Tunesisch Häkeln

Ich mag häkeln und erforsche liebend gerne alles an Techniken und Möglichkeiten beim Häkeln.

Also nicht unlogisch auch tunesisch häkeln auszuprobieren. Letztes Jahr habe ich Interlock Häkeln ausprobiert, eine schöne Technik, aber keine absolute Lieblingstechnik (trotzdem traumhafte weiche Ergebnisse, da werde ich sicher wieder darauf zurückgreifen). Das Jahr davor bzw Winter 23/24 Mosaik häkeln. Dieses Jahr ist die neue Technik tunesisch häkeln und bisher bin ich ganz hingerissen. Es hat zwar Elemente vom Stricken, aber in einem für mich akzeptablen Rahmen.

So habe ich bei meinen ersten Versuch tunesisch häkeln ein paar interessante Dinge gelernt:

Erstens: Die Rückseite ist optisch immer kraus rechts, ich dachte vorne und hinten gibt zwei Strukturen die unterschiedlich sind, aber nicht immer glatt rechts. Oder jedenfalls bei dem was ich so ausprobiert habe.

Zweitens: Die Häkelnadel wird immer 1,5-2 mm grösser gewählt als fürs Garn empfohlen. Finde ich sehr sympathisch, ich habe zwar kein Problem mit kleinen Nadeln, aber wenn ich nicht mini Häkelnadeln häkeln muss, bin ich nicht traurig. Zum Beispiel DK wird mit einer 6 mm Nadel gehäkelt. Wird das nicht gemacht wird das Stück extrem kompakt und fest.

Drittens: Die Technik ist gar nicht der grosse Garnfresser, der Verbrauch scheint fast ähnlich dem stricken zu sein. Diesen Platz des meisten Verbrauchs beansprucht weiterhin Häkeln für sich. Und der Name hat nichts mit Tunesien zu tun. Dieser so toll exotisch klingende Namen hat sich einfach für die Technik war im Viktorianischen Zeitalter durchgesetzt. Das erste Muster zum Tunesisch Häkeln, wurde auch zirka zehn Jahre nachdem ersten Häkelmuster publiziert und danach wurde Stich um Stich, Muster nach Muster kreiert. Man könnte sozusagen die Technik war absolut im Trend.

Meine Motivation um es mal tatsächlich auszuprobieren und nicht nur als mmmmh habe keine Ahnung, abzuschieben, war das Buch Tunisian Crochet Wardrobe von Lindsey Muscarella. Es erschien im April und ich wollte, nachdem da ein paar sehr hübsche Modelle in dem Buch sind, wissen wie ist die Technik. Ist sie mir sympathisch oder bin ich davon genervt. Soll ich das Buch bestellen oder nicht.

Direkt nach der Arbeit bin ich also ins Wollgeschäft, Häkelnadel kaufen (von knitpro und aus Holz, das ist gängigste Modell in den Läden), ausprobieren geht auch mit einer normalen Häkelnadel mit Griff oder noch besser Häkelnadel ohne Griff. Es ist einfach die Breite des Werkstücks limiert. Seile habe ich ja von den Stricknadeln. Heimgedüst, YouTube angeworfen und einfach mal tunesisch häkeln gesucht. Und von Toni Lipsey (TL Yarncrafts), gibt es viele tolle Videos um in die Technik einzusteigen. Zum Beispiel Learn Tunisian Crochet in 15 Minutes oder hier ihre Playlist zum Einstieg in die Technik.

Und es sieht nicht nur einfach aus, es ist einfach. Vorkenntnisse im häkeln oder stricken machen es vielleicht einfacher, aber gleichzeitig ist genug Unterschied, das kein Risiko besteht, versehentlich, das falsche zu machen. Bzw würde ich behaupten, kann man es auch einfach so lernen.

Der erste Schritt, Luftmaschen, auf dem Hinweg Maschen aufnehmen und auf dem Rückweg wieder abketten, ganz grob zusammengefasst. Natürlich gibt es ein paar mehr Details zu beachten. Aber das Prinzip ist simpel, auf dem Hinweg Maschen aufnehmen und das Muster anlegen und retour wieder alles abarbeiten.

Nach dem TSS Tunesian Simple Stitch, musste ich natürlich noch mehr ausprobieren, den Tunisian Knit Stitch (sieht aus wie gestrickt, aber dickeres Gewebe entsteht), Honeycomb, Smok stitch and Goblin stitch…

Das Ergebnis ist eine sehr geschlossene Fläche mit Struktur (es gibt auch Muster mit Löcher) aber das „Problem“ von Gehäkelten, die Löcher, gibt es bei den vielen Mustern nicht. Und so träume ich schon einem wunderbaren kuscheligen Pulli mit Tunesisch Häkeln hergestellt.

Und natürlich musste ich auch ein bisschen mit Farbwechseln spielen, Farbe wechseln ist leider nicht so einfach wie beim Häkeln, einfach so immer und überall, es ist da mehr wie beim Stricken. Aber jetzt auch nicht schrecklich kompliziert. Es ist gibt die Möglichkeit vorne zu wechseln oder hinten am Stück. Hinten am Stück ist besonders spannend weil es dann eine tolle zweifarbigkeit gibt. Oder zum Beispiel in der Runde gehäkelt, eine Farbe für den Forward Pass und eine andere für den Return Pass und schon ergibt es einen wundervollen Effekt mit Hintergrundfarbe in der Fläche und den Linien in einer anderen Farbe.


Fazit: Es ist aufregend neu und wieder etwas anderes, aber nicht komplett fremd. Ich freue mich die Technik noch mehr auszutesten und habe es nicht bei einem einzigen Buch belassen. Ähja genauer gesagt habe ich jetzt, mmmmh drei Bücher für Pullis und Tops und vier für die Technik, Einführung und Fortgeschrittene.

Bei Interesse Stelle ich die Bücher gerne ein andermal vor bzw irgendwann gibt es einen Beitrag für mein erstes Projekt mit der Technik.


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