Je nach Stoff traditionell oder extravagant-die Bluse 116A von Burda 8/25

Im Trachten Spezialteil der Burda 8/2025 gibt es diesmal eine Reihe sehr hübscher Modelle für Damen und Herren, der Clou daran: Sie sind allesamt so konzipiert, dass man sie sehr gut auch in eine neutrale Garderobe integrieren kann. Ich mag Tracht und Dirndl, aber ich muss zugeben, dass ich diese Kleider ziemlich selten trage und sie brauchen im Schrank viel Platz. Die Kombiteile der Trachtenkollektion für die Dame, bestehend aus weitem Rock, Bluse, dazupassendem Mieder und Schürze, sind eine ideale Möglichkeit „trachtig“ gekleidet zu sein, falls erforderlich oder gewünscht. Die Einzelteile sind alleine genauso gut tragbar. Stadttauglich kann ich sie mir zu Jeansteilen gut vorstellen. Oder man wählt Stoffe, die eine andere Anmutung herstellen…

Mein Favourite war die dunkelblaue Bluse 116A, davon gibt es eine weitere Variante im Heft aus einem coolen, sehr modern wirkendem Seidenstoff. Meine erste Variante habe ich aus einem uralten Baumwollcrinklestoff genäht und dabei wurden mir gleich ein paar Verarbeitungseigenheiten für diese Stoffart in Erinnerung gebracht, eine gewisse Unberechenbarkeit durch die feine Fältelung. Wie auch immer: Die Bluse ist tragbar, aber ich habe letztlich das Ding vorne zugenäht, denn mein Knopfverschluss mit Perlmuttknöpfen und Zwirnschlaufen sah blöd aus (an Knopflöchern wollte ich mich bei diesem variablen Stoff erst gar nicht versuchen). Außerdem wirkte der Verschluß etwas (oder war) asymmetrisch. Dann musste ich die Ärmel kürzen, weil die Schulternähte in der Breite „auseinandergingen“. Mir war bei der Anprobe erst einmal völlig unklar wieso die Ärmel plötzlich gar so lange waren (das entsprach so gar nicht dem guten Burda Standard). Abnäher bei solch einem Stoff sind natürlich ebenfalls Unsinn… Dafür habe ich das Material genützt und die Saumabschlüsse mit Zickzackstich geendelt und dabei eine hübsche, verspielte Kräuselung erzielt.

Den nächsten Versuch wollte ich aus einem aufregend gemusterten Aborigineprint von Karlotta Pink nähen. Eines war klar: der Stoff war zumindest glatt und sehr gut zu verabeiten. Dafür stellte mich das große, doch etwas spezielle Muster vor gewisse Herausforderungen. Die Vorderteile musste ich sogar zweimal zuschneiden und man hätte es wahrscheinlich noch schöner machen können. Die Ärmel sind jetzt ein bisschen zu kurz, weil der Stoff knapp wurde. Deshalb habe ich den Smokegummi, nachdem ich die Fotos gesehen habe, wieder entfernt. Weite Ärmel passen irgendwie besser zum Stoffmuster.


Fazit: Guter Schnitt, darauf werde ich bestimmt noch öfter zurückgreifen. Besonders den Halsausschnitt finde ich sehr gelungen.

Schnitt: Burda 8/2025 Modell116A

Stoff: Baumwollcrinkle aus Omas Schrank, Aborigine Print von Karlotta Pink

Verlinkt zum MMM


Ein Gedanke zu “Je nach Stoff traditionell oder extravagant-die Bluse 116A von Burda 8/25

  1. „….Weite Ärmel passen irgendwie besser zum Stoffmuster….“

    Finde ich auch; ausserdem ein mir ’sehr modern‘ erscheinendes Aborigine-Muster?

    Ich gruebele jetzt aber schon eine ganze Weile ueber Deinen Satz bzgl. ‚weiterer, sperrigeren‘ Trachtenroecken herum. Ich kenne da auch Schmal-Versionen, welche nur durch Klein-Detail ‚vertrachtigt‘ werden (Gruebel, gruebel und studier): z.B. Kordeln, Guertel, Taschen-Eingriffe/-Dekor/-Motive. Sogar aufsteckbare (Broschen-) Applikationen mogeln gut. Das ist – mM – ja das Schoene an ‚Tracht‘: (fast) alles geht, da vorgebene Muster und Schnitte nicht mehr (so wie in alten Zeiten?) die Herkunft der Traeger als ‚Art Ausweis‘ identifizieren muessen/sollen o.ae. ?

    Deine Naeh-Probleme mit Krinkle-Stoff u.ae. kenne ich auch. Mein Verdacht: entweder erst nach dem Naehen ‚gekrinkelt‘ oder nur Schnitte mit moeglichst wenig Naehten, ansonsten ZERkrinkelt sich wirklich oefter mal ein Naeherinnen-Gehirn. Wenn’s gar nicht umgaenglich ist: vorm Zuschneiden mehrfach mit einem grossen ‚Kraeusel-Stepp-Schritt‘ ueber den Stoff ‚fahren‘, welchen man hinterher leicht wieder herausziehen kann ?

    LG, G

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