Stoffspielereien: Nadelkissen

Als ich das Thema „Nadelkisssen“ von  feuerwerk by KaZe las, dachte ich: Cool, ein Miniprojekt für zwischendurch. Ich hatte bald einen Favouriten gefunden: Ein Nadelkissen aus dem Buch Skandinavische Nähideen von Kajsa Wikman. Das schlichte, aber hübsche Nadelkissen gefällt mir schon lange, nur gab es irgendwie keine Zeit oder keinen Anlass es zu nähen.

Das Zweite was mir zum Thema einfiel war, dass ich zwar bereits verschiedene Nadelkissen hergestellt hatte, aber durchaus nicht alle praxistauglich waren. Immer in Verwendung habe ich zum Beispiel meine Gespenster, die liegen verteilt im ganzen Arbeitszimmer herum. Sehr schön, aber leider eher unpraktisch finde ich dagegen meine Nadelkissen mit japanischer Stickerei, und zwar deshalb, weil die Nadeln wegen des groben Leinenstoffs ins Kissen rutschen und darin verschwinden. Es ist eben nicht egal welchen Stoff man für ein Nadelkissen verwendet und wie es gefüllt ist.

Das Nadelkissen aus dem Buch Skandinavische Nähideen besteht aus einem naturfarbenen, feinen Leinen und kleinen Restchen bunter Baumwollprints. Zudem ist es bestickt, und zwar wird beim Originalmodell mit der Maschine der Schriftzug „SEW ME“ aufgestickt. Außerdem besitzt es eine Schlaufe an der man es aufhängen könnte. Zuerst reduzierte ich in Gedanken das Modell auf leinenfarbigen, feinen Stoff und Baumwollprint, ich habe im Moment nicht den Kopf für sonstige Spielereien. Nachdem ich aber die Stoffe zugeschnitten hatte und beim Zusammennähen war, fand ich so eine Schlaufe könnte ich doch gut mitnähen. Gesagt, getan. Sie sitzt etwas schief, aber naja…Nach dem Umdrehen fand ich die leinenfarbige Fläche wiederum doch etwas langweilig und entschied mich dafür das ungefüllte Kissen doch noch mit einem Schriftzug zu besticken, allerdings mit der Hand. Mein Text lautet: näh es. Über die Platzierung des Textes lässt sich streiten, damit meine ich, man hätte das besser machen können (darum habe ich für’s Foto auf der Leerfläche gleich einmal ein paar dekorative Stecknadeln verteilt…). Gestickt habe ich mit einem dickeren Zwirn mit Rückstichen. Es ist vielleicht etwas schildbürgerlich das bereits zusammengenähte Kissen zu besticken, normalerweise macht man so etwas vorher. Aber der Stoff ist etwas fransig und, ich gebe es zu, ich hätte den Stoff vorbereiten, das heißt endeln und idealerweise in ein größeres Stoffstück zum Spannen bzw besserem Handhaben nähen müssen… Und vorher hatte ich eben noch keine Lust auf’s Sticken…

Was sich zu guter letzt herausstellte: Ich mag solch fitzelige Handarbeiten nicht wirklich, sie werden selten schön bei mir und verzeihen kleine Unregelmäßigkeiten so gar nicht. Nach dem Buch nähte ich übrigens Polster mit hübschen Fischapplikationen, die mich immer wieder erfreuen (und nicht nur mich…)


ZU DEN STOFFSPIELEREIEN

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Heute zu Gast mit dem „Nadelkissen“ bei   feuerwerk by KaZe

Die nächsten Termine


21 Gedanken zu “Stoffspielereien: Nadelkissen

  1. Ein Nadelkissen mit Botschaft ist eine sehr feine Idee, da kann man schön mit spielen. Schrift und nähen verbinden ist genau meins, aber darauf bin ich nicht gekommen. Danke. So kleine Projekte bringen in engem Zeitplan erfolgreiche Fertigstellung. Schön, dass du dabei bist!

    Genähte Grüße, Karen

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  2. Das Kissen hat mit seinen kleinen Unvollkommenheiten einen eigenen Charme. Bei den bunten S1toffstreifen seitlich dachte ich zuerst, da stecke noch ein kleines buntes Kissen im Leinenbezug. Das Problem mit zu leicht ausfransendem Stoff hatte ich auch, besonders bei so kleinen Arbeiten zerfällt der ja unter den Händen. Und deine Literaturhinweise machen mich auch neugierig, vielen Dank. Herzliche Grüße von Tyche

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  3. Das ist ein schönes Nadelkissen, der Leinenstoff, der Text und die Kombination mit farbigen BW-Stoffen gefällt mir sehr. Falls da Unebenheiten drin sind, ich sehe sie nicht bzw. sie stören mich nicht. Du hast vielleicht nicht die übliche Reihenfolge der Arbeitsschritte eingehalten, aber wen stört das, wenn die Ideen erst beim Tun kommen. Durch die Auspolsterung mit Watte, fällt es sowieso nicht auf, ob ordentlich gebügelt wurde. LG Gabi

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  4. Dieses Nadelkissen hatte ich auch schon Mal ins Auge gefasst. Wie schön, dass du es ausprobiert hast. Gerade die ‚Näherfahrung‘ machte es so wertvoll und es bleibt ja trotzdem praktisch. Das Problem mit den verschwindenden Nadeln kenne ich auch, weshalb ich von zeit zu Zeit eine Suchaktion starte und alle wieder aus dem Kissen herausdrücke, vorsichtig natürlich. Oder ich lasse den Faden dran als Angelschnur. Liebe Grüße, Elvira

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  5. Kleinere Näharbeiten tendieren zu rollender Planung. Das einer ergibt das nächste. Dein Nadelkissen ist ein Beispiel dafür. Dass du dich für einen Schriftzug in Deutsch entschieden hast, finde ich nett. Englisch gibt es viel zu oft. Viel Freude mit dem praktischen Ding wünsche ich dir. Regula

    Ach ja, zu den Nadeln, die im Kissen verschwinden. In der Schule muss ich sie andauernd aus dem Kissen drücken. Ich selber bevorzuge es, die Nähnadeln waagrecht einzustechen. Dann sehe ich sogar das Öhr in seiner Ausdehnung.

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  6. Ein schönes Kissen; mir gefällt die Kombination von schlichtem Leinen in Naturfarbe mit den bunten Stoffen sehr gut. Ich wäre wahrscheinlich nicht auf die Idee gekommen, eine Schlaufe zum Aufhängen anzubringen, aber das kann ja recht praktisch sein.

    LG
    Beate

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    1. Naja, ich selber habe auch nirgends ein Nadelkissen hängen, aber meine Mutter schon. Das ist dann recht praktisch, wenn plötzlich unerwartet Nadeln auftauchen. Liebe Grüße, Silvia

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  7. sehr schön gemacht ! mit dem garn zu schreiben und dazu ein schlaufe * gefaellt mir sehr gut !

    auf das längliche rechteck kann man viele nadel aufheben !

    liebe grüsse

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  8. Kommentar für Stoffnotizen

    So eine Schlaufe am Nadelkissen ist wirklich recht praktisch wenn man es transportieren muss/möchte. Dafür ein Webband zu verwenden finde ich eine coole Idee, ich habe noch so einige, die auf eine Verwendung warten. Liebe Grüße!

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  9. Es ist schon lange her, dass ich ein Nadelkissen gemacht habe. Deins gefällt mir, auch wenn du ein bisschen an deinen Fähigkeiten zweifeln magst. Eine tolle Kombination von Stoffen hast du dir ausgewählt.
    Lieben Gruß
    Andrea

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  10. Der Weg ist das Ziel – in diesem Fall die Herstellung eines Nadelkissens in der „nicht ganz richtigen“ Reihenfolge, die aber niemand stört. Oder ist das Ziel das Ziel? An deine Gespenster konnte ich mich nicht mehr erinnern, finde sie aber allerliebst! Ichselbst komme mit meinen zwei magnetischen Nadelkissen (eins bei der Nähmaschine, eins beim Bügelbrett) ganz wunderbar zurecht, sodass ich wenig Bedarf an weiteren Kissen habe. Aber schön, darüber zu lesen und die Vielfalt zu bewundern! Liebe Grüße, Gabi

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    1. Als Kind habe ich ganz begeister mit einem großen Magnet die Nähnadeln meiner Mutter eingesammelt. Sie fand das weniger toll, da die Nadeln danach aneinanderhängen. Stört dich das nicht? Oder machen das moderne Nadeln nicht mehr? Liebe Grüße, Silvia

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