
Auf gar keinen Fall würde ich behaupten, dass ich viel von Patchwork verstehe. Obwohl ich immer wieder beeindruckt bin von den raffinierten Effekten, die durch unterschiedliches Zusammensetzen der Patchworkflicken entstehen. Es ist allerdings eher theoretische Bewunderung. Kurz gesagt, es macht mich nervös, wenn ich zu viele fitzelige Teile aneinandernähen muss. Für mich ist Patchwork einfach eine Möglichkeit alte Stoffe zu verwenden, um damit Praktisches zu schaffen, einen neuen Überwurf für unser ramponiertes Sofa zum Beispiel. Wir reden nämlich dauernd davon ein Neues zu kaufen. Allerdings kam dann unser Hund Twinni und wir dachten, warten wir lieber noch ein wenig. Das war auch gut so, denn anfangs hat Twinni einen Überwurf beknabbert. Ich habe ihn brav geflickt und die aufgesetzten Flicken luden noch mehr zum Knabbern ein. Mittlerweile knabbert Twinni nicht mehr am Sofaüberwurf, aber das alte Sofa steht immer noch da. Und meine Überwürfe werden immer weniger. Natürlich nicht nur wegen dem Hund, sonder einfach weil die Stoffe irgendwann durch das viele Waschen reißen.
Ich habe kürzlich meine Stoffe-zumindest einen Teil- durchsortiert und habe mittlerweile eine Reihe unterschiedlicher Schottenkaros und ähnliches in einer Schachtel vereint. Dann gibt es einige sehr klassisch gemusterte Kostümstoffe von meiner Mutter (Sie nähte immer gerade Röcke, zu den vom Schneider gefertigten Jacken) und ich habe einige alte Blusenstoffe (aus meinen Kindertagen!) im Schrank, die meisten davon kleine Karos. Dann war da noch so ein uraltes, von meiner Mutter angefangenes, Kleid dabei und ein Teststück von mir. Außerdem habe ich kürzlich schöne Dirndlstoffe geschenkt bekommen, in toller Qualität, aber so absolut nicht meine Farben und alte Bettwäsche. Daraus sollte sich eine schöne Patchworkdecke nähen lassen. Ich entschied mich für die dunkleren Blusenstoffe. Damit es nicht zu langweilig wird, habe ich Streifen von Aborigineprints von Karlotta Pink dazugefügt (einer ist der Rest meiner Rollkragenbluse).



Natürlich hätten mir Quadrate sehr gut gefallen. Aber ich gab mich gar nicht der Illusion hin, exakt gleiche Quadrate perfekt aneinanderfügen zu können. Ich entschied mich für unterschiedlich große Rechtecke. Und zwar wirklich große, damit das Projekt auch eine Chance auf Fertigstellung hat. Was mir beim Patchwork am meisten Spaß macht, ist das Zusammenstellen der Farben und Muster. Gefährlich wird es beim Zusammennähen. Das ist für mich richtig anstrengend. Es ist nicht kompliziert, aber so langweilig…Die Rückseite entstand übrigens aus einer alten Bettwäsche. Die Decke besitzt keine Einlage. Sie ist sehr groß (160cm x 260cm) und daher war das mit der Rückseite schon etwas schwierig. Immerhin ist meine Decke fertig und ich mag sie.

Fazit: Meine Decke gefällt mir so sehr, dass ich darüber nachdenke, ob ich aus all diesen hellgraugemusteren Kostümstoffen nicht auch eine nähen sollte. Das Problem ist nur, ich möchte sie nicht füttern, da die Stoffe ohnedies mehr Körper haben. Daher müsste ich endeln oder mit Kappnähten arbeiten. Die andere Frage ist: Wie verhalten sich diese Stoffe beim Waschen in der Maschine.
Material: überwiegend alte Stoffe