Neo Matriach – ein Häkelpullover von Honse Design

Der Nachteil eines Wollgeschäftes ums Eck: die Verlockung neuer Wolle ist immer vorhanden. Der Vorteil: Wollnachschub für spontane Projekt ist nicht weit.

Eigentlich habe ich nur mal einen Knäuel Glamour von Wooladdicts mitgenommen zum damit Herumspielen, oder um vielleicht an einem Testhäkeln teilzunehmen. Für den Test brauchte es keine Tester mehr, aber ich hatte ja trotzdem einen Knäuel Wolle verlockend glitzernd mit Flausch…

Meistens fange ich mit dem Muster an und suche mir dazu passende Wolle. Hier ging ich von der Wolle aus und suchte mir ein geeignetes Muster. Meine Wahl viel auf den Neo Matriach Sweater von Honse Design, einer schwedischen Handfärberin, Wollladeninhaberin und Designerin von mehrheitlich Häkelmustern, je nachdem auch ein bisschen exzentrisch. Meine Wahl könnte auch davon beeinflusst sein, dass ich fürs Knitfest, hier mehr dazu, einen Kurs bei ihr gebucht hatte. Nachdem ich sie nun beim Knitfest kennen gelernt hatte, kann ich nur sagen ein sehr sympathischer Mensch und ich freue mich auf alles was sie noch entwirft.

Ach ja am Stand von Lang Yarns wurde von einer Lang Yarns Mitarbeiterin die Wolle erkannt und auch Honse Design erkannte mich/den Pulli, obwohl ich nur Work in Progress Bilder auf Instagram gezeigt hatte. Das war natürlich schon sehr schmeichelhaft.

Nachdem ich Wolle und Muster vereint hatte, musste ich mich nur mehr bezüglich Bündchen entscheiden, Glitter kann kratzen. Darum wollte ich eine andere Wolle dafür verwenden. Ich konnte mich aber nicht recht entscheiden. Aber ich finde am Körper brauche ich kein Bündchen. Allgemein denke ich mir Bünchen sind so eine Gewohnheit, einfach Standard. So erscheint es einem fast seltsam kein Bündchen zu haben. Dabei sind Bünchen nur notwendig bei Strickwaren, bei glatt rechts würden sich sonst ja die Maschen rollen. Bei Gehäkeltem passiert das nicht. Natürlich sind an Ärmeln Bündchen praktisch und komfortabel.

Ich lege selten Wert darauf, dass ein Bündchen eng anliegt, ausser es ein explizit auf Taille endender Pullover, dann bitte schön tailiert. Also war die logische Entscheidung Bündchen weglassen und einfach häkeln. Natürlich vorher noch eine Maschenprobe. Da denke ich mir immer wieder, es wäre doch toll, wenn es eine Standardreferenz dazu gäbe, wie das Urkilo. Und jeder kann gucken ob er im Vergleich dazu tendenziell eher fest oder locker häkelt/strickt. Besonders spannend wäre es dann gleich zu sehen, ah diese Designerin arbeitet eher fest, ich selber deutlich lockerer…

Die Maschenprobe passte. Ich habe sie nicht gewaschen, was soll bei soviel Glitter passieren. Und los ging es mit Vorder und Rückenteil. Beim Rückenteil hatte ich noch weniger darauf geachtet, aber wenn gefühlt der Bereich in einer Farbe zu gross wurde, habe ich mit einem zweiten Knäuel abgewechselt um dem etwas gegen zusteuern. Nicht immer ist das gleich gut gelungen, aber es ergab sich ein ganz nettes Muster.

Und ja hin und wieder kann das Material kratzen, es kommt bei mir echt drauf an. Manchmal bin ich sensibler, manchmal ist’s voll okay.

Danach konnte ich mich den Ärmeln widmen, lief alles wunderbar, erst als ich diese an den Schultern festgenäht hatte, oh Schreck, die sind zu lang. Nicht nur ein bisschen, 7 cm, es brauchte ein bisschen Zeit und gutes Zureden, bis ich bereit war für den Schnitt. Tatsächlich musste die Schere eingesetzt werden, das Material lässt sich ganz und gar nicht gut auftrennen. Ich hatte ja schon alle Teile fertig, das Material war nicht mehr notwendig, also gab es kein mühsames Aufdröseln. Nach dem Ärmel kürzen, war es einfach, wieder alles zusammennähen und fertig.

Es war ein wunderbares simples Projekt, dass einem dazu einlädt mit den Farben zu spielen. Und mir ist auch aufgefallen, dass ich Farben sehr unterschiedlich auswähle, je nach Jahreszeit. Im Frühjahr darf es hell, frisch, strahlend sein, vielleicht sogar ein bisschen kühl. Aber um Herbst da möchte ich satte Farben, intensiv und warm.


Fazit: Ein einfaches Modell, das schnell vorangeht. Und Häkelpulli können, wie man sieht, auch ohne Löcher gearbeite sein und weich sein, nur so am Rande. Nur vielleicht sollte ich in Zukunft zwischendurch die Ärmellänge testen.

Anleitung: Neo Matriach von Honsedesign

Material: Glamour von Wooladdicts 7,5 Knäuel, Farbe 66

Verlinkt zum MMM

Fotos: Dani von Fotospuren und Marco von Mr-Foto vom Fototeam Luzern. Vielen Dank fürs Fotoshooting.


2 Gedanken zu “Neo Matriach – ein Häkelpullover von Honse Design

  1. Der Linen/Moss stitch ist echt toll. Tolle Haptik, ein weicher „Stoff“ entsteht und nicht total offensichtlich gehäkelt, nichts gegen Stäbchen, muss aber nicht immer sein.
    LG Sabine

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