Anna Maria’s Needleworks Notebook • Nadelbrief mit Kreuzstich-Motiv

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Wenn mich etwas begeistert, dann stürze ich mich voller Energie hinein. Im Augenblick ist es das Sticken und da habe ich mich sehr exzessiv beim Kauf von Stickbüchern ausgetobt und mir eine kleine Bibliothek zum Thema zugelegt. Eines davon ist Anna Maria’s Needleworks Notebook. Was mir daran besonders gefällt, ist die tolle Farbigkeit und Vielseitigkeit in diesem Buch. Es ist nicht pastellig und mit Fliedermotiven, es ist unglaublich farbenfroh, modern und einfach inspirierend.

Das ist wahrscheinlich kein Zufall: Die Eltern der Autorin stammen beide aus dem bäuerlichen, ländlichen Umfeld. Der Vater ist gebürtiger Grieche, die Mutter Tochter eines Tierarztes aus dem Norden Indianas. Die ganze Familie malte, stickte, nähte, reparierte und in diesem bunten multikuturellen Umfeld wuchs Anna Maria Horner auf. Irgendwie spürt man Atmosphäre und Einflüsse in den fröhlichen, knalligen Farben, Mustern und den vorgestellten Projekten.

 

Das Buch ist (bisher nur) in englischer Sprache erschienen. Es gliedert sich in zwei große Teile: Grid Work und Free Works. Unter dem englischen Begriff Grid Work versammeln sich verschiedene Sticktechniken mit gezählten Stichen auf zählbarem, symmetrisch gewobenen Grund (Leinen, Stramin, Aida, …). Das erste Unterkapitel ist dem Kreuzstich gewidmet. Zuerst zeigt die Autorin wie man eigene Entwürfe umsetzt: mit Karopapier oder auf dem Computer, dann folgt eine genaue Erklärung der Sticktechnik. Anschließend gibt es sechs Projekte bzw Inspirationen: ein großes Stickbild, vier ornamentale Motive als Bildergruppe im Rahmen, Bortenspielereien (Gürtel, Haarband&Co), Buchstabenwürfel, bestickte Pullover und T-Shirts. Das zweite Unterkapitel widmet sich der Straminstickerei mit einer soliden technischen Einführung und drei sehr pfiffigen Inspirationsbeispielen: einem Nadelkissen, einer schicken Clutch, und einem Bild und/oder Polstermotiv.

 

Der zweite Teil umfasst alle Stickmöglichkeiten, die nicht gezählt werden: Die freie Stickerei. Hier finden sich, nach der technischen Einführung fünf Anregungen (Spielzeug, eine bestickte Bluse, Schmuck, ein Kinderkleid, ein Innenmotiv für eine Patchworkarbeit). Im letzten Abschnitt geht es um klassische Nadelmalerei bzw. Crüwelstickerei, als Beispiele zeigt die Autorin ein mit einem Schriftzug besticktes Kissen, ein Blumenmotiv auf einem Karorock, einen mit Leomuster überstickten Printstoff, ein Bildmotiv.

Zu jedem Projekt gibt es eine kleine Einleitung, genaue Angaben welches Garn verwendet werden soll, welche Farben, den geeigneten Untergrund und die fertige Größe. Zusätzlich gibt es noch Tipps und Hinweise dazu wie man z.B. das jeweilige Projekt vollendet, sollte es zb eine Clutch werden. Gestickt wird übrigens mit Anchor Garn und Stickwolle.

Im Anhang befinden sich sämtliche Stickvorlagen auf perforierten Einzelblättern, die ein leichtes Herausnehmen ermöglichen (Das habe ich anfänglich natürlich gleich übersehen, weil ich wie so oft die Einleitung erst viel später gelesen habe). Es ist ein Buch voller Farbkraft und Phantasie, ein bisschen Hippie und Grannychic, unkonventionell und jung, einfach zeitgemäß. Sticken entstaubt, könnte man sagen.

 

Ausprobiert habe ich ein Motiv bei meinem Nadelbrief zum Thema Folklore. Eigentlich hate ich etwas ganz anders geplant. Eine Blütenborte auf schwarzen Untergrund in der Gobelintechnik. Aber das Motiv aus einem anderen Stickbuch, das ich zu einem späteren Zeitpunkt vorgestellen werde, überzeugte mich nicht und andere Blüten, die meinen Vorstellungen entsprachen, fand ich nicht. So verwarf ich die Idee. Auf der Suche nach Alternativen blätterte ich also meine Bücher durch und so landete ich bei diesem Buch in der Sektion Kreuzstich. Kreuzstich steht für mich sehr für Folklore. Und Pastellkitsch und Schnickschnack (Lavendelkissen mit Kreuzstickerei für ein heimeliges Zuhause, so ganz und gar nicht meine Ästhetik). Bei den Farben wich ich vom Original ab. Ich wollte typisch für die Folklore kräftige Farben, sonnengelb, weinrot, fuchsia, grasgrün, nicht grell und schon fast grenzwertig, sondern satt und farbenfroh. Ich hätte die Stickerei gerne auf Schwarzen Grund ausgeführt, hatte aber nur naturfarbenes Aida Zuhause.

 

Einen kleinen Fehler übersah ich beim Sticken, alle anderen bemerkte ich früh genug um sie zu korrigieren. Und obwohl ich beim Kolibri verkündete, Kreuzstich nicht zu mögen, stelle ich fest: es kommt aufs Motiv an. Allzu naturalistische, aber doch verpixelte Motive gefallen mir nicht. Aber ornamentale Motive, die schon abstrakter, gelöster von ihrer Vorlage sind, gefallen mir. Auch gerade das ist der Autorin des Buches wunderbar gelungen.


Fazit: In Maßen und mit dem passenden Motiv habe auch ich Spaß am Kreuzstich. Aber nur Kreuzstich allein, dass wäre nicht mein Fall. Und da mir das Buch sehr gefällt wird es da sicher noch mehr daraus geben.

Buch: Anna Maria’s Needleworks Notebook von Anna Maria Horner, 2012 erschienen imWiley Verlag, zahlreiche Foto und Illustrationen, 160 Seiten, Format 20 cm x 23 cm,

Mitnähaktion: Das große nahtlust Nadelbrief-Jahr 2019, Thema „Folklore“ – unsere gesammelten Werke sind unter dem Schlagwort „Nadelbrief“ zu finden

Und verlinkt zu der Stickparty von made with Blümchen


8 Gedanken zu “Anna Maria’s Needleworks Notebook • Nadelbrief mit Kreuzstich-Motiv

  1. Oh, ich liebe die Arbeiten von Anna Maria Horner ja sehr und hatte noch gar nicht entdeckt, dass es von ihr dieses STickbuch gibt! Genial! Und noch besser, dass du direkt ein so schönes Motiv umgesetzt hast! Ich denke, Folklore im Englischen auf Modern ist heute so ein bisschen Boho Chic – und damit bist du ja goldrichtig mit deinem Nadelbriefchen! Super Umsetzung… ich muss mir das Buch auch dazu dann gleich mal anschauen ;-) LG. Susanne

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    1. Ihre Arbeiten sind einfach so schön farbenfroh aber trotzdem harmonisch. Das Buch ist ja auch 2012 erscheinen, das ist ja bezogen auf den Buchmarkt schon eine kleine Ewigkeit.
      Ich finde jedenfalls das Buch ist eine gute Ergänzung meiner Stickbüchersammlung.
      Lg Sabine

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  2. Die Stickerei ist wunderschön – und ich hatte Anna Maria Horner auch nicht als Stickkünsterlin, sondern nur als Stoffdesignerein im Blick. Ich bin schon auf die grünen „Windmühlen“-Stickerei gespannt, die sehen so schön aus!
    Liebe Grüße
    ines

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    1. Herzlichen Dank. Das Buch ist vor fast 10 Jahren erscheinen, da hat sich in den Jahren sicher der Fokus verschoben und die Schwerpunkte verändert.
      Was ich mit den Windmühlen mache, weiß ich noch gar nicht. Mir hat einfach der Stich sehr gut gefallen.
      Lg Sabine

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  3. Liebe Sabine, das Buch klingt für mich sehr verlockend, und das Kreuzstichmotiv am Nadelbriefchen ist genau so, wie du es beschreibst: fröhlich, kräftig, bunt. Anna Maria Horner kannte ich bisher auch eher vom Stoffdesign und Patchwork, das ist eine neue Seite, das Buch interessiert mich. Sag: Magst Du Deinen Beitrag vielleicht auch bei meiner „Handgestickt“ Linkparty verlinken? Ich würde mich auch sehr freuen, weil da noch wenig Rezensionen vertreten sind. Liebe Grüße für einen feinen Wochenstart! Gabi

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    1. Hallo Gabi,
      Ich kann das Buch nur weiterempfehlen, für mich allein reichte, dass es endlich Stickerei in kräftigen und intensiven Farben ist, als Kaufgrund.
      Wenn man durch ihren Instagram Feed scrollt, dauert es echt lange bis man zu einer Stickerei kommt.
      Und den Beitrag verlinke ich gerne, da meine Schwester üblicherweise das verlinken übernimmt, habe ich meistens nicht so im Blick wo schon überall verlinkt ist.
      Lg Sabine

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  4. Wundervolles Stickmotiv für dieses Thema und sehr gelungene Farbauswahl:) gefällt mir sehr gut. Auch die grünen Windräder sind sehr hübsch, dieses Motiv sieht spannend aus!
    Liebe Grüße
    Kerstin

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    1. Herzlichen Dank.
      Ich verbringe immer eine kleine Ewigkeit damit die Farben zusammen stellen. Den die richtige Farbzusammenstellung ist gar nicht immer so leicht. Ich bemerke aber auch bei mir eine gewisse Tendenz zu Farbtönen und Kombination, was einem halt so persönlich anspricht.
      Lg Sabine

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