aus reiner Wolle genäht, er ist wunderschön geworden und fühlt sich auf der Haut wunderbar an und wärmt sehr, ich bin sehr empfindlich auf der Haut. Meine Einkaufsquelle ist Naturstoffe Anita Pavani. Ich finde selbernähenn zahlt sich bei hoher Qualität aus. Einen lieben Gruß!

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  6. Lernen! Beim 1.Mal ist doch klar, dassman da erstmal lernen muss. Also, Nahtband aufbügeln, und mir nem breiteren Hals-„Bündchen“ aus demselben Stoff, schön gedehnt genäht, könnte er doch noch zu retten sein?! Wünsche Glück!

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  7. Ich bin zwar ’nur‘ Recycling-Naeher, aber ‚manche (dehnbaren; nicht unbedingt Strick-) Stoffe‘ sind wirklich eine …
    (= fuege aaalle Fluch-Emo’s ein!)!
    Bei mir haengt darum gerade ein wunderschoener, sackartiger Overall AB!!!
    Grund: schon beim Anprobieren und waehrend einer Trage-Zeitspanne von nur ca. 15 Min. ‚VERrutschte‘ eine vorhandene Guertelschlaufen-Anpassung von Koerper-Mitte auf ‚Unter-Huefte‘ ^^. Mein Amuesement bzgl. meiner wohl auch seeehr ‚ploetzlich‘ geschrumpften Beinlaenge (= ich stand ploetzlich in noch mehr ‚Mengen von Stoff-Falten‘ als dies normalerweise bei mir schon der Fall ist) erheiterte mich zwar koeniglich, war mir aber auch eine Instant-Warnung:
    a) jedwede Aenderung an dem Dingens NUR nachdem ordentlich ‚abgehangen‘
    b) Dingens niiiiie frisch gewaschen und OHNE jegliches tagelanges ‚Abhaengen‘ tragen um Stolpergefahren (und evtl. ‚Malfunction of naked Boobs-Show’*) zu vermeiden.

    In generell trockne ich besonders schwere Stoffladungen auf alle Faelle erst einmal liegend AN (= ein paar Male bitte dabei wenden bzw. ‚heu-en‘ \../ ) bevor ich sie mit nur noch Restfeuchte zur Endtrocknung dann evtl. doch noch aufhaenge.
    Doof bzw. ‚unwelt-zuwider‘ wie mir dies eigentlich normalerweise zwar ist, waere ein ‚Ausflug in den Waeschetrockner‘ meist auch nicht unguenstig zur ‚Final Size Findung‘ wie auch gewissen Stabilisierung mancher Neu-Materialien ? Geschrumpfte, schon passgenau verarbeitete Ware ist allerdings nicht sehr angenehm; auf „Neu/unverarbeitet“ liegt da auch bei mir die Betonung.

    Ich weiss allerdings auch (noch) nicht, wie’s waere, wenn man sog. ‚elastischen Faden‘ verwendet. Es scheint da ‚gewisse Dehnbare(re) zu geben, welche aber (noch) nicht total Gummiband-Faehigkeit haben.
    Es scheint mir darum ein ‚All-Rad‘ Fuss zur Overlock so wie Stabilisierungs-Naht-Baendchen wohl wirklich auch eine Zweckmaessigkeit zu derlei Stoffen zu sein?

    Kopf hoch und viel Glueck beim Retten des schoenen Stoffes!

    * Ach ja: die Aermel-Loecher befinden sich mittlerweile – nach Abhaengen – auf ca. Taillen-Tiefe/Hoehe. Ich glaube, dass ich jetzt schoen langsam mit den Abaenderungen auf meine Groesse anfangen kann, denn das Dingens ‚bewegt‘ sich nunmehr seit einigen Tagen und wirklich wooochenlangem Abhaengen, NICHT mehr; d.h.: ich erachte es jetzt als ‚ausreichend tot‘ und bearbeitungsreif. Aufsetz-Taschen bekaeme ich alleine schon aus dem einzukuerzendem Dingens in ‚rauhen Metern‘ ab; so viel – ausreichend – Overall habe ich wohl gar nicht dafuer zur Verfuegung. Allerdings beisst mich hierbei die Feigheit schon auch maechtig:
    a) jeeede (Tasche) wellt sich anders?
    b) neue Mode: jede anders und dadurch auch ‚anders sich bombierend‘ ?
    c) Bumb-Bag-Tasche separat zum an einem soliden Guertel tragend machen?
    d) Tasche(n) Material kontrastig?

    Ich denke, vorlaeufig wird’s wohl Nr. f): steht fuer ‚Faulheit zwecks Einfachheit‘ ;-) :-D

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