
Immer wenn ich diesen Stoff sehe, denke ich an das Meer, das blaue Phantasiemeer mit Wellen. Vielleicht auch an das Meer, wie es in den berühmten japanischen Farbholzschnitten von Katsushika Hokusai dargestellt wird. Besonders denke ich dabei an einen Holzschnitt aus den „36 Ansichten des Fuji„. Nämlich jene, die den Berg klein im Hintergrund zeigt, während sich im Vordergrund eine mächtige von Schaum gekrönte Welle auftürmt.
Zu diesem Stoff von Karlotta Pink hat es mich magisch hingezogen, also habe ich etwas davon erworben. Das Tragische mit besonders schönen Stoffen ist bei mir, dass ich mich erst einmal unendlich lang nicht entscheiden kann, was ich machen soll. Dann passiert es gelegentlich, dass ich in irgendeiner Horuck-Aktion irgendetwas mache…Jedenfalls geriet mir diese Bluse etwas zu schmal an der Hüfte. Wieso weiß ich nicht mehr. Nachdem sie dann lang herumgelegen hatte, schnitt ich sie ab. Danach kam sie in den Schrank, wo sie liegen blieb, bis… ja bis ich mir vornahm einfach die Kleidungsstücke zu tragen, die ich nie trug. Entweder würde ich sie dann mögen oder ausscheiden. Bei sehr schönen Stoffen heißt das meist zurück in den Stoffschrank, bis mir eine neue Idee kommt.


Diese Art Ikatstoffe ist wunderbar zu nähen und sehr gut zu tragen. Das spricht sehr zugunsten der Bluse. Der zweite Punkt ist, dass ich zur Zeit eher einen Mangel an Langarmblusen habe. Bei uns in der Gegend wird es sehr schnell kalt. Zwei, drei Sommerregentage und schon wird es in den alten Mauern unseres Hauses gruftig und man träumt schon wieder vom kuscheligen Ofen. Kurz- oder Dreiviertelarm ist da zu kalt. Außerdem befinden wir uns in einer richtigen Aprilwettersituation: mal Nieselregen, dann Sonne, schwarze Wolken, Wind, Sturzregen…Jedenfalls kam die Meereswellen-Bluse wieder zum Einsatz und Sabine meinte: Aber die ist ja hübsch! Das entschied die Sache. Wir beschlossen gleich Fotos zu machen. Kaum hatten wir den Hund angeleint (er sollte auch mit) und waren aus der Tür, als es zu regnen begann…Worauf unsere Twinni gleich einen Rückzug machte und, zugegeben, das Fotografieren im Freien mit Kamera bei wechselnder Regenstärke und nach Hause drängelndem Hund ist schwierig. Daher ging es -ohne Hund, der hatte sich gleich in sein Bett verzogen- in den Hof. Dorthin allerdings begleitete uns trotz zunehmendem Regens unser Kater Monet (jetzt kommt das große Bilderrätsel: Monet ist auf allen Fotos unten mit drauf, allerdings nur auf zwei zu sehen. Gefunden?).




Fazit: Etwas kurz, aber sehr gut zu tragen und die Farben sind unvergleichlich…
Stoff: Ikat gekauft bei Karlotta Pink
Schnitt: Burda 10/1999, Modell 115; ergänzt um eine Kapuze aus Burda 3/1999, Knopfleiste statt Reißverschluss, eine andere Variante dazu hier (aprikosenfarbige Leinenjacke)
Verlinkt zum MeMadeMittwoch, schaut vorbei für weitere selbst genähte Garderobe.
1.) Guuut auf Sabine zu hoeren (= irgendwann wendet sich eben ‚Das Blatt‘ und ‚Die Kinder‘ haben auch sehr sinnvollle Meinungen ;-) :-D )
2.) Monet betreffend:
a) Dieser/Deiner auf keinen Fall in Frankreich !
b) Hunde koennen nicht fliegen und Voegel haben meistens wenig Geduld mit menschlichen Kommunikations-Versuchen. D.h.: auf den beiden Bildern, wo Du mit einem vermeintlichen, unsichtbaren ‚Geist‘ ‚italienisch‘ sprichst (= mit ‚Haenden & Fuessen‘; d.h. mit erhobenem Finger und dabei lachend) ist wohl der Hochsitz des ‚Jaegers genannt Monet‘ ?
Ansonsten: auch ich eile die Meinung von Sabine; Hi5!
LG, G
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Danke und nett wieder einmal von Dir gehört zu haben, liebe Grüße, Silvia
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Doch doch, ich lebe noch. Nur muesste ich mich oefter mal in einen Fotokopierer zur Vervielfaeltigung zwaengen um auch wirklich alle Plaene UND ‚doof Pflichtarbeiten‘ zu schaffen.
Uebrigends habe ich zur wirklichen Schnell-Regulierung von klimatisch ‚unangenehmen‘ Situationen im Oberkoerper-/Blusen- sonst. Top-Bereich fuer mich ‚Aermel-/Ellbogen-Waermer‘ im Einsatz. Diese sind viiiel schneller ausgezogen (+ notfalls in alle moeglichen Taschen gestopft) als ein ganzes urploetzlich ‚klimatisch-unangenehm gewordenes‘ Top.
… ausserdem kann man junge Aerztinnen ordentlich verblueffen bis schockieren, wenn diese einen um einen ‚freigemachten Arm‘ bitten und einen eher langwierigen Striptease erwarten aufgrund des vermeintlichen Lagen-Looks. Meine hatte echte Probleme ihre Verblueffung wieder auf Reihe zu bringen, als ich zu ihrer Bitte einfach „schwupps“ einen der Aermel-/Legwarmers nach vorne wegzog und sie mit dem dabei ausschwingendem Restteil fast ‚erschlug‘ ;-) :-D
Mein allererster Versuch war uebrigends eine, aehem, ‚mir-vom-Leibe-geschrumpfte‘ alte Leggin ohne passenden juengeren Inhalt zum Weiterreichen: Haxen abschneiden = presto/Test.
Ach ja, der ‚Rest‘ bekam einst eine Umarbeitung in eine leicht ‚quadratisch anmutende‘ Muetze :-).
Also: nicht wundern; bin schon da! Habe aber dieses Mal uebersehen, dass Dein Beitrag f. den MMM war.
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Freut mich! Amüsiere mich immer sehr bei deinen Berichten! Liebe Grüße, Silvia
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Fehlendes „t“ fuer das Wort „teile“ (… die Meinung ….) fluchs hinterher; bitte/danke.
Manche ‚Kreise‘ scheinen hierzu schliesslich seeeehr pedantisch zu sein selbst wenn das menschliche Gehirn ziemlich viele falsche und/oder fehlende Buchstaben wohl sehr gut ‚automatisch richtig‘ ersetzt/einfuegt: des Menschen Wille/Wunsch sei sein Himmelreich; ich vergoenn’s eben ‚Den Kreisen‘ ;-)
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Ach, ehrlich, meistens lest man doch einfach drüber, ich musste deinen Text glatt nochmals genau lesen um das verloren gegangene t zu finden…
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Was für eine schöne Kombination auf Schnittmuster und Stoff!Gefällt mir richtig gut.
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Beim Schneidereimarkt in Wien bin ich auch um die Ikat-Stoffe von Karlotta Pink drum rum geschlichen. Und habe jetzt welche hier liegen und mir geht es wie dir. Noch sind wir in der Phase liegen und warten auf einen passenden Schnitt. Wie gut dass du schon weiter bist, der schöne blaue Stoff gehört ausgeführt. Und wenn der Himmel schon mehr regengrau als blau ist, führst du beides zusammen, Wasser und blau.
Liebe Grüße, heike
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Schön gesagt, die Stoffe sind wirklich großartig zu tragenm also näh etwas…liebe Grüße, Silvia
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