Stoffspielereien – Textile Behältnisse: Gewebter Rucksack

Gut formuliert: Textile Behältnisse, es geht also nicht nur um Taschen. Vermutlich geht es um alles, wo was reinpasst: Körbchen, Tasche, Beutel, Etui, Netz (damit wollte ich mich eigentlich befassen), Schachtel oder eben auch ein Rucksack. Ist doch auch ein Behältnis, oder? Jedenfalls entschied ich mich für einen Webrucksack. Das ist ein typisches Restchenprodukt. Entstanden ist dieser Rucksack im Zuge einer Aufarbeitungsaktion bereits zugeschnittener Streifen, die ursprünglich für Teppiche gedacht waren. Ich habe sie farblich sortiert und daraus entstanden ziemlich lustige Rucksäcke in gelb/schwarz, türkis, beige, pink und eben auch dieser in weiß.

Zuerst wird einmal ein Stück gewebt so in etwa der gewünschten Größe. Zu berücksichtigen ist, dass für den Boden etwas wegkommt (5-6cm). Die Kettbreite entspricht der Höhe des fertigen Rucksacks (abzüglich Boden). Die Länge der Webarbeit wird gefaltet und zum Beutel, auch darin ist viel individueller Umfang möglich…Als Träger und Klappe suchte ich mir jeweils passenden Stoff, hier ist das weißes Leinen. Man könnte für die Klappe auch einen Walk- oder Filzrest verwenden. Die Kette ist festes Baumwollgarn.

Das Gewebte ist ziemlich grob. Auf den Foto sieht man schön die unterschiedlichen Materialien: verschiedene Jersey, Baumwolle, Kunstfaser und Leinen. Jersey abwechselnd mit festen Stoffen ist praktisch, er franst nicht und gibt etwas nach, die weniger dehnbaren Materialien sorgen für eine gewisse Festigkeit. Die Kunstfaserstoffe wirken sich auch immer günstig auf das Gewicht der Weberei aus, das sollte man unbedingt berücksichtigen. Fester Jeans oder Leinen ergeben eine sehr schwere Tasche. Das Zusammennähen erfolgt am besten mit der Hand, nur Träger und Schlaufen sind mit der Maschine hergestellt und festgenäht.

Als oberen Randabschluss gibt es zwei Möglichkeiten: Einen Stofftunnel darannähen, das kann unter Umständen wegen dem sperrigen Stoff schwierig werden oder so wie bei diesem Modell einfache Häkelschlaufen und eine Häkelschnur zum festzurren. Der Boden wird ebenfalls von Hand zusammengenäht und links und rechts nach Wunsch abgenäht um die nötige Bodenbreite zu erhalten.

Fazit: Diese Rucksäcke sind überaus stabil und strapazierfähig, hübsch sind sie außerdem…

Material: Stoffreste, Baumwollgarn, Klettverschluß, D-Ringe


22 Gedanken zu “Stoffspielereien – Textile Behältnisse: Gewebter Rucksack

  1. Sehr schön! Dein Rucksack gefällt mir sehr gut und wenn du von „den Rucksäcken“ schreibst, würde natürlich auch gern die anderen sehen. Oder habe ich das missverstanden? Auf welcher Art Rahmen hast du gewebt? Danke fürs Zeigen und die Tipps.
    LG
    Siebensachen

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    1. Die anderen Rücksäcke haben bereits neue Besitzer (einer ist aber noch im Dorf, wenn ich ihn mal laufen sehe…), daher gibt es keine Foto. Gewebt ist der Rucksack auf einem einfachen Webrahmen. Liebe Grüße , Silvia

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    1. So hübsch, wie die aussehen, sind das ja schon eher Handtaschen !
      Gefallen mir sehr gut, und die Fotos sind stimmungsvoll.
      Liebe Grüße
      Tyche

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  2. Ein interessanter Einsatz für solch eine schöne gewebte Fläche. Insgesamt gefällt mit die Kombination sehr gut farblich und auch die Materialkombination.
    Danke dafür, dass ihr das Thema übernommen habt.
    LG Ute

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  3. Der weiße Rucksack stimmt schon auf den hoffentlich weißen Winter ein. Diese Flickenweberei (?) wirkt in sich stimmig und dass es stabil ist, kann ich mir gut vorstellen.
    Liebe Grüße und danke fürs Übernehmen!
    Ines

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  4. Faszinierend. Wie du das beschreibst, klingt es, als ob es eine Nebenher-Arbeit war, aber das kann ich mir nicht vorstellen. Das Zusammensuchen, das Weben, das Zusammennähen mit der Hand… Aber alles bestimmt sehr geruhsam. Und wenn man erst mal die Vorüberlegungen mit Länge, Breite, Klappe etc. hat, ist es sicher leicht, in Serie zu gehen. Stoffreste haben wir ja alle genug :-)
    Liebe Grüße Christiane

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  5. Eine schöne Idee! Ich überlege, ob ich mich ans Nachmachen wage – vielleicht wäre das endlich die Idee für meine vielen Jerseyreste…. Auch der Hinweis auf das günstige Gewicht von Kunststoffen ist super – da habe ich auch noch einige Reste, die ich idealerweise sinnvoll verarbeiten möchte. Allerdings fürchte ich, dass mein Schul-Webrahmen doch dafür zu klein ist… Ich lass Deine Inspiration mal wirken ;-) Liebe Grüße!

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    1. Man könnte das Gewebe auch anders herum falten, also eine längere Kette richten und nach oben falten, da hätte man keine Bodennaht, nur Seitennähte und die Webstreifen sind quer. Könnte ich mir gut vorstellen, auf jeden Fall Jersey und Webware mixen, nur Jersey dehnt sich sonst ziemlich. Damit meine ich so alle 7-10cm sollte es vielleicht etwas formstabiles sein…Liebe Grüße , Silvia
      PS:Es geht ziemlich schnell, einen Versuch würde ich unbedingt wagen!

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  6. Eine wunderbare Idee zur Resteverwertung, Dein Rucksack aus eigens gewebtem Fleckerlteppich. Wie groß war denn Dein gewebtes Stück für diesen Rucksack ca? Bzw. wie groß (breit) ist Dein Webrahmen, auf dem Du das gewebt hast? Wenn ich nur einen kleinen Schulwebrahmen habe, könnte ich aber eigentlich auch mehrere schmale Streifen zusammennähen, um eine größere Fläche zu erhalten, oder? Danke auch für Deine Überlegungen zu weichen und festeren Stoffen, zu schweren und leichten: Daran hätte ich gar nicht gedacht. Liebe Grüße, Gabi

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    1. Mein Webrahmen ist sehr breit, man kann bis zu 80cm breit weben, aber für so einen Rucksack genügen 30cm, also ei ca30cm x60cm großes Stück, je nach Wunsch, kommt ja auch darauf an, was man reintun möchte. Man kann, wie gesagt, auch Querstreifen machen machen oder wie du sagst mehrere schmale Streifen zusammennähen, liebe Grüße, Silvia

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  7. Servus Silvia!
    Ja, auch ein Rucksack ist ein Behältnis! Ich bin begeistert von: diesem tollen Rucksack, der Perle drauf, dem Fisch drauf und auch von den schönen Fotos. Auch ich liebe neben dem Basteln mit Papier die Fotografie. Vielen Dank fürs Zeigen beim DvD und viele liebe Grüße!
    ELFi

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